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Sonntag, 21. Januar 2018 10

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Bürgerhaus steht vor der Einweihung

Die fast unendliche Geschichte in Chamerau findet ein Happy End. Ab jetzt gibt es barrierefreien Zugang zu den Amtsstuben.

Eingebetet von Schule, Turnhalle, Kindergarten und einem zusätzlichen Parkplatz, das schwach gewinkelte Bürgerhaus. Foto: Luftaufnahme Schiegl

Chamerau.Bereits Jahre vor dem Spatenstich spaltete die Diskussion über einen Abbruch oder einer Sanierung des bestehenden „Haus des Gastes“ aus den 70er Jahren die Gemeinde. Letztendlich entschied sich der Gemeinderat mit Bürgermeister Stefan Baumgartner mit einer Gegenstimme für den Abbruch und einen Neubau.

Freude und Erleichterung war Bürgermeister Stefan Baumgartner anzumerken, als er nach kurzer Diskussion bei der Gemeinderatssitzung am 5. März 2014 feststellen konnte, dass der Entscheid über die Gebäudeart des Bürgerhauses in L-Form nur mit der einzigen Gegenstimme. Großen Anteil an der schnellen Entscheidungsfindung hatten die vorangegangenen Ausführungen von Architekt Markus Weber vom Architektenbüro Schnabel und Partner aus Bad Kötzting.

Planer und Bauträger stellten bei der Bürgerversammlung am 23. Oktober den Sachstand für Chameraus neues Schmuckstück vor. Bürgermeister Baumgartner betonte den Etat von 2,2 Millionen Euro.

Größter Kosten-Nutzungs-Effekt

Markus Weber vom Planungsbüro Schnabel und Partner erläuterte, dass man sechs Varianten geprüft und diskutiert habe, bevor man sich für die jetzt in der Ausführungsplanung befindliche Variante entschied. Diese bietet mit Abstand den größten Kosten-Nutzungs-Effekt. Es vereint in einem schwach gewinkelten, ebenerdigen Bau ein Rathaus mit einem Bürgerhaus, verbunden durch einen offenen Eingangsbereich.

Die Anordnung im Gelände erlaubt nicht nur die Nutzung der vorhandenen Parkplätze, sondern ergibt zwischen den Gebäuden des Kindergartens, der Schule und der Sporthalle einen wunderschönen Innenhof. Dieser kann in Zukunft zu Veranstaltungen, in Verbindung mit dem neuen Bürgersaal, der Cateringküche und dem neu geschaffenen Toilettentrakt, genutzt werden. Zur Einsparung von Betriebskosten durch neue Techniken komme der Neubau die Gemeinde um knapp zwei Million Euro günstiger als die Sanierung des Haus des Gastes und des Rathauses. Hier kommt die Firma KFB ins Spiel. Da es für das Projekt keine Fördermittel gebe, die Gemeinde nicht direkt an KFW-Kredite komme und man den rechtlichen Tücken solcher Bauprojekte ausweichen will, hat der Gemeinderat beschlossen, einen Bauträger, die KFB einzuschalten.

Das Haus des Gastes , das in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat, verschwand nun aus dem Ortsbild von Chamerau: Zunächst war das Mobiliar entfernt worden, anschließend begann die Verwertung von Türen und Fenstern.

Am Montag den 27. April 2015 schlug eine historische Stunde: Mit dem Spatenstich begann der Bau des Bürgerhauses. Bürgermeister Stefan Baumgartner begrüßte zum Spatenstich zahlreiche Gäste, unter ihnen den Projektleiter der Firma KFB-Baumanagement Freddy Leberkern, die Juniorchefin der KFB Stefanie Rüger sowie Matthias Henfling.

Die Architekten und Bauleiter

Ein moderner Baukörper, mit Lärchenholz verkleidet Foto: Luftaufnahme Schiegl

Weiter konnte das Gemeindeoberhaupt den Architekten Markus Weber vom Architektenbüro Schnabel und Partner aus Bad Kötzting mit Bauleiter Andreas Breu begrüßen. Das Ingenieurbüro Christl aus Cham vertrat beim Spatenstich Diplom Ingenieur FH Stefan Breu. Die ausführende Baufirma vertraten die Juniorchefin Stefanie Wurm und Bauleiter Ulrich Freimuth. Die Gemeinde war mit Geschäftsstellenleiter Reinhold Fischer und den beiden Bürgermeisterstellvertretern Christian Glonner und Johann Robl vertreten.

