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Samstag, 16. Dezember 2017 10

Serie

„Die Kraft steckt in einem selber“

Unterschiedliche Probleme, ein Ansatz: Rosmarie Kärtner möchte Menschen in Waldmünchen Zutrauen zurückgeben und motivieren.
Von Petra Schoplocher

Die Tarotkarten nimmt Rosmarie Kärtner bei ihren Beratungen gerne zu Hilfe, doch meist hat ihr Gespür für Menschen da schon viel verraten. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Was für eine Ausstrahlung! Wer Rosmarie Kärtner sieht, muss einfach fasziniert sein. Und so mag es zu erklären sein, dass es beim ersten Beratungstermin, den die 67-Jährige im Mehrgenerationenhaus angeboten hat, bereits hieß: „wegen Überfüllung geschlossen“.

Damit habe sie ehrlich gesagt nicht gerechnet, verrät Rosmarie Kärtner kurz später in dem Zimmer, das sie für ihre Gespräche ausgesucht hat: Hell und freundlich und doch ist es die ausgebildete Astrologin, Astrosophin und Dozentin, die das Zimmer zum Strahlen bringt. Offenbar tut das auch den Menschen gut, die zu ihr kommen. Warum ist das so?

„Ich glaube, ich habe etwas zu sagen“, antwortet die gebürtige Waldmünchenerin, die es nach Jahren in München und Heidelberg zurück nach Geigant verschlagen hat. Gemeinsam pendeln sie zwischen dem Elternhaus ihres Mannes Josef, das beide ganz im Sinn der Baubiologie saniert haben, und einer Altstadtwohnung in Regensburg. Zweimal im Jahr geht es zudem nach Bali, wo das Ehepaar Seminare anbietet und ein ganz anderes Leben genießt.

Rosmarie Kärtner sieht ihre Rolle nicht als die der guten Zuhörerin oder als jemand, der Weisheiten irgendeiner Philosophie von sich gibt. Sie versucht, die Menschen, die zu ihr kommen, in deren Entwicklung anzustoßen. Manchmal ist es die Motivation, die fehlt, manchmal das Zutrauen, sich auf die eigene Intuition zu verlassen. Wiederum andere würden den berühmten Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. „Da kann ich Hilfestellungen geben“, ist sie sicher.

Lächeln gegen’s Belächelt-Werden

Egal, ob Männer mit Stressthemen oder Frauen mit Beziehungsproblemen oder gesundheitlichen Beschwerden wie Tinnitus den Weg zu ihr finden würden, stets gelte, dass „die Gesundung aus uns selber kommt.“ Das treffe für Krankheiten ebenso wie für Probleme zu. Wenn sich für einen Menschen nach dem Gespräch mit ihr „etwas auftut“, sei sie sehr zufrieden, erklärt sie ihre Motivation. „Ich will, dass die Menschen selber weiter kommen“, umschreibt sie ihre Philosophie.

Zwar nehme sie gerne die Numerologie zu Hilfe oder lege Tarotkarten. Doch im Grunde helfe ihr vor allem ihre Menschenkenntnis, die sie sich in all den Jahren erworben hat. „Ich glaube schon, dass ich einen schnellen Blick habe“, sagt die gelernte Bankkauffrau. Rosmarie Kärtner weiß, dass ihre Tätigkeit von vielen mit Vorurteilen, Halbwahrheiten und Unverständnis abgetan wird. Das quittiert sie mit einem Lächeln und dem Berichten von häufigen Nachfragen nach genauen Horoskopen. „Wann treffe ich meinen Traummann?“, „wann werde ich befördert?“ und dergleichen wollten Menschen immer wieder von ihr wissen. „Da bin ich die Falsche“, erklärt sie den Interessenten deutlich. Die Richtige sei sie, wenn die Hilfesuchenden „wissen wollen, was sie selber tun können“. Dieses Gefühl und Zutrauen zu vermitteln, sei ihr Ziel und Anliegen zugleich. Gesundheit und Lebensphilosophie flößen da selbstverständlich mit ein, meint sie mit Blick auf „Yoga der Nahrung“, das sie als Seminar sogar auf der Ferieninsel Bali anbietet.

