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Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Musik

Das neue Album ist erst der Anfang

Für die Chamer Band Take Off Your Shirts läuft es gerade wie am Schnürchen. Doch das ist nur ein Vorgeschmack auf 2017.
Von Gregor Raab

2016 war für die Jungs von Take Off Your Shirts ein richtig gutes Jahr. Bis Jahresende plant die Chamer Nad noch einige Konzerte. Fotos: Take Off Your Shirts

Cham.Hinter der Chamer Band Take Off Your Shirts liegen turbulente Wochen. Zuerst eröffneten Timo Raith, Markus Tautz, Florian Raith und Georg Fraunhofer vor knapp zwei Monaten mit einer spektakulären Show das „Utopia-Island“. Auf dem Line-Up des Festivals standen auch Paul Kalkbrenner, Lena und Frittenbude. Anfang Oktober veröffentlichten sie dann ihre neue CD „Noah“. Und zu guter Letzt durften die Jungs kürzlich in Furth auch noch den Auftritt ihres Idols Thees Uhlmann supporten. Grund genug, um im Interview mit den Brüdern Timo und Florian zu sprechen:

Wie kam es eigentlich zu m Bandnamen?

Florian: Das ist einige Jahre her. 2009 habe ich mit Freunden eine Band gegründet, um Songs zu schreiben. Wir probten damals auf einem Dachboden, dort hatte es an heißen Sommertagen gefühlte 40 Grad und wir zogen bei den Bandproben immer unsere Shirts aus. So entstand Take Off Your Shirts. Der Name steht mittlerweile nicht mehr nur für verschwitzte Bandproben, sondern für über sechs Jahre Entwicklung, bei der wir einige Besetzungswechsel erlebt haben, aber bei der wir auch vielen Dingen treu geblieben sind.

Am 2. Oktober erschien Eure CD „Noah“. Wie beschreibt ihr deren Charakter?

Timo: Die wichtigste Eigenschaft der Platte ist, dass jeder Song seinen eigenständigen, vielseitigen Charakter hat und sich für uns komplett von jedem der anderen Songs unterscheidet. Der erste Song „Misty Eyes“ ist bewusst roh und rauh produziert, was die härtere Grundstimmung des Liedes unterstreicht. „Masquerade“ und „Addictive Skin“ hingegen sind runder, man könnte fast sagen poppiger produziert. „Days of Desire“ klingt düster und verworren. Abgerundet wird die CD von „The Blossom of the Evening“, einem klassischen Rocksong. Alles in allem kann man die CD als gitarrenlastige, ehrliche und handgemachte Musik bezeichnen, bei der viel Wert auf gutes Songwriting gelegt wurde.

Wie lange habt ihr an „Noah“ gearbeitet?

Das Cover der neuen CD „Noah“

Florian: Wir haben die letzten beiden Jahre intensiv an der CD gefeilt, bis wir an einem Punkt waren, an dem wir uns mit gutem Gewissen davon losreißen konnten. Die Platte ist also weniger eine Momentaufnahme, sondern mehr ein Stück vertonte Bandgeschichte.

Welcher Song gefällt Euch selbst am besten auf der Scheibe?

Timo: Puh, das kommt ganz darauf an, welches Bandmitglied man fragt. Für mich persönlich ist es schwierig, mich auf einen Einzelnen festzulegen, weil die Lieder auf der EP gezielt zu einer Einheit verschmolzen sind und somit zusammengehören und als Gesamtes ihre Aussage vermitteln.

Wie entstehen Eure Songs?

Florian: Völlig unvoreingenommen und ungezwungen. Am Anfang ist es nicht das Ziel, dass der Song wie eine konkrete Vorstellung klingen muss, sondern der Song entwickelt sich von alleine in eine ganz eigene Richtung. Daraus ergibt sich unser abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Man hat ständig unterschiedliche Einflüsse und so entstehen unterbewusst ständig unterschiedliche Songs.

Auf was darf sich der Zuhörer einstellen, wenn er zu Euch auf Konzerte kommt?

Timo: Unser Programm ist sehr abwechslungsreich. Wir versuchen, möglichst zeitlose, ehrliche, handgemachte Musik zu machen – eher abseits vom klassischen Pop, trotzdem tanzbar und eingängig. Vom Genre her ist es schwer, uns einzuordnen. Alternative, Rock-Pop, Stoner-Rock könnte man es nennen – von allem ist etwas mit dabei. Das Wichtigste: Die Musik kommt vom Herzen und spricht uns direkt aus der Seele.

