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Architektur

Sonderpreis für Gleißenberger Atelier

Bundesbauministerium und Ziegel Zentrum Süd zeichneten am Freitag das „wohldurchdachte Gebäude“ von Peter Lang aus.
Von Wolfgang Baumgartner

Preisverleihung in München: Thomas Thater, Vorstandsvorsitzender Ziegel Zentrum Süd E.V., Monika Thomas, Ministerialdirektorin und Leiterin der Abteilung Bauwesen, Bauwirtschaft und Bundesbauten im Bundesministerium, Ludwig Zitzelsberger, Bauleitung Nagler Architekten, Prof. Florian Nagler, der Künstler Peter Lang und Prof. Dr. Thomas Jocher, der Vorsitzende der Jury (v.l.) Foto: Gabriele Lang-Kröll

Gleißenberg.Gratulation an den Münchner Architekten Florian Nagler und den Gleißenberger Künstler Peter Lang. Das neue Atelier, bestehend aus drei Giebelhallen im Zentrum von „Bayerisch Meran“, wurde am Freitag bei der Verleihung des Deutschen Ziegelpreises in München ausgezeichnet. Überreicht wurde der Sonderpreis von Monika Thomas, Ministerialdirektorin des Bundesumweltministeriums und Leiterin der Abteilung Bauwesen, Bauwirtschaft und Bundesbauten, sowie Thomas Thater, Vorstandsvorsitzender des Ziegel Zentrum Süd e.V.

Das in drei Gebäude gegliederte Atelier von Peter Lang in Gleißenberg wurde am Freitag mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Foto: Nagler-Architekten

Nach den Worten von Monika Thomas demonstriert das ebenso repräsentative wie simple, sehr zurückhaltend gestaltete Atelier- und Werkstattgebäude auf einfache Weise, wie eine große Baumasse sehr verträglich und geschickt in einen dörflichen Kontext eingefügt werden kann. Zudem sei diese in drei Nutzungsbereiche gegliederte, großteils von oben belichtete Halle auch ein besonders gelungenes Beispiel für sparsame Detaillierung in allen Bereichen - mit einem besonderen Blick auf anspruchsvolle Architektur, die ohne jeden Zierrat oder dekorative Extras auskomme. .

„Mehr Infos gab es nicht“

„Wohl durchdacht, mit hervorragendem Raumklima ausgestattet, garantiert dieses Gebäude ungestörten Kunstgenuss und eine hervorragende Arbeitsumgebung“, konstatierte die Ministerialdirektorin beim Bundesumweltministerium bei der Preisverleihung. Diese fand im Baureferat des technischen Rathauses in München statt. Der Deutsche Ziegelpreis wurde heuer zum dritten Mal vom Ziegel Zentrum Süd in Kooperation mit dem Bundesministerium ausgeschrieben. „Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung und möchte mich bei dieser Gelegenheit bei dem Architekten und meinem Schulfreund Florian Nagler bedanken“, betonte Peter Lang im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bis Freitag wussten beide nicht, mit welchem Preis das neue Atelier in Gleißenberg ausgezeichnet wird. „Vor Weihnachten erhielten wir die Einladung zur Preisverleihung, mehr Infos gab es nicht“, erzählt Florian Nagler, der seit 2010 eine Professur für Entwurfsmethodik und Gebäudelehre an der TU München hat.t.

Der Deutsche Ziegelpreis

  • Initiator

    Zum dritten Mal in Folge schrieb das Ziegel Zentrum Süd e.V in Kooperation mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit heuer den bundesweiten Deutschen Ziegelpreis aus.

  • Jury

    Die sechsköpfige Jury setzte sich zusammen aus: Professor Dr. Thomas Jocher von der Uni Stuttgart, Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, den Hauptpreisträgern des Deutschen Ziegelpreises 2015, den Architekten Felix Bembé und Klaus Zeller, Ing. Architekt Lothar Fehn vom Bundesministerium, Dipl.-Ing. Architektin Waltraud Vogler vom Ziegel Zentrum Süd.

  • Auswahl

    94 Einreichungen energetisch vorbildlicher Ziegelprojekte aus ganz Deutschland standen für den in diesem Jahr ausgelobten Deutschen Ziegelpreis 2017 zur Auswahl.

  • Die Preise

    Vergeben werden zwei Hauptpreise und weitere für Anerkennungen und Sonderpreise. Insgesamt stehen 20 000 Euro zur Verfügung. (wb)

Zudem ist der Architekt auch Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Bauherr Lang und Architekt Nagler haben gemeinsam in Bad Tölz die Schulbank gedrückt und sind seitdem eng befreundet. So kam es, dass der Planer nicht nur 2002 das Wohnhaus der Langs in Gleißenberg gebaut, hat – mit einer Fassade aus Polykarbonplatten – sondern jetzt auch das neue Atelier auf seinem Reißbrett entstand.

Es ging Schlag auf Schlag

„Und es ist genauso geworden, wie ich mir das vorgestellt habe“, kommt Peter Lang ins Schwärmen. Seine Maxime lautet: „Leben und arbeiten im Dorf!“ Ein wesentlicher Faktor der Planung seien auch die Erkenntnisse aus der Dorferneuerung gewesen. Das Objekt sollte sich nicht nur in die Umgebung einfügen, sondern zugleich als Lückenschluss fungieren.

Die dafür nötigen zwei Grundstücke wurden gekauft und Florian Nagler machte sich ans Werk. Im Herbst 2013 war Baubeginn. Problematische Untergrundverhältnisse sorgten nicht nur für eine deutliche Kostensteigerung, sondern auch für eine zeitliche Verzögerung. Nachdem die Bodenplatte im Januar 2014 betoniert war, ging es Schlag auf Schlag.

„Leben und arbeiten im Dorf!“

Die Maxime von Peter Lang

„Die Handwerker, alle aus der Region, leisteten hervorragende Arbeit“, erzählt Peter Lang, der sich in dem neuen Atelier sehr wohlfühlt. Die Ziegelbauweise schaffe eine herausragende Atmosphäre und die flexible Raumgestaltung braucht er für seine Kreativität. Und ganz besonders freut er sich, dass in dem Gebäude nun zwei Künstler gemeinsam arbeiten können: er und seine Tochter Louise.

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