Gestern Bali, heute Geigant, morgen Regensburg? „Gerade die Abwechslung hat ihren Reiz“, sagt die dreifache Mutter und achtfache Oma und ergänzt mit Blick auf ihre Wahlheimat Waldmünchen: „Das Landleben find’ ich schon auch super“. Dabei sah es lange Jahre im Leben der Kärtners anders aus. Über München verschlug es das Paar nach Heidelberg und Waldorf, Josef Kärtner machte schnell Karriere, das Geld stimmte, Rosmarie kümmerte sich um die Kinder und bildete sich nebenbei fort. Irgendwann stand die Frage nach einem gemeinsamen Plan B im Raum. „Denn jeder für sich, das wollten wir nicht“, erklärt sie zurückblickend.

Als sich dann herauskristallisierte, dass Josef Kärtners Geschwister wenig Interesse am Elternhaus in Geigant hatten, krempelten beide die Ärmel hoch und sanierten das Anwesen von Grund auf. „Nach allen Vorgaben der Baubiologie“, sagt die 67-Jährige, die sich nun, nachdem die letzten Arbeiten mit dem hergerichteten Gewölbekeller abgeschlossen sind, wieder mehr auf ihre Beratungen verlegt und daran viel Freude hat. Ihr Mann, der aus dem Beruf ausgestiegen ist, widmete sich nicht nur dem Umbau, sondern entdeckte unter anderem den Biolandbau mit Effektiven Mikroorganismen für sich.

Von wegen „Frauenkram“

Nicht nur wegen der guten Resonanz auf die Beratungsstunden am Donnerstag – die erst ab April wieder buchbar sind – schwebt Rosmarie Kärtner ein weiteres Angebot vor. Sie möchte in einem Seminar Tarotkartenlegen und „Tarastro“, die Kombination aus Tarot und Astrologie, vorstellen. Wer das nun auch wieder als „Frauenkram“ abtut, muss sich von Rosmarie Kärtner das Gegenteil sagen lassen: „Wenn Männer Derartiges anfangen und zulassen, sind sie richtig gut“, unterstreicht sie.

Ebenfalls im Mehrgenerationenhaus möchte sie einen Abendvortrag über die Kunst des Älterwerdens halten. Diesem Thema wird sich dann aber niemand entziehen können – wie auch ihrer Ausstrahlung.

Beratung mit Rosmarie Kärtner

  • Angebote

    Seit seiner Eröffnung 2002 erfüllt das Mehrgenerationenhaus (MGH) die Aufgabe, Menschen zu verbinden. Neben den regelmäßigen acht eigenen Angeboten nutzen das Haus am Marktplatz sieben Externe.

  • Information

    Wissenswertes zum MGH und dem Programm gibt es unter www.mgh-waldmuenchen.de . Rosmarie Kärtner ist eine der „Neuen“ im MGH.

  • Astrologie

    Die 67-Jährige bietet seit kurzem donnerstags ab 9 Uhr Lebens- und Ernährungsberatung an. Über die christliche Philosophie ist Rosmarie Kärtner zu Astrologie, psychologischer Astronomie und Yoga der Nahrung gekommen.

  • Dozentin

    Die Geiganterin mit Zweitwohnsitz in Regensburg ist Dozentin für Tarot und Seminarleiterin, Psychologische Astrologin und Astrosophin. In Aus- und Weiterbildungen in Deutschland und der Schweiz hat sich die gebürtige Waldmünchenerin ihr Wissen angeeignet.

  • Ohne Kosten

    Dieses gibt sie auch in privaten Seminaren und Terminen weiter. Die Beratung im Mehrgenerationenhaus ist dennoch kostenlos. „Es ist mir ein Anliegen, die Angebote im Haus zu erweitern“, sagt Rosmarie Kärtner.

  • Vorträge

    Auch Vorträge hält sie deshalb im Mehrgenerationenhaus regelmäßig. Als Autorin ist die gelernte Bankkauffrau ebenso tätig: „TarAstro“ und „Nomen est Omen“ heißen ihre Werke.

  • Baubiologie

    Bei der Renovierung ihres Hauses in Geigant, dem Elternhaus von Rosmarie Kärtners Mann Josef, hat das Ehepaar großen Wert auf Baubiologie gelegt. Dort konnte sich Rosmarie Kärtner kreativ verwirklichen.

  • Termine

    Das künstlerische Gestalten mit Lehm sowie Natur- und Kalkfarben ist ihr ein beliebter Ausgleich. Eine Terminvereinbarung ist erst ab April wieder möglich und muss über das MGH unter: kontakt@mgh-waldmuenchen.de . erfolgen. (ps)

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