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Donnerstag, 29. Juni 2017 26° 2

Kreativität

1200 Stimmen für die Gewinnerin

Ines Kiefl aus Zandt erhält den ersten Preis beim Rotary-Wettbewerb gegen Alkohol von der Bundesdrogenbeauftragten.
Von Martin Hladik

Die vier anwesenden Preisträger (vorne, von links): Romina Hausladen (Platz 5), Julian Bösl (Platz 2), Sandra Meindl (Platz 3) und Ines Kiefl (Platz 1). Vera Heubl (Platz 4) und Lucas Hoffmann (Jury-Preis) waren verhindert.Foto Hladik

Cham.20 Tage lang haben Sie im Mai, liebe Leser, im Bayerwald-Echo Geschichten von Jugendlichen gegen Alkoholmissbrauch gelesen und dann abgestimmt. Jetzt hat der Rotary-Club Cham die Preise vergeben. Wie bei einer Oscar-Verleihung war bis zum Schluss geheim, wer den Hauptpreis erhält. Aber jetzt ist es raus.

Insgesamt 5000 Stimmen

Ines Kiefl (16) aus Zandt hat den Autorenwettbewerb des Rotary-Clubs Cham gewonnen und den mit 500 Euro dotierten 1. Preis erhalten. Ines Kiefl hatte eine Geschichte über den Absturz bei einer Party erzählt und die schlimmen Bilder, die danach im Netz auftauchten. Eindrückliches Hauptthema war dabei der nachträgliche Ekel vor sich selbst. Dafür haben Sie, liebe Leser, der Gewinnerin 1261 Stimmen per Telefon oder bei der Onlineabstimmung gegeben. Insgesamt wurden 5000 Stimmen abgegeben. Eine herausragende und so nicht erwartete Unterstützung der Aktion. Den Preis erhielt die Gewinnerin – und auch das ist eine Besonderheit – aus den Händen der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler. Die Bundestagesabgeordnete aus Lauf war extra für diese Veranstaltung nach Cham angereist.

Gewinnerin Ines Kiefl, 16: „Wegen der Online-Abstimmung habe ich ein bisschen was geahnt!“

In ihrer Rede hatte die Drogenbeauftragte betont, wie hoch sie die Rotary-Aktion schätze. Sie könne nur dazu gratulieren, wenn es gelinge, junge Menschen für die Gefahren von Alkohol zu sensibilisieren. Alkoholmissbrauch und noch mehr die Alkoholabhängigkeit seien für die Drogenbeauftragte ein Hauptthema ihrer Arbeit. 75 000 Menschen würden jährlich an den Folgen von Alkohol sterben. Gerade weil auch viele junge Frauen anwesend seien, weise sie auf die Gefahr von jeglichem Alkoholgenuss während der Schwangerschaft hin. Pro Jahr würden 2000 Kinder mit dem Fetalen Alkoholsyndrom geboren, die ihr Leben lang behindert sind. Ebenso groß sei die Gefahr durch die legale Droge Tabak. Fast 110000 Menschen müssten jährlich einen früheren Tod erleiden, weil sie geraucht haben. Die dritte legale Droge, die millionenfach missbraucht werde, seien Medikamente.

Keine Legalisierung von Cannabis

Romina Hausladen, Platz 5: „Ich hatte Spaß beim Schreiben und gelohnt hat es sich auch!“

All diese legalen Drogen machten genug Probleme. „Deswegen wäre die Legalisierung von Cannabis das völlig falsche Signal“, sagte Mortler. Das Projekt gegen den Alkoholmissbrauch sei „ein Teil des rotarischen Gedankens“, sagt der Präsident des Chamer Clubs. Er sprach den Jugendlichen seine große Anerkennung aus. Ihre Geschichten hätten betroffen gemacht und beeindruckt. Aus seiner Erfahrung als früherer Lehrer wisse er, wie schwierig es sei, Jugendlichen das Thema Alkoholmissbrauch zu vermitteln. Die Geschichten der Jugendlichen ging weit über das hinaus, was man mit dem Lehrplan vermitteln könne, sagte Zellner.

Die Gewinner

  • Platz 1

    Ines Kiefl mit „Ohne Kontrolle “. Der Inhalt: Ines erzählt über schlimme Bilder im Netz nach einem Absturz bei einer Party und dem Ekel vor sich selbst.

  • Platz 2

    Julian Bösl mit „Primzahl-Promille “. Der Inhalt: Mit Alkohol geht nicht jede Rechnung auf erkennt Julian in seiner Geschichte über das Scheitern und den Erfolg.

  • Platz 3

    Sandra Meindl mit „Gewalttaten “. Der Inhalt: Aus der Perspektive des Opfers und des Täters erzählt Sandra von Gewalttaten eines alkoholkranken Vaters an seiner Tochter.

  • Platz 4

    Vera Heubl mit „Notbremse “. Der Inhalt: Vera schildert in „Und plötzlich stand ich alleine da“ eine Suchtkarriere mit vielen kleinen Straftaten, die mit einem schlimmen Unfall endet, der aber eine Umkehr bewirkt.

  • Platz 5

    Romina Hausladen mit „Wodka-Märchen “. Der Inhalt: Romina erzählt das ironische Märchen vom wodka-trunkenen Schneewittchen: „Mach ich Foto – tu ich in Facebook!“

  • Preis der Jury

    Lucas Hoffmann mit „Party mit und ohne “, Zum Inhalt: Lucas schildert den Verlauf und die Folgen einer Party mit und ohne Alkohol.

  • Die Jury

    In der Jury waren Günther Lommer, Elisabeth Fäth-Marxreiter, Karin Baumeister, Helmut Lachhammer und Martin Geiger.

Alessandro Scheuerer las aus den Texten der Preisträger. Im Hintergrund sind (von links) Rotarypräsident Theo Zellner, die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler, Günther Lommer, Helmut Lachhammer, Karin Baumeister und Elisabeth Fäth-Marxreiter zu sehen..Foto Hladik

Günther Lommer, der sich zusammen mit Elisabeth Fäth-Marxreiter, Karin Baumeister, Helmut Lachhammer und Martin Geiger um den Rotary-Wettbewerb gekümmert hatte, stellte die Leistung der Autoren heraus. Obwohl er als Lehrer schon viele Aufsätze korrigiert habe, sei das diesmal ganz anders gewesen. Er habe die 29 Beiträge nacheinander weggelesen, weil sie so persönlich und kreativ gewesen sind. 20 Arbeiten wurden ausgewählt und die Autoren und Autorinnen zur Preisverleihung eingeladen. Sie erhielten 100 Euro und einen speziellen Ausdruck ihrer Geschichte im Bayerwald-Echo durch die Druckerei Ernst Vögel.

Alessandro Scheuerer liest

Beginnend mit dem Jurypreis bis hin zum 1. Platz rief Lachhammer die Preisträger auf die Bühne. Nach jeder der Preisübergaben wurde deren Geschichte vorgelesen. Hier zeigte Alessandro Scheuerer, dass er zurecht für den in Cham gedrehten Film „De Überbliema“ gecastet wurde. Seine Betonungen ließen einen die Geschichten noch einmal neu erleben.

Wer die Geschichten noch einmal nachlesen will, findet sie hier.

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