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Kriminalität

Tankstelle überfallen: Täter flüchtig

In Furth im Wald bedroht ein Mann einen Tankstelleninhaber mit einer Waffe. Die Polizei bittet um Hinweise.
Von Evi Paleczek

Die Avia-Tankstelle an der Eschlkamer Straße war am Donnerstagabend gegen 21.05 Uhr Ziel eines Raubüberfalls.Fotos: Paleczek

Furth im Wald.Er hat nur zwei Worte gesagt: „Geld raus!“ Dann er eine Pistole gezogen, auf den Bar-Knopf an der Kasse gedrückt, das Geld genommen und ist wieder verschwunden. Günter Silberhorn, Besitzer der Avia-Tankstelle an der Eschlkamer Straße, ist die Erschütterung noch anzumerken, als er am Freitagnachmittag wieder hinter seinem Tresen steht und die Tankenden abkassiert, die zu ihm an die Kasse kommen.

Am Donnerstag gegen 21.05 Uhr hatte laut Pressebericht des Polizeipräsidiums Oberpfalz ein mit einer schwarzen Sturmhaube maskierter Mann die Tankstelle überfallen. Er habe unter Vorhalt einer Faustfeuerwaffe vom 68-jährigen Inhaber die Herausgabe des Bargeldes gefordert. Mit einer Beute im unteren vierstelligen Bereich sei der Unbekannte dann zu Fuß vom Tatort geflüchtet. Er wird als etwa 1,7 Meter groß und schmächtig beschrieben und habe dunkle Kleidung getragen.

Die Kripo ermittelt

Hinter diesem Tresen saß Günter Silberhorn, als plötzlich ein vermummter Mann vor ihm stand.Fotos: Paleczek

Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen sind laut Polizeibericht bislang negativ verlaufen. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg habe vor Ort die Ermittlungen übernommen. Er war allein in der Tankstelle, erzählt Günter Silberhorn im Gespräch mit unserer Zeitung. Er saß hinter dem Tresen, habe gar nicht aufgepasst und den Mann erst bemerkt, als er vor ihm stand. „Ich hab im ersten Moment gedacht, für den ist noch Fasching“, erinnert sich der 68-Jährige, weil der Mann schwarz vermummt war. Dann habe er ihm nur die zwei Worte „Geld raus!“ entgegengeschleudert, eine Pistole gezogen und ihm die vor die Brust gehalten. Gezielt habe der Mann dann den Bar-Knopf an der Kasse gedrückt und alle 50- sowie die meisten 20-Euro-Scheine genommen und war wieder verschwunden.

Dann habe der Hund angeschlagen, und er hat die Polizei angerufen, berichtet Silberhorn. Die Further Beamten seien etwa zu fünft und mit drei Autos gekommen, eine Stunde später sei dann auch die Kriminalpolizei mit drei/ vier Leuten vor Ort gewesen. Bis Mitternacht hätten sie ihn befragt, fotografiert und sich umgesehen. Die Kamera, die in der Tankstelle eigentlich installiert ist, funktioniert seit etwa einem halben Jahr nicht mehr, erzählt Silberhorn. Das wird sich jetzt ändern. Er hat die Reparatur bereits in Auftrag gegeben.

Und seine Tochter Theresa, die zusammen mit ihm in der Tankstelle arbeitet, hat sich nun auch bereist um eine Versicherung gekümmert. 3600 Euro sind ihm gestohlen worden, berichtet der 68-Jährige. Weil er bislang keine Versicherung hatte, wird er davon nichts mehr zu Gesicht bekommen.

Unwichtig, sagt seine andere Tochter, Anna Silberhorn, die ab und zu aushilft in der Tankstelle. Hauptsache dem Papa ist nichts passiert. Sie ist etwa 20 Minuten vor dem Überfall nach oben in die Wohnung gegangen und hat nichts mitbekommen von dem Vorfall. Ihre Schwester sei dann zu ihr ins Zimmer gestürmt und habe es ihr erzählt. Als sie nach unten in die Tankstelle kam, seien bereits Polizisten da gewesen. „Ich war gscheit geschockt“, erzählt Anna Silberhorn. „Und hab nur geschaut, wo der Papa ist.“ Auch am Tag danach ist „alles noch durcheinander“, sagt sie. Es seien einige Leute da gewesen, die sich danach erkundigt hätten, wie es ihrem Vater geht und wissen wollten, was wann und wie passiert ist, und wie viel Polizei da war.

„Das wird wieder.“

Er war sehr geschockt am Donnerstagabend, sagt Günter Silberhorn. Als die Polizei weg war, hat er eine Schlaftablette genommen, am Tag danach sagt er: „Jetzt ist es wieder besser. Das wird wieder.“ Er hatte Ablenkung und kann sich auch nicht vorstellen, dass er künftig Angst haben wird, wenn er abends allein an der Tankstellenkasse sitzt. Er ist einfach froh, dass ihm nichts passiert ist, sagt der 68-Jährige. Außerdem war er schon einmal in einer ähnlichen Situation: Er war während des Balkankriegs in Albanien, und an der Grenze habe ihm damals ein Soldat die Maschinenpistole direkt an die Brust gehalten. Diese Erinnerung kommt da natürlich wieder hoch, sagt Silberhorn.

Viele Leute hätten nachgefragt, wie es ihm geht, erzählt er. Sogar ein Freund aus München habe sich gemeldet, weil er von dem Überfall gehört hat. Der 68-Jährige meint, dass der Täter über einiges im Bilde war in Bezgu auf den Betrieb an der Avia-Tankstelle. Immer um 22 Uhr macht er seine Abrechnung und bringt das Geld in den Nachttresor, erzählt der 68-Jährige. Das müsse der Mann wohl gewusst haben. Außerdem habe er sofort ganz gezielt den Bar-Knopf an der Kasse gedrückt, um sich das Geld zu holen.

Die Kriminalpolizei bittet um sachdienliche Hinweise zur Aufklärung der Straftat unter (09 41) 506 2888.

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