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Kolumne
Samstag, 20. Januar 2018 10

MZ-Serie

Wenn das Christkind einen Wunsch erfüllt

„Dorrat“ nach Franken: Diesmal erklärt der Rundinger Kabarettist Matthias Meier, was ihn mit dem Beethoven Luck verbindet.
Von Matthias Meier

Einmal im Monat schreibt Matthias Meier eine launische Kolumne für unser Medienhaus. Foto: Meier

Cham.Jetzt ist sie vorbei – die stade Zeit. Bereits Karl Valentin sagte: „Wenn die stade Zeit vorüber is’, dann wird’s wieder ruhiger“. Ich hoffe, meine lieben Leser, Sie hatten ein frohes Weihnachtsfest. Bei mir war es eine Premiere. Ich kann mich noch an das vorjährige Weihnachtsfest erinnern. Vom vielen Wirtshaus- und „Verwandtschaftshopping gab es einen fetten „Gewichtszunami“. Zwischen dem Heiligen Abend und Silvester nahm ich glatte fünf Kilogramm zu.

Ich bin stolz, dass ich dies heuer vermieden habe. Ich bin wahrscheinlich der einzige im Freistaat, der an diesen Tagen 500 Gramm abgenommen hat. Jetzt muss ich mich wieder einbremsen, nicht dass meine Konzertgäste meinen, der Meier hätte Magersucht. Diese Behauptung wird einem in der Branche schnell raufgesagt, da muss sogar ich aufpassen.

Naja, das Weihnachtsfest wäre heuer so perfekt gewesen, hätte ich nicht eine massive Rechtschreibschwäche, die mir in der Guantanamo-Grundschule in Runding buchstäblich im Jahre 1988 mit der Faust ins Hirn eingemeißelt wurde. Ich machte bei meinem Wunschbrief an das Christkind einen fatalen Fehler. Ich schrieb: „Liebes Christkind, ich wünsche mir zu Weihnachten eine Grippe!“.

Das ist schon komisch drauf, dieses Christkind. Letztes Jahr wollte ich einen Ferrari, das juckte das Christkind nicht, aber das mit der Grippe nahm es mehr als ernst. Nein, nicht nur ein bisschen Schnupfen, sondern eine wahnsinnige Mittelohrentzündung – natürlich Premium-Paket, sprich beidseitig, und das am Tag meines ersten Soloauftrittes nach der Sommerpause. Der HNO sagte, ich hätte noch 30 Prozent Gehör. „Um Gottes Willen“, dachte ich mir. Da ergeht es mir wie meinem verstorbenen Musikkollegen, dem Beethoven Luck. Der war a „dorrat“ zum Schluss. Der hat nämlich einmal an Silvester in Tschechien bei den Vietnamesen chinesische Böller gekauft und dann hat es ihm das Trommelfell zerrissen.

Da Meier und sei Monat – hier lesen Sie weitere Kolumnen von Matthias Meier

Das hast du dir ja nicht mehr anhören können, was er da nach diesem Unfall komponiert hatte. Die neunte Sinfonie, sprich die Europahymne, konnte er nicht mehr fertigschreiben, was wiederum zur heutigen Europapolitik passt, da das Projekt immer noch auf wackeligen Beinen steht, trotz lauter gesunder „Komponisten“, würde man zumindest meinen. Alles in allem – die Musik vom Beethoven ist schließlich wegen des Hördefizites nicht so vollendet wie die der Komponisten Schiller oder gar Goethe.

Und so hatte ich gestern bei meiner Frankenpremiere in Nürnberg nahezu gehörlos den Nordbayern gezeigt, nicht, wo der Franke seinen Silvaner holt, sondern wo der Bartl den Most holt. Man kann sich das so vorstellen wie beim Berliner Flughafen oder allgemein beim Luftverkehr. Man stelle sich vor, man müsse einen Airbus A 380 landen und alle Instrumente fallen aus. Genauso war das Konzert ohne Gehör, ein kontrollierter, aber sicherer und präziser Absturz und schließlich auch für das Publikum die höchste Freude, denn die schönste Freude ist ja bekanntlich die Schadenfreude.

Meine lieben Leser, ich wünsche Ihnen von Herzen einen guten Rutsch in das neue Jahr. Bitte schießt nicht mit Böllern durch die Gegend, sonst geht es euch wie mir oder meinem Kollegen, dem Beethoven Luck.

Bis nächstes Jahr, Euer Meier!

Lesen Sie hier: Matthias Meier geht bei Videodreh baden – Für sein neues Musikvideo hat der Kabarettist in Bad Kötzting abgelegt. Sehr zum Leidwesen eines pinken Flamingos.

Die Kolumne

„Da Meier und sei’ Monat”: So heißt eine Samstags-Kolumne von Bayerwald-Echo und Kötztinger Umschau. Matthias Meier (da Meier), der mit der Gruppe Da Huawa, da Meier und I bekannt geworden ist, schreibt alle vier Wochen einen launigen Beitrag für unser Medienhaus. Darin erzählt der Musiker (Bass, Trompete, Tenorhorn und Pustekeyboard) nicht nur private Begebenheiten, sondern gibt auch Erlebnisse zum Besten, die er auf Tour und mit seinen Kollegen Christian Maier (Da Huawa) und Siegi Mühlbauer (da I) hatte. Viele von Meiers Bühnensketchen und Einlagen – der Künstler gilt als Showtalent und echter Unterhalter – sind mittlerweile Kult. Der Riedinger ist ein Meister der Parodie und verstärkt mit dunkelster Bassstimme genauso den Dreigesang der Gruppe wie mit höchsten Tönen. Seit diesem Jahr tourt er mit seinem Solo-Programm „Ausgewogen“ durch die Lande.

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