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Donnerstag, 23. November 2017 3

Sozialverband

Streiter für eine menschenwürdige Arbeitswelt

Für Arbeitnehmerrechte und gegen Sonntagsarbeit: KAB Waffenbrunn unter Leitung von Franz Zollner feiert ihren 50. Geburtstag
Von Hans Schmelber

  • Um den Vorsitzenden Franz Zollner (M.) scharten sich Mitglieder und Mitfeiernde beim 50. Geburtstag der KAB Waffenbrunn. Foto: fsh
  • Spendenübergabe: Hans Eichstetter, Franz Zollner, Roland Saurer, Alfons Lankes, Michael Reißer

WAFFENBRUNN.„Macht das Fenster weit auf, lasst frische Luft herein, atmet durch und sammelt Kräfte“, gab Monsignore und Diözesanpräses Thomas Schmid am Ende seiner Predigt der KAB Waffenbrunn mit auf den Weg. Thomas Schmid predigte ohne Vorlage, ohne abzulesen und mit viel Schwung und Charisma und begann seine Predigt mit einem Gleichnis vom Fensteröffnen.

Er sah weit zurück, als die Kirche in sich verschlossen war und um sich selbst kreiste. Weil sie eine Welt in sich selbst war und nicht eine Kirche für die Welt“, stellte der Diözesanpräses fest. Unter Pius dem Zwölften ging man wieder hinaus. Man erkannte, dass man den Menschen braucht, dass man sich einmischen muss und das in allen Bereichen. Johannes der 23. verkündete dann: „Stoßt die Fenster weit auf und lasst frische Luft herein“.

Fenster auf und Luft einatmen

Die KAB hat diesen Gedanken aufgefasst. Ihr seid es, die den Mut hatten, das Fenster aufzumachen und auf dieser Welt noch was zu ändern. Die dort oben haben nicht den Zugang zu ganz unten, zu den Herzen. Wenn das Herz spricht, ist alles andere nicht überzeugend. Seid beispielgebend“, forderte Schmid die KAB auf. „Das ist keine Durchhalteparole. Wir feiern hier kein Märchen sondern den lebendigen Gott. Alles Gute für euch und allen die hier sind“, sagte Monsignore Thomas Schmid zum Ende seiner Predigt, für die ihm später von allen Seiten gedankt und viel Lob zugesprochen wurde. Wunderbar musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor Pemfling unter der Leitung von Margarete Hetzelein. Der Diözesanpräses zelebrierte den Festgottesdienst mit Präses Pfarrer Michael Reißer, Diakon Konrad Müller und Diakon Berthold Schwarzer, seines Zeichens auch Diözesansekretär.

Die Begrüßung im Pfarrzentrum erfolgte durch den Ortsvorsitzenden Franz Zollner, der eine lange Liste von Ehrengästen vorlas und mit einem ausführlichen Rückblick begann. „Vor über 50 Jahren ist unser Ortsverband entstanden“, sagte Zollner.

1966 erfolgte hier in Waffenbrunn die Vorbereitung der Ortsverbandsgründung. Den Anstoß zur Gründung einer KAB- Gruppe in Waffenbrunn gab der damalige Pfarrer Josef Götz der bis zu seinem Tod 2001 ununterbrochen Präses und seit 1978 auch Mitglied war.

Erster Vorsitzender war Wilhelm Wenzlick. 1977 gab es bei der KAB einen Wechsel in der Vorstandschaft. Nachfolger wurde der damalige Lehrer in Waffenbrunn und ehemalige Diözesan- und bis gestern amtierende Kreisvorsitzende Hermann Markl Vorsitzender. Er wurde nach seiner Versetzung 1978 durch Michael Berzl, den man zu Grabe tragen musste, abgelöst. Ab 1983 übernahm Josef Vögerl das Amt. 1987 gab es erneut einen Wechsel in der Vorstandschaft“, erinnerte Franz Zollner und erzählte, wie er damals zum Vorsitzenden gewählt wurde. „Ich wurde dann über eineinhalb Stunden hinweg bearbeitet, bis ich mich zur Kandidatur überreden ließ. Einige Minuten später war ich dann neuer Vorsitzender“.

Es gab immer wieder mal einen Wechsel. 1996 übernahm das Amt Ludwig Schmaderer. Neuer Präses wurde Pfarrer Gregor Zyznowski. Seit Februar 2007 hieß der neue Vorsitzende wieder Franz Zollner. Ab 2009 hieß der neue Präses Pfarrer Michael Reißer. 2010 übernahm das Amt des Vorsitzenden Maria Zollner, Stellvertreterin Anneliese Schmaderer. Nachdem Maria Zollner unerwartet verstarb, wurde Franz Zollner wieder Vorsitzender.

Bürgermeister Roland Saurer lobte den KAB als aktiven Verein der sich sowohl im kirchlichen, als auch im weltlichen Bereich engagiert“.

Franz Zollner ging auf die Aktivitäten ein. Der Ortsverband bietet regelmäßig neben religiösen und geselligen Veranstaltungen auch praxisorientierte Bildungs- und Informationsveranstaltungen an. Die Mitglieder erhalten durch die Rechtsstelle der KAB kostenlose Beratung in Angelegenheiten des Sozial- und Arbeitsrechtes. Natürlich gibt es über die KAB für die Mitglieder auch eine kostenlose Vertretung vor Arbeits- und Sozialgerichten. Zu den Bemühungen der KAB um eine menschenwürdige Arbeitswelt zählen die Aktivitäten der KAB zum Schutz des Sonntags als arbeitsfreien Tag.

„Er hat immer alles im Griff“

Zusammen mit dem Diözesan- und Präses erfolgten Ehrungen für langjährige, verdiente Mitglieder. Danach gab es noch Präsente als Dankeschön an Monsignore Schmid, Pfarrer Reißer, Hermann Markl, an die neue Kreisvorsitzende Martha Christl und Diözesansekretär Berthold Schwarzer.

Das letzte Wort hatte an diesem Tag Pfarrer Michael Reißer als Präses und Hausherr. Er dankte Franz Zollner für seine herausragende Arbeit. „Er hat immer alles im Griff und schaut, dass alles bestens läuft“, konstatierte er und überreichte ein Präsent für die bisher geleistete Arbeit als Vorsitzender und speziell auch für die Durchführung der 50-Jahrfeier. Zollner gab das Lob gleich weiter an Anneliese Schmaderer und deren Frauenteam, die sich in rührender Weise um alles gekümmert hatten. Saal herrichten, Mittagessen verteilen und für den Nachmittag noch ein großes Kuchen- und Tortenbüffet und Kaffee. Und mit diesem ging auch der Festtag zu Ende. (fsh)

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