Nach langer Diskussion

Die Verantwortlichen beim Spatenstich am 27. April 2015 Foto: Luftaufnahme Schiegl

Mit dem Spatenstich zum Bürgerhaus hat die Bauphase begonnen. „Das ist ein historischer Tag für uns alle“, sagte Bürgermeister Stefan Baumgartner. Als „bedeutungsvollen Schritt“ für die Gemeinde und einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Infrastruktur bezeichnete der Bürgermeister den Startschuss für die Bauarbeiten Erfreulich nannte er es, dass mit dem Bürgerhaus zugleich das erste konkrete und große Wunschprojekt der Integrierung des Rathauses in das Bürgerhaus nun Wirklichkeit werden könne.

Die überbaute Fläche wird einmal 855 Quadratmeter betragen; der Brutto-Rauminhalt 4484 Quadratmeter; die Nutzfläche der Verwaltung im Erdgeschoss 281 Quadratmeter; im Bürgerhaus Erdgeschoss 194 Quadratmeter; die Nebenräume und im Foyer im Erdgeschoss 200 Quadratmeter und im Archiv, im Lager und für Technik im Dachgeschoss 158 Quadratmeter.

Am Montag, 27. Juli 2015, begann die Zimmerei Mühlbauer aus Bad Kötzting mit dem Aufsetzen des Dachstuhls am Rathaus, während im Bürgerhaus fleißig gemauert, gehämmert und gebohrt wurde. Ein Lkw-Kran hievte die vorgefertigten Elemente für den Dachstuhl auf das Gebäude.

Das Festprogramm

  • Festtag

    Für Sonntag, 31. Juli, erwartet die Gemeinde zur Einweihung nicht nur die gesamte Bevölkerung, sondern auch zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft.

  • Kirchzug

    Das Festprogramm: Um 9.30 Uhr Aufstellung am Bahnhof zum Kircheneinzug mit Kapelle Kerscher aus Roding.

  • Festgottesdienst

    Um 10 Uhr Festgottesdienst in der Pfarrkirche. Circa um 10.45 Uhr Segnung des Bürgerhauses, um 11 Uhr Festansprachen, um 12 Uhr Mittagessen.

  • Tag der offenen Tür

    Um 13 Uhr Kaffee und Kuchen, dann steht auch der Tag der offenen Tür an. Schon jetzt erfährt das Bürgerhaus eine rege Nachfrage der Bevölkerung. (che)

Lichtdurchflutet und transparent

Im Herbst 2015 begannen die Arbeiten für die Installation der Haustechnik, gleichzeitig wurden die Fenster und Türen gesetzt. Alle noch bis zur Inbetriebnahme anfallenden Arbeiten wurden an zum größten Teil im Landkreis Cham ansässige Firmen vergeben. Im April 2016 waren zum größten Teil alle Baumaßnahmen im Bürgerhaus abgeschlossen.

Vier breite, barrierefreie Zugänge zum Bürgerhaus wurden erstellt und gepflastert. Neue Beleuchtungsmasten wurden gesetzt und für die Spaziergänger wurde zum Verschnaufen eine 12 Meter lange Pergola errichtet.

Wo zuvor fast vier Jahrzehnte das Haus des Gastes stand, erstreckt sich seit der 27 Kalenderwoche eine neue Grünfläche. Im Zuge der Außengestaltung des Bürgerhauses wurden circa 1200 Quadratmeter Rollrasen aufgebracht. Sie sollen von nun an, passend zum Bürgerhaus für ein ländliches Gesamtbild sorgen. Über die Platzgestaltung gab es vor Monaten schon die eine oder andere Diskussion. Bürgermeister Stefan Baumgartner, ist aber zuversichtlich: „Wenn der Platz vollständig begrünt ist, wird ihn die Mehrheit schön finden“. Von den Fachstellen, bei denen Rat über die Gestaltung und Bepflanzung eingeholt wurde, habe es bisher nur Lob gegeben.

Am Wochenende vom 1. bis 4. Juli wurde der Umzug durch das Gemeindepersonal in das Bürgerhaus abgeschlossen. Nicht weniger als 100 Schachteln mussten gepackt werden. „Wir feiern heute kein großes Fest, aber den ersten Tag des Parteiverkehrs in den Räumen der Gemeindeverwaltung“ im neuen Bürgerhaus, sagte Bürgermeister Baumgartner. Er strahlte beim Besuch der Gemeindebürger in der Gemeindekanzlei am 4. Juli Gelassenheit und Freude aus.

Eröffnung steht am 31. Juli an

Für Sonntag, 31. Juli, erwartet die Gemeinde zur Einweihung nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, so Landrat Franz Löffler. Pfarrer Kilian Limbrunner freut sich, auf das vollendete Gemeinschaftswerk als einem Werk für die Gemeinschaft den Segen Gottes herabrufen zu dürfen. Schon jetzt erfährt das neue Bürgerhaus eine rege Nachfrage aus der Bevölkerung.

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