Cham 30.07.2012, 19:34 Uhr

Wie sieht die neue Berufsschule aus?

Der Bau- und Umweltausschuss des Kreistages diskutierte Innenleben, Fassade und Energieversorgung der neuen Chamer Berufsschule beim Technologie-Campus in der Badstraße.

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Architekt Hans Engl stellte eine Vorplanung mit einer Außenfassade aus farbigen Faserzementplatten vor. Alternativen wären aber auch Naturholz und gedecktere Farben. Repro: Architekturbüro Engl

Architekt Hans Engl stellte eine Vorplanung mit einer Außenfassade aus farbigen Faserzementplatten vor. Alternativen wären aber auch Naturholz und gedecktere Farben. Repro: Architekturbüro Engl

Von Johannes schiedermeier

LANDKREIS. Auch der Landrat musste sich von Träumen verabschieden. Die neue Chamer Berufsschule ganz in Holzbauweise, das wäre schon etwas gewesen, was ihm gut gefallen hätte. Den Zahn zog ihm Architekt Hans Engl allerdings wegen des Brandschutzes. Doch auch der Architekt musste Federn lassen. Der Bauausschuss – vorwiegend besetzt mit Bürgermeistern samt entsprechend schlechten Erfahrungen – verweigerte sich seiner Flachdachplanung: „Niemals!“

Im Kern Stahl und Beton

Der Holzlandkreis Cham war sich diese Debatte schuldig: Wollen wir eine Berufsschule ganz in Holz. Fazit: Wir hätten ja gerne gewollt, aber dürfen haben wir uns nicht getraut. Insgesamt hätte der Grüne Gerhard Weiherer sicher allen aus dem Herzen gesprochen, als er sich für den Naturbaustoff Holz ins Gefecht warf. Er hatte sich auch in mehrere Beispiele eingelesen. Als er merkte, dass die Mehrheit sich für eine Kernkonstruktion aus Beton und Stahl aussprechen würde, beantragte er zur Geschäftsordnung eine Vertagung dieser Entscheidung und scheiterte mit 10:1.

Der Grund war derselbe, aus dem schon Landrat Franz Löffler im Vorfeld klein beigegeben hatte. Die Berufsschule ist ein Gebäude der Klasse5, erläuterte Architekt Engl. Tragende Teile müssen 90 Minuten lang jedem Brand standhalten. Beim Holz ist es sogar so, dass es verkapselt werden muss und sich nicht einmal verfärben darf. Erschwerend kommt laut Engl hinzu, dass ein solches Projekt, mit einer Grundfläche von 90 mal 80 Metern und drei Stockwerken, in dieser Art noch nicht gebaut worden ist. In so einem Fall müssen sogar Einzelteile einer gesonderten Brandschutzprüfung und Zulassung unterzogen werden.

Der Landrat sah den Baubeginn schwinden und hatte dabei alle Kreisräte hinter sich bis auf Weiherer. Damit war dieser Punkt geklärt: Der Architekt plant das Kerngerüst in Stahl und Beton. Das sei für einen Funktionsbau wie eine Schule angemessen, so die Mehrheit.

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