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Donnerstag, 18. Januar 2018 7

MZ-Serie

Lebkuchen?! Mich trifft der Schlag!

Matthias Meier, Mitglied der Musikgruppe Da Huawa, Da Meier und I, wundert sich über Leute, die im August Lebkuchen kaufen.
Von Matthias Meier

Matthias Meier Foto: Band

Cham.Die Zeit vergeht wie im Flug. Es ist schon September. Die letzten Urlauber trudeln langsam wieder ein, und Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür. Dies meint man zumindest, wenn man mit seinem Einkaufswagen gemütlich durch den Supermarkt schiebt. Ich habe mir gedacht, mich trifft der Schlag. LEBKUCHEN – und das im August! Da kann man wirklich von einem breiten Produktsortiment sprechen: Sonnencreme, Wassermelonen und Lebkuchen.

Das ist genau so, als würde man mit dem Mofa auf der Autobahn fahren, und das in die entgegengesetzte Richtung. Ich stellte mich sofort auf die Weihnachtszeit ein und anstatt „Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum“ sang ich versehentlich „Oh Sonnenbrand, oh Sonnenbrand“. Während des Autofahrens kann man auch jederzeit statt „Es ist ein Ros entsprungen“ „Es ist der Teer gesprungen“ singen (Blow Up). Anscheinend gibt es wirklich Leute, die im August Lebkuchen kaufen, sonst wären sie ja nicht im Sortiment.

Das Experiment

Zeit für ein Experiment: Als Tatort kam mir da der Chamer Marktplatz, der seit kurzem wieder mit dem Auto befahrbar ist, gerade recht. Ich kurbelte alle Fenster herunter, drehte die Anlage bis Anschlag auf und fuhr ein paar Runden bei einer Außentemperatur von 35 Grad, vorbei an den Mittagsgästen des Italieners, die schwitzend im Freien saßen, und hörte lautstark das Weihnachtslied „Schneeflöckchen Weißröckchen“. Bereits nach der dritten Runde zeigten mir viele „Biergartenbesucher“ entsetzt einen Vogel. Ob die das beim Einkaufen auch tun würden, wenn jemand eine Packung Lebkuchen in seinen Einkaufswagen legt, sei dahingestellt. Meines Erachtens wäre der „Vogel“ hier mindestens genau so angebracht.

Aber zurück in den Supermarkt! Die „mittelalterliche“ Dame mit ihrem Einkaufswagen an der Kasse vor mir legte gerade Sonnencreme, Melone und Lebkuchen auf das Fließband und bezahlte. Noch ein kurzes Schwätzchen mit der Kassiererin. Die beiden kannten sich anscheinend: „So, du hostas do herin wenigstens schee kühl. I mou jetzt no midm Odlschöpfer d Gülligruam auslahrn, weil ma scho wieda koan Strom ham dahoam. I kimm de Wocha eh nomol, weil i Weißwiascht bstellt ho, de san do so LECKER. Also, TSCHÜSS!“

Wo ist nur das Feingespür?

Und da fuhr es mir, als wolle jemand quietschend mit dem Messer seinen Porzellanteller zersägen, durch Mark und Bein. Die Lebkuchenkäuferin mit dem „Odlgrubenproblem“ hatte tatsächlich „Tschüss“ gesagt – hier bei uns in Bayern. Wo ist nur das Feingespür für unsere bayrische Kultur geblieben? Warum verabschiedet sich die Einkäuferin auf hochdeutsch, wobei sie doch noch niemals in ihrem Leben weiter als nach Straubing gekommen ist und für diese weite Reise extra eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen hatte? Wir haben doch bei uns in Bayern so schöne Verabschiedungsfloskeln. „Habe die Ehre, Pfiad Gott, Servus, Pfiade.“

Wir verlosen Karten

  • Auftritt

    Wir verlosen in dieser Ausgabe fünfmal zwei Karten für einen besonderen Auftritt von Da Huawa, da Meier und I.

  • 17. Oktober

    Mit der Gruppe Na Ciotogi bringt das Trio am 17. Oktober in Roding bayerische und irische Volksmusik auf die Bühne. Der „Irish-Bayrisch“-Abend in der Stadthalle beginnt um 20 Uhr.

  • Anruf

    Wer an unserer Verlosung teilnehmen möchte, braucht nichts weiter zu tun, als am Samstag oder Sonntag die Nummer (0 13 79) 88 58 15 (0,50 Cent pro Festnetzanruf; Mobilfunk gegebenenfalls abweichend) zu wählen.

  • Radio

    Eine weitere Gelegenheit, Da Huawa, da Meier zu hören, gibt es an diesem Samstag im Radio. Auf BR-Klassik sind die drei Musiker in der Sendung „Meine Musik“ im Gespräch mit Susanne Rohrer zu erleben (11.05 bis 11.55 Uhr).

Wir von „Da Huawa, da Meier und I“, Kämpfer für die bayerische Tradition und Gmiatlichkeit, müssen da unbedingt einschreiten und gegen die Vertschüssung des bayerischen Abendlandes vorgehen. Jeder hat auf seinem Computer zu Hause einen Spam-Blocker, der unerwünschte Informationen fernhält. So etwas brauchen wir auch. Darum gibt es ab sofort bei „Da Huawa da Meier und I“ einen „Tschüss-Blocker“ in Form eines T-Shirts mit dem Aufdruck: „SOG JA NED TSCHÜSS!“. Nähere Infos dazu gibt es auf unserer Internetseite.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne und besinnliche Vorweihnachtszeit bei einer frischen Radlermaß und Lebkuchen! Und übrigens: Die Weißwürste sind nicht „lecker“, de san guad. Das einzige Lecker, das es in Bayern gibt, is’ „am Oasch lecka“.

Bis zum nächsten Mal, tschüss, euer Meier!

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