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Dienstag, 6. Dezember 2016 4

Gesundheit

Darmkrebs: Vorsorge rettet Leben

„Die Darmspiegelung bleibt das Mittel der Wahl“, sagt der Chamer Sana-Chefarzt der Gastroenterologie, Dr. Egbert Frick.

Mit rund 70 000 Neuerkrankungen und 27 000 Todesfällen im Jahr gehört Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland Foto: Christian Charisius

Cham.Mit rund 70 000 Neuerkrankungen und 27 000 Todesfällen im Jahr gehört Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland und liegt dabei bei Männern an zweiter und bei Frauen an dritter Stelle. Der Chefarzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie der Sana Kliniken des Landkreises Cham, Dr. Egbert Frick, erklärt, warum Vorsorgeuntersuchungen Leben retten können und an einer Darmspiegelung zur Vorbeugung von Dickdarmkrebs kaum ein Weg vorbeiführt.

Eine der Ursachen für den Darmkrebs dürfte sein, dass eine bösartige Darmerkrankung vergleichsweise spät Symptome verursacht. Ein Tumor kann über Jahre unbemerkt wachsen. „Der Heilungserfolg ist aber immer davon abhängig, wie schnell der Krebs entdeckt wird. Eine regelmäßige Vorsorge kann daher Leben retten.“

Familiäres Risiko im Blick behalten

Für Menschen ohne entsprechende Vorerkrankungen oder Vorbelastungen in der Familie wird ab dem 55. Lebensjahr eine regelmäßige Vorsorge empfohlen und von den Kassen bezahlt. Bei einem familiären Risiko ist aber bereits eine Vorsorge ab dem 50. Lebensjahr sinnvoll. Dafür stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die in der Regel aber keine vollständigen Alternativen zur bekannten, aber ungeliebten Koloskopie, der Darmspiegelung, bieten.

Dr. Egbert Frick ist an den Sana Kliniken Chefarzt für Innere Medizin. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf der Gastroenterologie. Foto: Sana Kliniken

„Leider nimmt die Akzeptanz an der Vorsorge stetig ab. So lassen sich etwa 20 Prozent der Frauen und nur 17 Prozent der Männer vorsorglich auf Darmkrebs untersuchen. Die Gründe dafür dürfte der Vorbehalt gegen die Art der Untersuchung sein.“ Die einfachste Methode ist der Test auf okkultes Blut im Stuhl. Hier gibt es verschiedene Testverfahren, die einen Hinweis auf eine bösartige Erkrankung und ihre Vorstufen liefern können. Bei einem positiven Test ist wiederum die Darmspiegelung unausweichlich. Der einmal im Jahr durchzuführende Stuhltest wird (in Kombination mit einer alle fünf Jahre durchgeführten Enddarmspiegelung) bei Ablehnung einer konventionellen Darmspiegelung empfohlen.

„Kleine Kamera“ schlucken

Eine weitere Alternative ist die Videokapselendoskopie in Form der seit kurzem zur Verfügung stehenden „Kolonkapsel“. „Dabei schluckt der Patient eine kleine Kamera, die per Funk Bilder aus dem Darm sendet. Knapp Dreiviertel aller Polypen können so entdeckt werden. Beseitigt werden können sie bei diesem Verfahren jedoch nicht, so dass am Ende häufig doch wieder eine Darmspiegelung notwendig wird. Außerdem muss der Darm vor der Untersuchung ähnlich vorbereitet werden wie bei der Koloskopie“, erklärt der Chefarzt.

Belastung durch Strahlen

Auch bei der sogenannten „Virtuellen Koloskopie“ mittels CT muss der Darm entsprechend vorbereitet sein. Diese Methode ist zwar weniger invasiv als die Darmspiegelung, führt jedoch zu einer nicht unerheblichen Strahlenbelastung und hat Schwächen bei der Detektion kleinerer Polypen.

Bei der Enddarmspiegelung oder „Sigmoideoskopie“ entfällt die Trinkvorbereitung. Dabei werden jedoch Befunde im rechten Teil des Dickdarms übersehen, so dass sie keinen vollwertigen Ersatz für die konventionelle Darmspiegelung darstellt.

Meiste Polypen sofort entfernen

„Das Mittel der Wahl bleibt damit die Darmspiegelung“, sagt Dr. Frick, und ergänzt: „Sie wird für Menschen ab 55 Jahren mindestens alle zehn Jahre empfohlen. Bis zu 90 Prozent aller Polypen können dabei erkannt und in der Regel sofort entfernt werden. In den Sana Kliniken des Landkreises Cham halten wir modernste Geräte vor, die hochauflösende Bilder liefern, und bedienen uns verschiedenster technischer Methoden zur Darstellung kleinster Veränderungen im Bereich der Darmschleimhaut.“

Grundsätzlich gilt aber auch beim Darmkrebs: Eine gesunde Lebensweise ist der beste Schutz gegen eine bösartige Tumorerkrankung. Viel Bewegung, wenig Alkohol, keine Zigaretten und eine vitaminreiche ausgewogene Ernährung reduzieren das Krebsrisiko. „Auch ein Blick in die Familiengeschichte ist sinnvoll: Sind enge Verwandte oder Vorfahren an Darmkrebs erkrankt oder verstorben, sollte der Hausarzt rechtzeitig informiert werden, um eine geeignete Vorsorge zu erzielen“, rät Dr. Frick.

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