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Montag, 23. Oktober 2017 5

Kommunalpolitik

Planung für Kerscher-Garten gedeiht

Auch wenn das nicht jedem schmeckt: Stadtrat fällt Satzungsbeschluss für „Allgemeines Wohngebiet“.
Von Rupert Schlecht

  • Im Kerscher-Garten werden Bauten in die Höhe gezogen. Dies soll nicht zu Lasten des parkähnlichen Charakters des Areals geschehen. Foto: R. Schlecht
  • Rodings schmucke Altstadt hat freie Flächen, nicht nur den Kerscher-Garten. Der Stadt geht es darum, mit Wohnbauten nachzuverdichten.Foto: Stadt

Roding. Kerscher-Garten, Baugebiet am Stadtpark, Wiederbebauung an der Reinwaldstraße... Teils heftig und kontrovers diskutiert wird in Roding seit Jahren das Thema der sogenannten Nachverdichtung in der Innenstadt – insbesondere im Sinne von Bebauung, um in der Altstadt den Bedarf an Wohnraum zu decken. Nicht jeder Bürger schreit hurra, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft auf anrainenden brachliegenden Flächen ne«ue Bauten nach oben gezogen werden (sollen). Höhe der Objekte, Parkplatz-Situation, Verschattung, Abstandsflächen, Verkehrschaos... – Bedenken werden stets zuhauf angeführt. Erinnert sei auch an die Debatte um das Areal am Stadtpark (wir berichteten).

Flächennutzungsplan angepasst

Widerstand spiegelt sich zudem in der sich seit geraumer Zeit hinziehende Diskussion um den Kerscher-Garten an der Adolph-Kolping-Straße. Das ist jenes Grundstück in Rodings „grüner Mitte“, welches bebaut werden soll und im Stadtrat am Donnerstagabend einmal mehr auf der Tagesordnung gestanden hat – nötig, weil die Planung in den vergangenen Wochen zum bereits dritten Mal öffentlich ausgelegen war. Auch Anwohner hatten (erneut) ihre Stellungnahmen bzw. Einwände eingebracht, unter anderem wegen der Anzahl der Stockwerke. Aber schließlich, nachdem Bürgermeister Franz Reichold die zahlreichen Einwände erläutert hat, ist der Stadtrat am Donnerstagabend – bei einer Gegenstimme – zu diesem Satzungsbeschluss gekommen, um den Plan auf den Weg bringen zu können: „Weil das Plangebiet im wirksamen Flächennutzungsplan als Mischgebiet (MI) dargestellt ist, wird der Flächennutzungsplan im Wege der Berichtigung an die Festsetzung des Bebauungsplanes Roding – Kerscher-Garten angepasst“. Und weiter: „Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes wird darin als „Allgemeines Wohngebiet“ (WA) dargestellt. Das Stadtbauamt wird beauftragt, den Satzungsbeschluss ortsüblich öffentlich bekanntzumachen und die Berichtigung des Flächennutzungsplanes bekanntzumachen“.

Mal abgesehen vom Kerscher-Garten, wo nach dem Satzungbeschluss bald schon Baumaschinen anrücken könnten: Beim Thema Nachverdichtung steckt die Stadt per se in der Zwickmühle. Einerseits muss sie verhindern, dass die Innenstadt, gerade, weil eine Reihe von Leerständen von Geschäften zu beklagen ist, ausblutet, andererseits muss sie dagegensteuern, indem sie via Investoren Wohnraum anbietet. Darauf hat Reichold bei der Sitzung einmal mehr hingewesen.

Generell gilt: Der (erhöhte) Bedarf, so weiß die Kommune, sei gegeben, insofern eine Art Urbanisierung abzuleiten. Wohnen in der Stadt bedeute nämlich ein Leben mit intakter Infrastruktur (Schulen, Kindergärten, Ärzte, Metzger, Bäcker...), noch dazu auf sehr kurzen Wegen, weshalb Rodings „Städter“ weitestgehend mitunter sogar aufs Auto verzichten könnten.

Reichold selbst wollte in der auch von rund zehn Bürgern besuchten öffentlichen Sitzung noch dies loswerden, quasi Aspekte der Betrachtung, die durchaus zum Nachdenken anregen sollten: Natürlich habe jedermann das Recht, gegen Bauvorhaben Einwände vorzubringen. Dennoch appellierte Reichold gewissermaßen an das Miteinander. Da, wo heute grüne Wiese ist, werde womöglich in einem Jahr schon ein Haus stehen. Und es sei denkbar, dass darin ein Nachbar aus dem Fenster schaue, der einem sympathisch sei bzw. einem im Alter sogar eine wertvolle Stütze sein könne. Auch darüber, so Reichold, gelte es im Kontext von Nachverdichtung in der Innenstand durchaus nachzudenken.

Ja zu „Wetterfeld – Hasenbühl“

Der Bedarf an Bauland ist übrigens auch in den Rodinger Stadtteilen gegeben (wir berichteten). So haben die Mitglieder des Stadtrates in ihrer Sitzung am Donnerstag die Aufmerksamkeit Wetterfeld gewidmet. Für den Ortsteil hat das Stadtbauamt den Bebauungsplan Wetterfeld – Hasenbühl ausgearbeitet. Dieser wird per Beschluss auf den Weg gebracht. Der Beschluss gilt dementsprechend für ein „Allgemeines Wohngebiet“ (WA).

Bauen, auch in der Innenstadt, ist und bleibt ein zentrales Thema für Bürgermeister Reichold und den Stadtrat. Foto: ec

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