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Montag, 11. Dezember 2017 3

Bildung

Kreativität unter zwei Mützen

Die Volkshochschule hat im MGH Waldmünchen eine Heimat gefunden – auch, weil dort der Großteil der Kurse stattfindet.
Von Petra Schoplocher

Noch eine Verquickung zwischen Volkshochschule und MGH: Susanne Nock hängt am Haus Informationen aus. Auch das macht sie selbst. Foto: ps

Waldmünchen.Enger und besser geht eine Verzahnung kaum. „Letztlich ist mir auch egal, ob ich die Vhs- oder MGH-Mütze aufhabe, Hauptsache, ich kann den Menschen gute Angebote machen“, sagt Susanne Nock, die praktisch die personifizierte Verquickung zwischen beiden Einrichtungen ist. Einerseits Vorsitzende der Volkshochschule (Vhs), andererseits Projektleiterin des Mehrgenerationenhauses (MGH). Einzig die Motivation ist die gleiche: Den Waldmünchenern, Rötzern und anderen Interessierten etwas bieten, das sie weiter bringt.

Die Volkshochschule verbindet wie das Mehrgenerationenhaus Menschen. Vorträge und Workshops. Unser Bild zeigt Rosmarie Kärtner in Aktion. Foto: Volkshochschule

Im neuen Herbst/Winterprogramm sind das vor allem Gesundheitsthemen. Das habe sich vor allem aus der Nachfrage ergeben, berichtet Nock. Und dem glücklichen Umstand, dass sich genug und auch entsprechend qualifizierte Referenten gefunden hätten. Gar nicht so selten auf Vermittlung von Kursteilnehmern oder Frauen und Männer, die bereits Abende oder Gruppen geleitet hätten. Hier kommt einer der großen Vorzüge einer „kleinen Vhs“ (Susanne Nock) zum Zuge. Sie könne innerhalb weniger Tage von einer Anfrage oder Idee einen Kurs oder Vortrag ausschreiben – „wenn er denn zu uns passt“. Ausprobiert wird hingegen alles, denn „wenn ich etwas nicht anbiete, kann ich ja nicht wissen, ob es angenommen wird“, erklärt die Vorsitzende ihre Philosophie.

„Ganz anders kalkulieren“

Susanne Nock sieht es als ihren Job an, Angebote und Teilnehmer zusammenzubringen. Dass dies meist unter der „Mütze Vhs“ geschieht, hat vor allem organisatorische Gründe, „da kann ich ganz anders kalkulieren“, erklärt die Vorsitzende, die komplett ehrenamtlich unterwegs ist. Umso mehr wurmen sie Entwicklungen und Vorgaben der „großen Politik“, durch die sie den Bestand der kleinen Volkshochschulen gefährdet sieht. So sei es kaum vorstellbar, ein Qualitätssicherungskonzept zu erstellen – auf ehrenamtlicher Basis. Schon für die beiden Programmhefte müsse sie im Jahreskalender der Familie zwei komplette Wochenenden von Freitagmittag bis Sonntagabend blocken, erzählt sie – ohne Gram.

Die Vhs Waldmünchen-Rötz

  • Schwerpunkt

    50 Seiten dick ist das Herbst/Winterprogramm der Volkshochschule (Vhs) Waldmünchen-Rötz. Der Schwerpunkt Gesundheit ist wie gemacht für den Kneipp-Verein Waldmünchen, der als Kooperationspartner Mitherausgeber des Programmhefts ist.

  • Führung

    Geführt wird die Vhs, die ein eingetragener Verein ist, ehrenamtlich. Seit März 2012 ist Susanne Nock die Vorsitzende. Im gleichen Jahr wurde im Mehrgenerationenhaus (MGH) eine Geschäftsstelle eingerichtet. Zu den zwei Seminarräumen, die zeitgleich eingeweiht wurden, kam im vergangenen Raum mit dem Raum „Combourg“ ein weiterer hinzu.

