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Mittwoch, 7. Dezember 2016 3

Einweihung

Bad Kötzting hat ein neues Wahrzeichen

Ein Meilenstein wird Realität: Am Samstag übergibt Melanie Huml das Sinocur und die Kurpark-Anbindung ihren Bestimmungen.
Von Stefan Weber

Das Präventions-Zentrum Sinocur mit der seit langem gewünschten Anbindung der Stadt an den Kurpark. Foto: Fred Wutz

Bad Kötzting.Es ist das größte, teuerste und für die Zukunft der Stadt als Zentrum der Gesundheits-Vorsorge im Landkreis wichtigste Projekt seit den ersten Bestrebungen vor Jahrzehnten, zum Kurort zu werden. In nur wenigen Monaten wurde mit dem Bau des Präventions-Zentrums Sinocur durch die Unternehmer-Familie Staudinger (Kostenpunkt knapp drei Millionen Euro) sowie dem anschließenden Aufgangsgebäude, dem Übergang in den Kurpark und dem Auen-Wall durch die Stadt (Kosten rund fünf Millionen Euro bei 70 Prozent Förderung) ein weit und breit einzigartiges Ensemble geschaffen.

Was den Hamburgern die Elb-Philharmonie (obwohl die ungleich teurer wird), sind der Stadt diese Bauwerke. Bad Kötzting hat ein neues Wahrzeichen, das für die Ausrichtung in der Zukunft errichtet wurde. Mit dem Ende der Planungen und Arbeiten, die bereits unter seinem Vorgänger Wolfgang Ludwig begonnen wurden, werde nun „ein weiteres Stück Stadtgeschichte geschrieben“, sagt Bürgermeister Markus Hofmann, „ein Meilenstein wird Realität“. Darüber hinaus lobt das Stadtoberhaupt zum Ende der Bauarbeiten die „Punktlandung“, mit der sowohl zeitlich als auch finanziell dieses Großprojekt am kommenden Samstag seinen Abschluss finden wird.

Lebensstil hat ein Zuhause

An diesem Tag wird eigens zur Einweihung Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml in die Stadt reisen, um gegen 14.30 Uhr alle Bauwerke offiziell ihren Bestimmungen zu übergeben. Dabei wird für die Ministerin natürlich nicht zuletzt der Aspekt der Gesundheit im Vordergrund stehen. Bürgermeister Hofmann ist dabei äußerst zuversichtlich, dass der Vertreterin der Bayerischen Staatsregierung gefallen wird, was die zu sehen bekommt, und wofür der Freistaat und die Europäische Union Millionen an Fördermittel bereitgestellt haben. „Das in den vergangenen Jahren entwickelte Lebensstilprogramm kann den Bürgern und Gästen künftig in den neuen Räumlichkeiten nicht nur in der Theorie näher gebracht werden“, sagt er.

Sein besonderer Dank gilt kurz vor der Eröffnung aber der Unternehmer-Familie Staudinger, „die sich durch den Bau des Sinocur wieder einmal für die Weiterentwicklung ihrer Heimatstadt starkgemacht hat“.

Ein langer Weg bis hierhin

Der Weg bis dahin war lang. Nachdem ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Städtebauliches Gutachten angemahnt hatte, dass die Anbindung der Innenstadt an die größte Parkanlage der Oberpfalz viel zu schlecht sei, wurde zum Architekten-Wettbewerb aufgerufen. Mit dem Konzept der Münchner Firma Lohrer/Hochrein – die sowohl den Steg als auch das Gebäude als Verbindung vorsah sowie den Wall – war der Weg vorgezeichnet. Doch es bedurfte viele Monate weiterer Planung und viel Überzeugungsarbeit in den Ministerien, bis das Mammut-Projekt auch finanziell machbar wurde.