Eure älteren Songs klingen ja nochmal anders. Inwiefern packt ihr die alten Songs auch jetzt live in ein neues Gewand?

Florian: Melodien und Texte sind die gleichen geblieben, aber gerade dadurch, wie wir einen Song spielen und an welcher Stelle im Set, bekommt er doch eine neue Wirkung. Obwohl der ein oder andere Song mittlerweile knapp sechs Jahre alt ist, andere aber erst ein paar Monate, fügt sich das stimmig zusammen. Außerdem entwickeln sich unsere Geschmäcker und Einflüsse weiter, wodurch sehr unterschiedliche Lieder entstehen. Und genau das darf man auch merken. Dass eine Band zusammen über Jahre hinweg durch dick und dünn geht und das Projekt sich weiterentwickelt.

Ihr macht alles in Eigenregie ohne Label. Ist das gewollt, oder hat sich einfach noch keine passende Zusammenarbeit ergeben?

Timo: Momentaner Stand ist, dass das bewusst von uns so entschieden wurde, dass wir vorerst alles in Eigenregie durchziehen wollen, damit wir wirklich über alles die Kontrolle haben. Natürlich ist das mit sehr viel Arbeitsaufwand verbunden, wenn man angefangen vom Komponieren der Songs bis hin zu Tonstudioaufnahmen und Organisation der Auftritte alles selbst erledigt. Aber mit klarer Aufgabenverteilung innerhalb der Band und mit der Unterstützung von Freunden und Familie lässt sich das bewältigen.

Welche Entwicklung seht Ihr, wenn Ihr einen Meilenstein herauspicken müsstet, der Euch stark geprägt hat als Musiker?

Florian: Es sind nicht so sehr einzelne Meilensteine, sondern eher Erfahrungen und Erlebnisse, die man über die Zeit sammelt und uns stetig zu der Band werden lassen, die wir sind.

Gerade läuft es voll gut bei Euch, oder?

Timo: Die letzte Zeit war sehr schön. Wir haben hart gearbeitet, viele Konzerte gespielt und nette Menschen kennenlernen dürfen. Das Utopia Island-Festival, der Support für Thees Uhlmann oder das egoFM-Gastspiel: Diese Events gehören zu den Highlights des Jahres und motivieren, weiterhin alles zu geben.

Der Support bei Thees Uhlmann ist noch ganz frisch. Welche Eindrücke habt Ihr dort gesammelt?

Timo: Natürlich ist es ein großartiges Gefühl, wenn man jemanden, dessen Band oder dessen Soloalbum man selber rauf und runtergehört hat, persönlich kennenlernen darf. Ich hatte ja Geburtstag an dem Tag und für mich persönlich war es das beste Geschenk. Vor allem, als er ein Ständchen für mich gesungen hat und das ganze Cappuccino eingestimmt hat. Auf so einer großen Bühne wie der Mainstage des Utopia Island-Festivals zu stehen und die eigenen Songs spielen zu dürfen ist sensationell.

Florian: Vor allem aber waren beide Veranstaltungen eine Art Kulturreise und Weiterbildung, weil man sich mit Menschen unterhält, die schon Jahrzehnte im Musikgeschäft unterwegs sind und von denen man lernen kann.

Wo kann man Euch live sehen?

Timo: Mit „Noah“ im Gepäck treten wir dieses Jahr unter anderem noch in München, Nürnberg und Regensburg auf, bevor wir uns an die nächsten Aufnahmen machen, denn auch für 2017 ist neben zahlreichen Konzerten eine neue CD geplant. Kurz gesagt: wir machen genau so weiter, wie bisher.

Die nächsten Konzerte

  • Die kommenden Shows

    20. Oktober: Regensburg (Jag Deine Eltern Nicht Vom Hof); 22. Oktober: München (Kyeso); 29. Oktober: Fürstenfeldbruck (Subkultur); 08. November: Nürnberg (Ludwigs); 19. November: Bad Kötzting (Bahnhof Koetzting); 24. November: München (8below); 25. November: Schwandorf (Jugendtreff); 30. November: Regensburg (Heimat)

  • Infos

    Weitere Infos, Konzerte und Hörbeispiele finden sich auf der Homepage www.takeoffyourshirts.de

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