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Sonntag, 20. August 2017 20° 2

Vortrag

750 Kilometer zu Fuß und alleine

Der Pilger Rudi Simeth gewährte in Kolmstein Einblicke in seine faszinierenden Erfahrungen. Er entdeckte Wunder am Wegesrand.

Pilgerrast in Obertrum am See bei Salzburg beim Via Nova Brunnen: Rudi Simeth schreibt an seinem 60. Geburtstag in sein Pilgertagebuch.

Neukirchen b. Hl. Blut.„Der Weg ist das Ziel“, das wusste bereits Konfuzius – Für Rudi Simeth war der Weg das Ziel einer großen Pilgerwanderung, die er vom 8. September bis einschließlich 8. Oktober 2014 absolvierte, spontane Entscheidungen treffen musste und wahre Wunder am Wegesrand erkannte. Viele Zuhörer interessierten sich am Sonntagabend im Kolmsteiner Hof für den Vortrag „Pilgerwege des Lebens – Vom Bayerischen Wald an den Wolfgangsee und über das Mühlviertel und die Šumava wieder heim“.

Dieser Ort und die Zeit sind sehr symbolisch gewählt, denn es ist exakt ein halbes Jahr nach seinem eindrucksvollen Pilgerweg, als er in dieser Gaststätte erstmals, aber auch das letzte Mal auf seiner Tour übernachtete.

44 Jahre aktiver Eisenbahner

Die Wortwahl „Pilgerweg des Lebens“ gab es auch deshalb, weil er diesen Weg – über 750 Kilometer zu Fuß und alleine – an einem wichtigen Lebensübergang unternommen habe. Nach 44 Jahren als aktiver Eisenbahner wanderte er einen Tag nach seiner letzten Schicht los.

Der Referent freute sich über die Anwesenheit von Hildegard Weiler, 1. Vorsitzende des Vereins Pilgerweg St. Wolfgang, die ihn mit Dorothea Stuffer und Mariele Triendl bei den Vorplanungen, unterwegs und auch in ihrem „Wolfgangiblog“ im Internet hervorragend unterstützt und begleitet haben. Paul Zetzlmann kam zum Vortrag eigens aus Waidhaus angereist. Er ist aktiver Pilgerweg-Begleiter auf dem Oberpfälzer Jakobsweg und den anschließenden tschechischen Etappen bis Pilsen. Zusammen mit ihm begleitet Rudi Simeth ab 20. März jede Woche eine von insgesamt sieben „Heilsame Grenzwanderungen“ von seinem Geburtsort Atzlern bis Waidhaus.

Türen und Herzen öffneten sich

Willkommensgrüße galten Michael Neuberger, dem Geschäftsführer der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Cham und Josef Altmann aus Eschlkam, die diese spirituellen Grenzwanderungen unterstützen. Eingangs informierte Simeth darüber, was ihn bewegt hat, den Pilgerweg zu gehen. Kartenübersichten verschafften eine Vorstellung der Wegstrecke, bei der ihm die Pilgermuschel und ein Lächeln unterwegs Türen und Herzen öffneten. Eckpunkte des Pilgerweges und wichtigste Stationen hielt er in faszinierenden Bildern fest. Dabei begleiteten ihn die wegweisenden Blechschafe entlang des Wolfgangs-Weges oder echte Schafe, die ihn beäugten. Lebendig gestaltete er auch die Informationen und beantwortete Fragen zur Wege-, Quartier- und Gepäckauswahl. Den Zuhörern hatte er sein tägliches Pilgergebet zu Gott nicht vorenthalten und erinnert sich „Mein Weg zu Dir ist wie ein Gang über eine wacklige Brücke“. Ein Pensum von 20 bis 30 Kilometern pro Tag bewältigte er mit äußerst wenig Gepäck im Rucksack und erfuhr auf seiner Tour durch Bayern, Österreich und Böhmen neben unvorstellbarer Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, worauf es im Leben wirklich ankommt.

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