Sehen Sie hier eine Bildergalerie von den verschiedenen Bauabschnitten:

Kurpark Bad Kötzting: Der Bau im Zeitraffer

Zuguterletzt kam die Stadt Anfang 2015 auch noch in Zeitnot. Die Familie Staudinger hatte mit ihrem Bauprojekt zwar schon begonnen, doch die städtischen Maßnahmen gingen schleppend voran. Zum Schluss wurde ein eigener Sonder-Ausschuss im Stadtrat gegründet, um Entscheidungen schneller treffen zu können. Stichtag war der 31. Oktober, und nur dank straffer Planung und zuverlässigen Firmen konnte das Projekt noch rechtzeitig vollendet werden. Grund zur Freude im Rathaus: „Die Stadt hat im Herzen der Gesundheitsregion plus die Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung gestellt“, freut sich der Bürgermeister schon auf Samstag. Dann kann er Melanie Huml zeigen, was hier entstanden ist: „Eine neue Möglichkeit für jeden, für die Gesundheit aktiv zu werden.“

Einladung: Am Sonntag wird allen Interessierten von 13 bis 17 Uhr die Möglichkeit geboten, beim Tag der offenen Tür alle Bauwerke zu begutachten.

Sehen Sie hier eine Bildergalerie von der Einhebung des Stegs, der das Bahnhofsgelände mit dem Kurpark verbindet:

Brückenbauer überwinden in Bad Kötzting die Bahn

Sinocur: Gebäude mit mehreren Verwendungen

Ein Blick in die neue Kurverwaltung Foto: Fred Wutz

Fläche: Drei Stockwerke zu je 600 Quadratmeter bilden das Sinocur, das die Unternehmer-Familie Staudinger errichtet hat. An dessen Kopfende steht das Aufgangsgebäude der Stadt, das einen barrierefreien Zugang sichert. Erdgeschoss: Hier sind nicht nur Toiletten, sondern auch Arztzimmer, vier Lehrküchen, ein Kneipp-Schulungsraum, ein Wartebereich und die neue Kurverwaltung untergebracht. Erster Stock: Bereich für die traditionelle Chinesische Medizin. Zweiter Stock: Seminarraum für 111 Zuhörer, Unterrichtsräume, ein Turnraum sowie ein großes Foyer

Der Wall: Ein Blickfang

Der Wall ist ein Blickfang. Foto: S. Weber

Kennzahlen: 2000 Tonnen Beton wurden für den Bau des Walles benötigt, der ursprünglich unter dem Projektnamen „Chinesische Mauer“ geplant wurde. Der Großteil ist aus 12 000 Tonnen Erdreich errichtet worden. Optik: Die Betonteile wurden mit Holzschindeln aus Rot-Zedernholz verkleidet. Das Erdreich rund um den Wall wird komplett begrünt, die Bepflanzung erfolgt als Blumenwiese mit einer dünnen Humusschicht und möglichst langem „Blühaspekt“ und muss nur zweimal im Jahr gemäht werden. Barrierefrei: Das Gefälle wurde rollstuhlgerecht geplant.

Orte für Erholung und Veranstaltungen

Details wie der Brunnenhof ergänzen Foto: S. Weber

Übergang: Am Beginn des Walles steht der Anschluss über den Steg vom Sinocur aus über die Bahngleise. Brunnenhof: Wenige Meter danach haben Spaziergänger die Option, entweder dem Weg weiter zu folgen oder in den Brunnenhof abzusteigen. Hier befinden sich unterschiedliche Bodenbeläge für Kneipp-Anwendungen und ein Brunnen aus Granit. Amphitheater: Ein Stück weiter liegen die an die Außenwand integrierten Sitzflächen vor einer Bühne, die für Veranstaltungen genutzt werden kann. Ende: Der Wall endet kurz hinter dem Kiosk im Kurpark.

Die Bahn trennt Park und Stadt nicht mehr

Eines der Herzstücke, der Übergang Foto: S. Weber

Verbindung: Eigentlich das Herzstück der rund acht Millionen Euro (Stadt und Staudinger gesamt) teuren Investition ist der Steg, der in 6,20 Meter Höhe über die Bahngleise führt. Verlauf: Er beginnt auf dem Parkplatz der Sparkasse in der Bahnhofstraße und führt – ebenfalls barrierefrei – über den Parkplatz des Edeka-Supermarktes durchs das Sinocur und über die Bahngleise auf die Aussichts-Plattform auf dem Wall im Kurpark. Vorgabe: Die Anbindung der Stadt an den Kurpark an dieser Stelle war eine der zentralen Forderungen im Stadt-Entwicklungskonzept von 2010.

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