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Samstag, 16. Dezember 2017 11

Trailrunning

Bis boid im Woid, denn steil ist geil!

Am Sonntag wollen 333 Läufer „Kine vom Kaitersberg“ werden. Schon vor drei Wochen wurde das Starterlimit erreicht.

Jeder, der es bis zum Gipfelkreuz schafft, ist irgendwie ein „Kine vom Kaitersberg“. Foto: Hochholzer

Bad Kötzting.Das hätten sich die Organisatoren nicht zu hoffen gewagt. Trotz Erhöhung des Teilnehmerlimits auf 333 ist der Lauf seit fast drei Wochen ausgebucht. Am Sonntag um 11 Uhr fällt am Jahnplatz in Bad Kötzting der Startschuss zum 4. Internationalen Kaitersberglauf.

Alois Brandl, Max und Wolfgang Hochholzer hatten an Sylvester 2012 die Idee, einen Berglauf auf den Bad Kötztinger Hausberg zu organisieren. Der Name war schnell gefunden – „Da Kine vom Kaitersberg“. Da Max Hochholzer schon seit den 80er Jahren zusammen mit Uli Gogolin den Kaitersberg für Trainingsläufe genutzt hatte, wurde zusammen mit der Ehefrau des früh verstorbenen Sportkameraden zu dessen Erinnerung die „Uli-Gogolin-Trophäe“ geschaffen.

So entstand der Hype um den Kine

Der Bayerische Wald war bis dahin nicht gerade ein Eldorado für Bergläufe, standen die Bayerwald-Berge doch immer im Schatten der Alpengipfel. Die drei Bad Kötztinger ließen sich nicht entmutigen und schafften es, einen regelrechten Hype in der Region um den „Kine“ zu entfachen. Die Erstveranstaltung 2013 stand unter dem Motto „Atem(be)raubend“ und sah 207 Teilnehmer auf dem Gipfel. Ein Jahr später lautete das Motto „Wir treiben es wieder auf die Spitze“. 266 Sportler wollten König des Kaitersberg werden. 2015 liefen 300 Bergläufer unter dem Motto „Keine Gnade für die Wade!“

Sehen Sie hier Impressionen vom Kaitersberglauf 2015:

Die Kine-Strecke folgte überwiegend dem Bad Kötztinger Goldsteig Zubringer und ab Reitenberg dann dem Goldsteig. Der Kurs führt zunächst 1,4 Kilometer flach vom Jahnplatz Richtung Sperlhammer und dann stetig auf den 600 Meter höher gelegenen Kreuzfelsen auf 999 Meter. Bis auf den Startbereich ist die Strecke frei von Asphalt und auch Forststraßen sind Fehlanzeige.

Je weiter man nach oben kommt, umso anspruchsvoller wird die Strecke. Im letzten Drittel führt der sehr technische Trail durch ein richtiges Felsenlabyrinth. Sogar eine Seilversicherung ist angebracht, um den schwierigsten Step zu bewältigen. Ein richtiger Trailrun-Berglauf also, was sich in der relativ hohen Siegerzeit für diese Länge und Höhe widerspiegelt.

Die besten Zuschauer-Plätze

  • Jahnplatz

    Für Zuschauer bietet sich neben dem Start um 11 Uhr am Jahnplatz durch den Startschuss der Böllerschützen des König Ludwig Verein vor allem der Streckenabschnitt von Reitenberg zum Kreuzfelsen an.

  • Reitenberg

    Am Reitenberg befindet die zweite Getränkestation. Besonders spektakulär sind Himmelsleiter auf halber Strecke, das Felslabyrinth im Bereich der Räuber-Heigl-Höhle und vor allem das Felsentor, die Seilversicherung am Gipfelaufschwung und der Zieleinlauf unterhalb des Gipfelkreuzes. Dort wird der erste Läufer etwa um 11.35 Uhr erwartet. Am Reitenberg sind extra Parkplätze für Zuschauer ausgewiesen. Es wird gebeten, Fahrgemeinschaften zu bilden und zurücklaufende Sportler bei Wunsch mit ins Tal zu nehmen.

  • Jahnhalle

    Ab 13 Uhr ist dann Bewirtung auf dem Jahnplatz und ab 15 Uhr die feierliche Siegerehrung in der Jahnhalle.

Rekord vom ersten Lauf steht noch

Der Rekord durch den Premierensieger Korbinian Schönberger für die sieben Kilometer und 600 Höhenmeter beträgt beeindruckende 35:07 Minuten. Die vierte Ausgabe steht unter dem Motto „Bis boid im Woid, denn steil ist geil!“. Das Starterkontingent wurde auf 333 erhöht. Und trotzdem war der Lauf schon wieder drei Wochen vor dem Startschuss voll.

Lesen Sie hier: Nach seiner Teilnahme am Transalpine Run startet Markus Mingo nicht beim Kaitersberglauf.

„Wahrscheinlich hätten wir fast 400 Anmeldungen geschafft, denn erfahrungsgemäß melden sich erst in den letzten beiden Wochen viele Teilnehmer an. Doch aus organisatorischen Gründen sind wir bei 333 Läufern am Limit, der Gipfel ist einfach zu klein, um mehr Teilnehmer aufzunehmen“, sagt Alois Brandl vom TV Bad Kötzting. Die Läufer kommen zu etwa zwei Drittel aus Bayern, der Rest aus ganz Deutschland, Österreich, Tschechien, auch Läufer aus Frankreich, Polen, England, Russland und Äthiopien stehen am Start. „Obwohl wir den Charakter eines Volksberglaufes betonen, haben neben der zweifachen Siegerin Tina Fischl und Cross-Triathlon-Weltmeister Thomas Kerner viele Spitzenläufer gemeldet“, so Max Hochholzer.

Cross-Triathlon-Weltmeister kommt

Ob Vorjahressieger Shfarah Woldemou seinen Erfolg wiederholen kann ist nicht sicher. Der in Bad Kötzting lebende Asylbewerber aus Äthiopien war längere Zeit krank und hat großen Trainingsrückstand. Spannend wird, ob die Bestmarke von Schönberger geknackt werden kann. Für die meisten Läufer ist das wichtigste Ziel, den Kreuzfelsen innerhalb des Limits von 1:30 Stunden zu erreichen.

Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham.

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