  • Teilnehmerzahlen

    Die Teilnehmerzahlen sind steigend. Gut 1800 Teilnehmer verzeichnete die Vhs im Jahr 2014. Gemessen wird die Größe einer Vhs jedoch an den Teilnehmerdoppelstunden, die für Waldmünchen-Rötz 2014 11 433 betrugen.

  • Vorstand

    Dem Vorstand gehören neben Susanne Nock ihre Stellvertreterin Elisabeth Seebauer an, die sich um Rötz kümmert, sowie die beiden Bürgermeister und der Landrat an.

  • Geschäftsführerin

    Mit Petra Spachtholz hat die Vhs zum 1. September eine neue Geschäftsführerin bekommen. Die Buchhaltung oder die Erstellung der Verwendungsnachweise fallen in ihr Aufgabengebiet.

  • Aufgabe

    Die Geschäftsstelle im ersten Stock des Mehrgenerationenhauses ist immer donnerstags von 16 bis 19 Uhr besetzt. Seit Eröffnung im Jahr 2008 erfüllt das MGH die Aufgabe, Menschen zu verbinden – die Vhs passt folglich perfekt ins Schema. (ps)

Zwar böten sich gelegentlich Anlässe zum Ärgern, allerdings sei sie absolut von der Wichtigkeit der Aufgabe und der Institution überzeugt. Motivierend würden auch Angebote wirken, von denen es im neuen Programm gleich eine ganze Reihe gibt. Die Handvoll Referenten, die ihre Premiere feiern werden, würden so spannende Sachen bieten wie Aura-Fotografie, eine Klangschalen-Meditation oder energetische Massage. Als tolle Angebote bezeichnet die Vhs-Vorsitzende den Vortrag von Lernberaterin Andrea Vogl oder die Burn-out-Prävention von Sabrina Lang.

Dass ein Workshop für Frauen mit Kaiserschnitt angeboten wird, ist auf entsprechende Anregungen aus einem Yoga-Kurs zurückzuführen, erzählt Susanne Nock exemplarisch. Dieser mag zwar außergewöhnlich sein, „aber es ist doch cool, wenn wir so etwas haben“. Auch die Kurse von Claudia Buchner oder Rosmarie Kärtner, die sich mit dem Empfinden des eigenen Körpers oder psychologischer Astrologie befassen, seien gute Beispiele, wie aus einem Vortrag eine fortlaufende Reihe werde.

Ganz schön viel Ehrenamt

Grundsätzlich beobachtet Susanne Nock den Trend zu Workshops und kurzzeitigeren Formaten; wohl auch, weil die Menschen immer mehr Termine hätten und sich nicht so lange binden wollen. Dieser Entwicklung trägt die Vhs durch Crashsprachkurse wie „Italienisch für die Reise“ oder einen halben Tag Powerpoint geballt Rechnung.

Bewährt habe sich zudem, Kurse mit einem Vortrag einzuführen. Natürlich finden sich im neuen Programm Klassiker: Sprachkurse von Französisch bis Tschechisch und viele sportliche Angebote, die teils in Zusammenarbeit mit dem TV Waldmünchen organisiert werden. Als Besonderheit steht heuer die Krippenausstellung in Rötz an, die nur alle paar Jahre stattfindet, berichtet sie und nimmt dies zum Anlass, auf das „absolut reibungslose Miteinander“ zwischen den beiden Städten hinzuweisen. In Waldmünchen freut sie sich auf die vorweihnachtliche Lesung „s’ Läjcht’l brennt“ mit Bernhard Setzwein.

Doch auch bei allen anderen Vorträgen, ersten Kursterminen und Veranstaltungen schaut die Vorsitzende vorbei, bei der zudem jede einzelne Anmeldung aufschlägt. Zudem pflegt sie den Online-Kalender und kümmert sich um die Belegung. Ganz schön viel Ehrenamt, oder? „Schon, aber ich möchte ja auch etwas gestalten“, sagt die Waldmünchenerin lächelnd. Und da ist es wirklich egal, welche Mütze sie gerade aufhat.

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