mz_logo

Gemeinden
Dienstag, 21. November 2017 7

Ludwigsberg

Kötztinger Festspieler erfanden sich neu

Regisseur Johannes Reitmeier zog eine positive Bilanz: Der „Sommernachtstraum“ war das richtige Stück zur richtigen Zeit.
Von Rainer N. Heinrich

Die Fliegenpilze Grantl und Huber aus dem Sommernachtstraum (Christine Dirscherl und Agathe Kerscher) plauderten Pannen aus dem Spieljahr aus. Foto: Heinrich

Bad Kötzting.„Nicht jedes Sommermärchen muss schlecht ausgehen. Unseres hat alle Chancen, gut auszugehen, weil wir alle – wie, wo und wann auch immer – gemeinsam gehandelt haben. Deshalb können wir auch ohne falsche Bescheidenheit sagen: Wir haben einen großen Wurf gemacht!“, zog Johannes Reitmeier am Freitagabend bei der „Schwammerbräj“ der Festspielgemeinschaft Bad Kötzting im Arndorfer Liebl-Stadl einen äußerst positiven Schlussstrich unter die zurückliegende Theatersaison. Ein Sommernachtstraum könne nur stattfinden, wenn der Funken von jungen, verrückten Verliebten auf ältere, noch verrückter Verliebte überspringe. „Das ganze Kaleidoskop haben wir abgedeckt. Dieser Erfolg wird uns noch eine Zeit lang begleiten, aber wir werden zu gegebener Zeit wieder zeigen, dass wir auch Dramatisches können“, sagte Reitmeier. Auch werde nicht jedes Stück die Zuschauerränge wie in diesem Jahr füllen.

Richtiges Stück zur richtigen Zeit

Zum richtigen Zeitpunkt sei mit dem „Sommernachtstraum“ das richtige Stück gespielt worden. Die Festspielgemeinschaft habe sich neu erfunden - künstlerisch und auch im Sinne des Wortes „Gemeinschaft“. „Haltet an dem fest!“ legte er den Festspielern ans Herz. Reitmeier überbrachte auch die Grüße von Barbara Kerscher, die als persönliche Referentin des Intendanten bei der Premiere des Stückes „Der Floh im Ohr“ in Münster vor Ort präsent sein müsse und auch Antje Adamson, die eine schönen Abend mit der „Pilzsuppe“ wünsche, lasse herzlich grüßen.

Die erste Glaskugel, mit der das Sommernachtstraum-Bühnenbild dekoriert wurde, bekam der Regisseur. Foto: Heinrich

Zuvor hatte sich die Vorsitzende Beate Bauer sich über die große Teilnehmerzahl gefreut und erklärt, weshalb heuer mit der Tradition „Schwammerbräj“ gebrochen werden musste. Aber „a Schweiners und a Knedl“ für deren Zubereitung sie den Familien Plötz und Brandl dankte, seien bestimmt ein gleichwertiger Ersatz. Bevor das Essen serviert wurde, gingen Agathe und Wolfgang Kerscher gesanglich der Frage nach „Wo san bloß die Schwammerl hi?“. Da auch sie keine Antwort fanden, trösteten sie sich mit „Heut gibt’s was feiners, von der Els’n gibt’s a Schweiners“. Dieses schmeckte dann auch bestens, wie das gemeinsam große Lob an die Küche deutlich machte.

Agathe und Wolfgang Kerscher sangen: „Wo san nur die Schwammerl hi?“ Foto: Heinrich

Nach einem kurzen Sketch, in dem die Fliegenpilze Grantl und Huber (Christine Dirscherl und Agathe Kerscher), Interna aus dem „Sommernachtstraum“, getextet von Josef Kolbeck, ausgeplaudert hatten, ging Beate Bauer sehr gründlich auf das Projekt „Überdachung der Bühne“ ein. Zur Zeit arbeiteten zwei Statiker und ein Architekt an dem Konzept und ermittelten die Kosten. In einem nächsten Schritt werde ein Finanzierungsplan erarbeitet, wozu man auf die Zuteilung öffentlicher Fördermittel hoffe und auf die Suche nach privaten Sponsoren gehen werde. Anschließend werde die Mitgliederversammlung beschließen, ob der Verein das Projekt schultern solle oder nicht. Erst nach einem positiven Beschluss könnten die Zuschussanträge gestellt werden, wobei das Kultusministerium, ohne die genauen Kosten zu kennen, bereits einen Zuschuss von 30 Prozent zugesagt habe.

Ein Plädoyer für die Überdachung

Intern wurde bereits der neue Sommernachtstraum-Flyer für die Produktion 2016 begutachtet. Foto: Heinrich

Johannes Reitmeier brach eine Lanze für die Überdachung: Eine möglichst flexibles Dach werde die Rahmenbedingungen verbessern, denn die Konstruktion schütze nicht nur gegen Regen, sondern auch Störgeräusche, die von den Straßen auf den Ludwigsberg drängten, würden verringert. Auch könne man bei Gefahr im Verzug den Zuschauern signalisieren: „Bleibt sitzen. Auch wenn wir vielleicht unterbrechen müssten, bleiben Sie im Trockenen.“ Und auch die Belastung, ganze Busse wieder heimschicken zu müssen, gehöre dann der Vergangenheit an.

Der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Pilz sprach in seinem Grußwort, in dem er sich voll des Lobes über den „Sommernachtstraum“ und auch die Festspielgemeinschaft an sich als hervorragenden Werbeträger für die Stadt äußerte, das Dach an. Die Stadt werde die Festspieler bei der Projektierung soweit möglich unterstützen und begleiten“ so Pilz, wobei er auf Grund der angespannten Haushaltslage keine finanzielle Zusage abgeben könne.

Für 100 Aufführungen erhielten Renate Kühlmeyer und Franziska Weingut eine „Jedermann-Münze“. Mit einer Glasstele wurde für 200 Aufführungen Christa Holzapfel und Uli Treitinger gedankt. Foto: Heinrich

Ehrungen gab es natürlich auch. Für 100 Aufführungen erhielten Renate Kühlmeyer und Franziska Weingut eine „Jedermann-Münze“. Mit einer Glasstele wurde für 200 Aufführungen Christa Holzapfel und Uli Treitinger gedankt. Zum Ausklang des Abends gab es Geschenke und Erinnerungsgaben. Alle Mitwirkenden und Helfer auf, vor und hinter der Bühne erhielten einen „Latte-Macchiato-Becher“, der sofern möglich, jeweils das Konterfei des Empfängers trug. Die Fotos hierzu hatte Christa Rabl-Dachs zur Verfügung gestellt.

Ehrungen

  • 100 Aufführungen

    „Jedermann-Münze“ für Renate Kühlmeyer und Franziska Weingut

  • 200 Aufführungen

    Glasstele für Christa Holzapfel und Uli Treitinger (kni)

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht