mz_logo

Was koche ich heute
Dienstag, 23. Mai 2017 23° 6

MZ-Serie

Frankfurter Grüne Soße mit 7 Kräutern

Schnittlauch, Borretsch, Pimpinelle, Kerbel, Sauerampfer, Petersilie und Kresse: Gerd Kienberger kennt das Original-Rezept.

Frankfurter Grüne Soße – sieben Kräuter müssen es sein! Foto: cki

Cham.Die „Frankfotter Grie Soß“ – wie sie im Dialekt heißt – wird seit Generationen im Stadtteil Oberrad im Frankfurter Grüngürtel angebaut. Zum Schutz des Frankfurter „Nationalgerichts“ Grüne Soße haben sich einige Gärtnerbetriebe zusammengeschlossen und bei der EU den Schutz der Ursprungsbezeichnung beantragt. Die Zusammensetzung der Soße soll nur aus den klassischen sieben Kräutern – Schnittlauch, Borretsch, Pimpinelle, Kerbel, Sauerampfer, Petersilie und Kresse – bestehen. Und die Gärtner taten noch ein Übriges: Im Jahr 2010 wurde der Frankfurter Grünen Soße sogar ein Denkmal errichtet.

Vorgänger der Grünen Soße sind in Europa schon seit mehr als 2000 Jahren bekannt. In der Frankfurter Gegend dürften es Hugenotten auf der Flucht gewesen sein, die Kräutersoßen aus Frankreich bereits kannten und die sie in ihrer neuen Heimat bekannt machten. Die Saison der Kräuter beginnt in der Regel vor Ostern und endet mit dem ersten Frost im Herbst. Heute sind die Kräuter durch den Anbau in Gewächshäusern ganzjährig verfügbar. Trotzdem ist die Hauptsaison nach wie vor im Frühjahr zur Zeit der christlichen Feiertage vor Ostern und zur an-schließenden Spargelsaison.

Meine erste Begegnung mit der Original Frankfurter Grünen Soße war kurz vor Ostern 1962 im damaligen Spitzen-Restaurant „Kupferpfanne“ am Opernplatz. Überall in der Stadt – in und vor den Geschäften – lagen die, damals noch in Zeitungspapier eingewickelten, sieben Kräuterbündel, die auch in so gut wie allen Einkaufskörben zu sehen waren.

Hier lesen Sie weitere Rezepte aus unserer Koch-Serie.

Tags darauf bat ich meinem Küchenchef namens Richard Wagner um Auskunft, was es mit den unzähligen Kräuterpackerln auf sich hat. Er konnte es kaum fassen, dass mir, dem Jungkoch aus dem Bayerwald, das traditionelle Frankfurter Fastenessen nicht geläufig war. Einige Tage später: Ich weiß nicht mehr, wie viele Kräuter ich inzwischen schon gehackt hatte, aber zwei Dinge weiß ich bestimmt: es sind die Bedeutung der „Grie Soß“ für Frankfurt und das gesamte Umland sowie das Rezept für die Original Frankfurter Grüne Soße, das heute noch in meinem Gedächtnis gespeichert ist und das ich unseren Leserinnen und Lesern gerne zur Verfügung stelle.

Für vier Personen brauchen Sie: sieben Kräuter, die da sind: je ein kleiner Bund Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer, Borretsch, Kresse, Kerbel, Pimpinelle. Weiter zwei gekochte und fein gehackte Eier, 500 ml Sauerrahm, Schmand oder Crème fraîche, 1 Löffel Essig und 1 Löffel Öl, Salz und Pfeffer.

Zubereitung: Die Kräuter mit den Milchprodukten so lange mit dem Pürierstab bearbeiten, bis die Soße eine schöne grüne Farbe hat. Dann Eier und Gewürze einrühren und die Grie Soß zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. Die original Frankfurter Grüne Soße wird, so will es die Tradition, mit warmen Pellkartoffeln und gekochten Eiern serviert. Die Soße passt auch prima zu paniertem Fisch, zu gesottenem Rindfleisch, auch zu Gegrilltem und, so sagen es die alteingesessenen Frankfurter, unser „grie Soß“ könna ma zu Allem essen, die schmeckt immer! (cki)

Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht