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Montag, 23. Oktober 2017 12° 7

Vortrag

Epp: „Gehen Sie achtsam mit sich um!“

Beim Landfrauentag in Schorndorf referierte Johann Epp über die Möglichkeiten, sich selbst zu ändern.

  • Keine Patenrezepte, sondern Orientierungen wollte Religionspädagoge und Klinikseelsorger Josef Epp den Landfrauen mit auf den Weg geben.
  • Humor und Unterhaltung garantierte Gstanzlsänger Thomas Dorner alias „Tom Swing“.
  • Die Bayerische Milchkönigin Eva-Maria Bäuml gibt dem hochwertigen Lebensmittel Milch eine Stimme.

Schorndorf.„Was wären die Männer ohne uns!“ Der Landfrauenchor Waldmünchen brachte es beim Landfrauentag 2016 mit einem Lied auf den Punkt, welche wichtige Stellung das weibliche Geschlecht in den bäuerlichen Betrieben einnimmt. „Es gfreit mi sehr, dass ihr euch Zeit genommen habt“, begrüßte freudestrahlend Kreisbäuerin Johanna Fischer die über 200 Landfrauen.

Beim Totengedenken erinnerte Johanna Fischer an Staatssekretär Markus Sackmann, der beim letzten Landfrauentag gesprochen hatte, bzw. an die verstorbene langjährige Kreisbäuerin Johanna Paulus. Neben dem Landfrauenchor Waldmünchen sorgte zum Ausklang der Gstanzlsänger Thomas Dorner aus Altrandsberg alias „Tom Swing“, musikalisch begleitet von Hans Wildfeuer für Stimmung und Humor. Dank unzähliger Kuchenspenden war für eine reichhaltige Auswahl an Selbstgebackenem gesorgt.

Landrat Franz Löffler würdigte in seinem Grußwort die besondere Rolle der Landfrauen: „Ohne Landfrauen und ohne Bäuerinnen gäbe es den Landkreis Cham nicht in der heutigen Form“. Nicht nur im Rückgang des Milchpreises sieht Löffler die Landwirtschaft vor Herausforderungen, sondern auch beim „Sachkunde-Nachweis“ oder der Regulierungswut.

Haus und Hof zusammenhalten

„Vom internationalen Weltfrauentag am Dienstag zum Landfrauentag am Samstag in Schorndorf“ spann MdL Gerhard Hopp den Bogen. Gerade die Landfrauen würden oft „Haus und Hof zusammenhalten“. Schorndorfs 2. Bürgermeister Martin Bauer übermittelte dem Landfrauentag die Grüße der Kommune. Hauswirtschaftsdirektorin Elisabeth Ruhland vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ging auf die aktuellen Studiengänge ein. Die Oberpfälzer Bezirksbäuerin Stilla Klein aus dem Landkreis Neumarkt fokussierte das BBV-Jahresthema „Vielfalt leben“.

Die Bayerische Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml aus Gögglbach bei Schwandorf sagte, für die Milchprinzessin sei es sehr wichtig, mit dem Verbraucher in Dialog zu kommen: „Um klarzustellen, wie viel Arbeit im hochwertigen Lebensmittel Milch steckt“.

Das Hauptreferat hielt heuer Johann Epp aus dem Allgäu. Er möchte sich bei seinem Vortrag nicht als „Besserwisser“ darstellen, so Epp eingangs, „sondern Sie vielmehr mit Impulsen versehen“. Aussagen wie „ich kann nichts verändern oder anders machen“ könne er nicht gelten lassen. Aus seiner Tätigkeit als Krankenhausseelsorger umschrieb Epp zunächst zwei Grundraster. Da sind zum ersten Patienten, die nach einer Diagnose feststellen müssen, dass es mit dem „höher, schneller und weiter“ vorbei ist und sich im Leben etwas ändern müsse. Der zweite Personenkreis nimmt das Älterwerden zwar an anderen wahr, aber nicht an sich selber. „Es geht nicht so weiter, wie ich bisher gelebt habe“, diese Erkenntnis komme oft viel zu spät. Deshalb laute es ab einem bestimmten Alter nicht mehr „höher, schneller und weiter“, stattdessen müsse man sich vielmehr auf „langsamer, kürzer und niedriger“ einstellen.

Epp wollte dem „höher, schneller und weiter“ nicht die Berechtigung absprechen. Eigentlich müsste man durch die gestiegene Mobilität bzw. zunehmende Kommunikation an Zeit gewonnen haben, tatsächlich aber sei genau das Gegenteil der Fall. Prinzipiell sei Stress gut, nicht aber, wenn vor lauter Stress keine Pausen mehr eintreten. Deshalb unterstreiche er die ärztliche Ansicht, wie wichtig Schlaf, Ernährung und Bewegung seien.

Farbenfächer als Symbol

An mehreren Gegenständen und Sinnbildern wie Farbenfächer, Fernglas oder Maßband machte Josef Epp den Landfrauen deutlich,wie wichtig es ist, auch einmal zur Ruhe zu kommen. So sollte die Vielfalt an sich selbst entdeckt werden bzw. die Vielfalt an Beziehungen, in denen wir leben (Farbenfächer als Symbol wie vielfältig und bunt das Leben ist). Das Fernglas sollte verkörpern, dass wir Dinge ganz genau anschauen.

Abschließend gab der Referent den Landfrauen drei Orientierungen mit auf den Weg. Erstens: Geh achtsam mit dir um, du musst für dich etwas tun!; Zweitens: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist; Drittens: Die Frage nach den wichtigen Dingen und Prioritäten im Leben. „Die Welt wird sich weiterdrehen, aber wir können handeln“, so nochmals der zusammenfassende Appell von Josef Epp, „machen Sie sich immer wieder bewusst, dass das Leben schön ist und dass Sie nicht alleine sind“. (cls)

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