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Samstag, 19. August 2017 19° 6

Ehrenamt

Atemschutzträger retten vier Personen

Sieben Feuerwehren proben in Aktionswoche gemeinsam den Ernstfall.

  • KBI Mario Bierl und Kommandant Matthias Schötz bei der Abschlussbesprechung Foto: fer
  • Für die Brandbekämpfung stand ausreichend Wasser zur Verfügung. Foto: fer
  • Die Feuerwehr Gleißenberg pumpte mit ihrer TS 8/8 Wasser aus dem Roßweiher. Foto: fer

Furth im Wald. Nach Stachesried und Furth im Wald fand am Donnerstag die dritte und letzte Großübung des KBI-Bereichs Furth im Wald - Hohenbogenwinkel in der Brandschutzwoche statt. Um 20.01 Uhr gab Kreisbrandinspektor Mario Bierl den Einsatzbefehl für die Freiwilligen Feuerwehren Ränkam, Arnschwang, Gleißenberg, Lixenried, Nößwartling, Ried und Zenching.

„Angenommener Brand in der Scheune des Denkenhofs von Hans Rossmann in Ränkam, Warmleitener Weg 14. Vier Personen vermisst“, lautete die Alarmdurchsage. Die als erste eintreffenden Feuerwehren Ränkam und Arnschwang setzten sofort Atemschutzgerätträger zur Personenrettung ein und bauten C-Leitungen zur Brandbekämpfung auf.

550 Meter Schlauchleitung

Die Wasserversorgung für den Erstangriff erfolgte zunächst über die Tanks der Löschfahrzeuge. Schon nach kurzer Zeit waren aber auch Leitungen von der hauseigenen Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 12 000 Litern Wasser und von einem Hydranten zu den Löschfahrzeugen gelegt.

Zeitgleich wurde zur Wasserversorgung eine 550 Meter lange B-Leitung vom Roßweiher zum „Brandobjekt“ aufgebaut. Die Wasserentnahme erfolgte durch die Feuerwehr Gleißenberg mit einer Tragkraftspritze TS 8/8. Die Feuerwehren Ried, Nößwartling und Zenching waren in die bergauf gelegte Leitung jeweils mit einer TS 8/8 eingebunden.

Knapp zwanzig Minuten nach der Alarmierung stand das Wasser an der „Brandstelle“ zur Brandbekämpfung zur Verfügung. Wegen eines bei der Abzweigung zum Denkenhof geplatzten B-Schlauchs musste die Wasserversorgung jedoch gleich kurz wieder unterbrochen werden, um den schadhaften Schlauch austauschen zu können.

Wärmebildkamera hilfreich

Als örtlicher Kommandant und damit Einsatzleiter bescheinigte der Ränkamer Kommandant Matthias Schötz den Feuerwehrleuten aus den sieben Feuerwehren eine ausgezeichnete Zusammenarbeit beim Aufbau der Löschwasserversorgung und der schnellen Rettung der vier „vermissten Personen“ Julia Kolbeck, Veronika Schreiner, Florian Nagler und Daniel Hornauer (alle Jugendfeuerwehr Ränkam). Um 20.12 konnte die erste vermisste Person von den Atemschutzgerätträgern in Sicherheit gebracht werden und um 20.17 Uhr und letzte. Bei der Personenrettung ermöglichten die mitgeführten Wärmebildkameras in der Dunkelheit der Einsatzstellen das rasche Auffinden und Bergen.

KBI Mario Bierl schloss sich dem Lob von Kommandant Schötz für die gute Arbeit an und dankte den über hundert Feuewehrleuten für ihr Engagement. Aus gegebenem Anlass wies der KBI darauf hin, dass die Handsprechfunkgeräte im Fahrzeug ausgeschaltet sein müssen, um Rückkopplungen zu vermeiden. Bierl verwies noch auf die bereitliegenden Medien des Landesfeuerwehrverbandes Bayern zur diesjährigen Kampagne „Wenn die Katastrophe kommt, sind wir bereit. Komm, hilf mit!“.

Schnelle und kompetente Hilfe

„Wir, die 7700 bayerischen Feuerwehren sind Garant dafür, dass innerhalb kürzester Zeit bayernweit kompetente Hilfe geleistet werden kann, egal ob im ländlichen Bereich oder in den Städten und Ballungszentren“, heißt es in einem Flyer.

Mit über 320 000 Helfern bilden die bayerischen Feuerwehren die stärkste Hilfsorganisation in Bayern und sind dadurch im Fall einer Naturkatastrophe stets zur Stelle. Egal ob Sturm oder Hochwasser, ob Waldbrand oder Schneechaos – die Feuerwehren stellen sich diesen Herausforderungen bestens gerüstet und ausgebildet, mit großer Einsatzbereitschaft und selbstlosem Engagement.

Damit dies auch in Zukunft so bleibt müssen neue aktive Mitglieder für unsere Feuerwehren gewonnen werden. Informationen finden Interessierte in www.ich-will-zur-feuerwehr.de und bei der eigenen Feuerwehr bzw. Jugendfeuerwehr.

Noch während der laufenden Übung stellte sich an diesem Abend noch Nachwuchs bei der Feuerwehr ein: Er heißt Simon. Der stolze Papa, der eigentlich für die Übung als Atemschutzgeräteträger bei der Feuerwehr Ränkam eingeplant war, schickte stattdessen per Whats-App ein Bild vom Familienzuwachs an seine Kameraden, die herzlich gratulierten. (fer)

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