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Mittwoch, 22. November 2017 3

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Mit dem geleasten Bike zur Arbeit

Rund 30 Prozent sparen Arbeitnehmer mit dem Zweirad-Leasing gegenüber dem Neukauf. Doch erst muss der Chef einwilligen.
Von Philipp Froschhammer

Ob auf dem Arbeitsweg oder in der Freizeit – das Fahrrad ist ein gesundes Mittel sich fortzubewegen. Foto: dpa

Cham.Jeder, der mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen möchte, der soll auch die Chance dazu bekommen. Das ist die Philosophie des Fahrrad-Leasing-Prinzips. Arbeitnehmer können, sofern ihr Unternehmen einen Vertrag mit einem Leasing-Partner unterzeichnet hat, bei teilnehmenden Fahrradhändlern ihr Fahrrad abholen. Zahlen müssen sie nur einen monatlichen Festbetrag. Dann können sie das Rad entweder zurückgeben oder für zehn Prozent des ursprünglichen Kaufpreises erwerben.

„Da spart man insgesamt rund 30 Prozent und muss auch nicht auf einen Schlag viel Geld für ein Fahrrad ausgeben“, erklärt Klaus Hofbauer, Geschäftsführer des Zweiradcenters Diermeier in Cham. Seit Februar ist das Unternehmen offizieller Leasing-Zweirad-Anbieter.

Ein Fahrrad für drei Jahre leasen

Das Prinzip ist ganz einfach: Sowohl das Unternehmen als auch der Fahrradhändler schließen jeweils einen Vertrag mit demselben Leasing-Partner ab. Der Mitarbeiter muss dann nur ins Zweirad-Center gehen und sich ein Fahrrad seiner Wahl aussuchen. Der Antrag des Kunden wird dann an den Arbeitgeber weitergeleitet. Willigt dieser ein, kann das Fahrrad einfach im Laden abgeholt werden.

„Ab einem Wert von 699 Euro kann man es leasen.“

Klaus Hofbauer, Geschäftsführer des Zweiradcenters Diermeier

„Ab einem Wert von 699 Euro kann man es leasen. Deshalb sind die etwas teureren E-Bikes bei diesen Kunden besonders beliebt, denn die Leasing-Rate erhöht sich selbst bei größeren Preisschwankungen nur gering“, sagt Hofbauer. Jeden Monat wird dann ein Leasing-Festbetrag über die Laufzeit von 36 Monaten vom Bruttolohn abgezogen. Dieser Betrag ist abhängig vom eigentlichen Preis des Fahrrads. Je teurer das Rad, desto höher die Leasing-Rate. Da seit 2012 die sogenannte Ein-Prozent-Regelung für Leasing-Fahrzeuge für Fahrräder und E-Bikes erweitert wurde, wird der Fahrradkauf somit vom Gesetzgeber unterstützt.

Das Zweirad-Leasing

  • Laufzeit:

    Die Laufzeit des Leasing-Vertrags ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. In der Regel beträgt sie drei Jahre.

  • Zweiräder:

    Die maximale Anzahl der geleasten Fahrräder pro Arbeitnehmer beträgt zwei Stück.

  • Kundendienst:

    Der jährliche Kundendienst ist in der Leasing-Pauschale mit inbegriffen.

  • Geld:

    Der monatliche Leasing-Festbetrag wird bei der Gehaltsabrechnung vom Bruttolohn abgezogen. Der geldwerte Vorteil wird zudem mit einberechnet.

  • Versicherung:

    Das geleaste Fahrrad ist bei Stürzen und Diebstahl voll versichert. Weitere Reparaturen werden auch hier bis zu einer gewissen Summe vom Versicherer übernommen.

Die Höhe der Leasing-Rate ergibt sich aus verschiedenen Faktoren, unter anderem dem Kaufpreis, dem Bruttogehalt und einer Abgabe an den Leasing-Partner. „Genaue Einsicht in die Preisberechnung haben wir auch nicht. Interessierte können aber auf der Homepage unseres Partners Business Bike im Vorteilsrechner ihre persönliche Leasing-Rate berechnen lassen“, erklärt Rebecca Schmid, Verkaufsberaterin im Zweiradcenter Diermeier.

Bei mittelständischen Unternehmen, wie sie im Gebiet um das Zweiradcenter in erster Linie angesiedelt sind, ist das Zweirad-Leasing noch nicht sehr bekannt. Anders bei Großunternehmen wie der Rhode & Schwarz GmbH mit Hauptsitz in München. Elisabeth Obermeier, Rhode & Schwarz-Mitarbeiterin im Werk in Teisnach, ist begeistert vom Fahrrad-Leasing: „Wir machen das schon seit über drei Jahren und es läuft sehr gut. Rund zehn Prozent unserer knapp 1000 Mitarbeiter nutzen dieses Angebot.“ Das Unternehmen wolle durch das Zweirad-Leasing seine Mitarbeiter dazu anspornen, das Auto stehen zu lassen und ein bisschen Sport zu treiben.

Chefs müssen überzeugt werden

Nicht ganz so überzeugt von diesem Konzept klingt Georg Frisch, Zweiradmechanikermeister bei FPG-Zweirad in Eschlkam. Das Unternehmen bietet Fahrrad-Leasing bereits seit drei Jahren an. „Das Angebot ist toll, die Kunden sind auch angetan, doch viele, gerade größere Unternehmen, wollen das ihren Mitarbeitern nicht anbieten. Der verwaltungstechnische Aufwand sei zu groß.“

Kommentar

Ein bisschen Papierkram

Fahrrad-Leasing ist eine tolle Sache. Anstatt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, nutzen die Mitarbeiter das Rad – zum Vorzugspreis. Das ist gut für die...

Doch nicht nur die Kunden, auch die Fahrradhändler haben durch das Fahrrad-Leasing einen Vorteil. „Wir haben keine Preisverhandlungen mit den Kunden mehr, und sie leasen auch gerne Anbauteile wie Fahrradständer und Schlösser mit. Unterm Strich machen also nicht nur die Kunden Gewinn mit diesen Angeboten“, sagt Frisch.

Das Problem mit den Unternehmen, die bei dieser Aktion nicht mitmachen, versucht das Zweiradcenter Diermeier auf eigene Faust zu lösen. Die Verantwortlichen werben proaktiv bei den Arbeitgebern für das Konzept. „Mit Erfolg“, sagt Hofbauer. „Einige Unternehmen aus der Umgebung haben jetzt schon mit dem Leasing-Partner einen Vertrag abgeschlossen.“

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