mz_logo

Gemeinden
Montag, 23. Oktober 2017 7

Aktionswoche

„Brand in Biogasanlage“ fordert die Einsatzkräfte

Aktive aus elf Feuerwehren bewährten sich bei Großübung in Obertraubenbach.

  • Die Feuerwehr Untertraubenbach rückte bei der Großübung in Obertraubenbach mit einer Damengruppe an. Foto: cls
  • Fertig machen zur Personenrettung: Gebäude von Biogasanlagen sollten nur vom Atemschutz bzw. mit Gaswarngerät betreten werden. Foto: cls
  • Wasser marsch: Insgesamt elf Feuerwehren des KBM-Bereichs 3/2 bekämpften erfolgreich das unterstellte Brandobjekt. Foto: cls

Schorndorf. Auch die elf Feuerwehren des KBM-Bereich 3/2 von Hermann Schwarzfischer rückten im Zuge der Feuerwehraktionswoche zu einer Großübung aus. Als Objekt des angenommenen Brandes diente die Biogasanlage in Obertraubenbach, die ganz spezielle Gefahren mit sich bringt und damit an die Feuerwehren besondere Anforderungen stellt.

„Angenommener Brand in der Biogasanlage Obertraubenbach, Atemschutz erforderlich, eine Person bewusstlos im Keller: Mit dieser Meldung alarmierte KBM Hermann Schwarzfischer am Donnerstag um 18.30 Uhr die elf Feuerwehren aus seinem Zuständigkeitsbereich. Schorndorf, Altenmarkt und Sattelbogen rückten mit ihren Löschgruppenfahrzeugen an, Untertraubenbach, Penting, Obertraubenbach, Thierling, Neuhaus, Obergoßzell, Atzenzell und Höhhof mit ihren Tragkraftspritzenfahrzeugen. Neben dem Gruppenführer ausschließlich Feuerwehrdamen schickte Untertraubenbach in die Großübung.

Über 80 Kilo schwere Puppe befreit

Neben KBI Marco Greil beobachten Schwarzfischers KBM-Kollegen Josef Früchtl (Bereich 3/1), Johann Hochmuth (3/3) und Anton Bierl (3/4) sowie Inspektionsjugendwartin Martina Feuerer und Schorndorfs Gemeindeoberhaupt Max Schmaderer interessiert das Geschehen und Vorgehen der Feuerwehren.

Keine leichte Aufgabe hatten die Atemschutzträger, denn die „vermisste Person“ im Keller erwies sich als eine über 80 Kilogramm schwere Rettungspuppe in einem mit vielen Rohren und weiteren Hindernissen sehr schwer zugänglichen Gebäudebereich. Nach dem Erstangriff mit dem Löschgruppenfahrzeug der Schorndorfer sorgten die weiteren Feuerwehren für eine rasche Nachspeisung mit Löschwasser und bauten zahlreiche B-Leitungen vom Bach, vom Hydranten und von einem gut hundert Meter entfernten Weiher auf.

KBM Schwarzfischer dankte bei der Abschlussbesprechung dem Gemeinderatskollegen Michael Aumer für die Bereitstellung der Biogasanlage als Übungsobjekt. Der KBM ging auf die speziellen Gefahren ein. Dazu zählen der Brandschutz (Biogas wird in der Regel unter Folienhauben gespeichert und bei einer durchgebrannten Folie besteht keine akute Explosionsgefahr, solange das Gas an der Leckage vollständig abbrennt), die Explosionsgefahr (konkrete Gefahr geht nur vom unkontrolliert austretenden Biogas aus, an der Austrittsstelle ist grundsätzlich mit einer explosionsfähigen Atmosphäre zu rechnen), die Gasgefahren (Lebensgefahr durch Schwefelwasserstoff, Erstickungsgefahr durch Kohlendioxid, Gesundheitsgefahr durch Ammoniak) und die Elektrizität (übliche Gefahren durch Strom, bis 30kV Mindestabstände beachten).

„Ich habe durchwegs positive Anmerkungen notiert“, so KBI Marco Greil, der sich als Hauptbeobachter mit dem Übungslauf hochzufrieden zeigte. Bereits elf Minuten nach der Alarmierung sei Wasser am ersten Strahlrohr gewesen. Die bewusstlose Person war 23 Minuten nach der Alarmierung gerettet. Die Atemschutzträger brauchten nur neun Minuten, um die Rettungspuppe in Sicherheit zu bringen.

Schwerstarbeit für Atemschutz

„Der Atemschutz hatte wirklich Schwerstarbeit zu leisten“, so der Kreisbrandinspektor. Und ganz wichtig: „Bei einem Biogasunfall bitte in ein Gebäude nur mit Atemschutz oder mit einem Gaswarngerät“. Im Übrigen werde derzeit an einem eigenen Atemschutzkonzept gearbeitet. Den für die Nachspeisung zuständigen Feuerwehren zollte Greil ebenfalls ein Kompliment, denn die Förderleitungen wurden weg von der Straße an den Rändern verlegt bzw. es wurden Schlauchbrücken gesetzt und gesichert.

Das Motto der Aktionswoche, „Wenn die Katastrophe kommt, sind wir bereit. Komm, hilf mit!“ bezeichnete KBI Greil als zutreffender denn je. So verfüge der Landkreis inzwischen über Hilfsleistungskontingente, die beispielsweise bei den Hochwasserkatastrophen zum Einsatz gekommen sind. Und auch bei den diesjährigen Starkregenereignissen mit Überschwemmungen und Überflutungen beispielsweise auch in Schorndorf sei auf die Feuerwehr wieder mehr als Verlass gewesen. Voraussetzung sei eine stets gezielte Ausbildung der Aktiven. Auch im Oktober bzw. November starten wieder ein Maschinisten- bzw. Atemschutzlehrgang. Der Jugendwissenstest findet am 10. November in Schorndorf statt.

„Wir sind dankbar dafür, dass es euch gibt“, sagte Schorndorfs Gemeindeoberhaupt Max Schmaderer. Die Feuerwehren würden sich bestens ausgebildet immer einsatzbereit und einsatzwillig zeigen und deshalb die Gemeinden auch gerne für eine bestmögliche Ausstattung sorgen. „Brandleider“ Michael Aumer sagte ebenfalls Vergelt’s Gott, so eine Großübung sei auch für ihn als Biogasanlagen-Betreiber sehr wichtig und es gelte aus den gewonnenen Erkenntnissen weitere Rückschlüsse für die Verbesserung der Sicherheit zu ziehen. Entsprechend stellte Aumer abschließend noch gerne Getränke für die rund 100 übenden Feuerwehrfrauen und -männer aus den elf Wehren zur Verfügung.(cls)

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht