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Sonntag, 17. Dezember 2017 9

Musik

Gewaltiger Jubel im Konzerthaus Blaibach

Der Prager Hlahol-Chor und der Gemischte Chor Petershausen entzückten das Publikum mit einem klangvollen Adventskonzert.

Brillant in ihrer vielseitigen Vielstimmigkeit: Die Musiker auf der Blaibacher Konzerthaus-Bühne zogen die Zuhörer in ihren Bann.Foto: khu

Blaibach.„Meister schau! Steh schnell auf!“: Tenor Martin Slavík deutet zur Decke des Konzertsaals von Blaibach, als wäre er der Himmel über Bethlehem. Und obwohl Slavík tschechisch singt, verstehen die Zuschauer sofort, was gemeint ist. Denn der Tenor, einen Hirtenjungen darstellend, und sein Bass-Kollege Lukás Hynek Krämer als mürrischer Hirte, zeigen beachtliches schauspielerisches Talent.

Es ist der Beginn von Jakub Jan Rybas „Böhmischer Hirtenmesse“. Der Komponist, der auch den Text verfasst hat, malt ein farbiges Bild von den Menschen in einem Dorf, das eher in Böhmen als in Palästina zu suchen ist. Der Zeitgenosse Mozarts war ein böhmischer Dorfschullehrer, der sein Leben einer Musik geweiht hat, die klassische mit volkstümlichen Elementen vereinigt. Das Staunen über das Wunder von der Geburt Jesu und der Wunsch, nach Bethlehem zu gehen, drücken sich in mal lebendigem Vivo, mal innigem Religioso aus.

Zu den Hirten fügen sich die Engelsstimmen von Sopranistin Anna-Maria Bogner und Altistin Marcela Melková, die die frohe Botschaft verkünden. Schließlich läuft das ganze Dorf zusammen und macht sich auf zur Krippe. Ein gewaltiger Chor, „Hlahol“ aus Prag und der Gemischte Chor aus Petershausen vereinigen sich zu vielstimmigem Jubel.

Die Musiker des Prager Orchesters Artn begleiten mit Spielfreude und Präzision, einfühlsam dirigiert von Roman Z. Novak, dem Leiter sowohl des tschechischen Hlahol-Chors als auch des Petershausener Gemischten Chors. Die beiden Chöre hatten sich aufgemacht nach Blaibach, das durch den von Bariton Thomas E. Bauer initiierten modernen Konzertsaal zu einiger Berühmtheit gelangte. Blaibach liegt sinnigerweise in der Mitte von Prag und Petershaus, der Heimat der Chöre.

Eingeleitet wurde der Abend durch die Kantate „Auf, auf, ihr Herzen, seid bereit!“ des Bach-Schülers Gottfried August Homilius. Im Tenor-Rezitativ, von Martin Slavík wurde mit viel Ausdruckskraft vorgetragen. Den Mittelpunkt der Kantate bildete eine Arie, von Lukás Hynek Krämer mit vollem Bass gesungen. Sopranistin Anna-Maria Bogner leitete mit dem Rezitativ „O Herr der Herrlichkeit“ zum abschließenden Choral über.

Chorleiter Roman Novak wies auf die Symbolik hin, die darin liegt, dass Jakub Jan Ryba, ein tschechischer Komponist, und Homilius, ein deutscher Komponist der Barockzeit, in einem deutsch-tschechischen Konzert vereint wurden.

Das Publikum zeigte sich am Ende des Konzerts ergriffen und begeistert. Minutenlanger Applaus belohnte die Mitwirkenden nach ihrem überaus gelungenen Auftritt. (khu)

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