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Cham
Samstag, 20. Januar 2018 10

Einsatz

Zimmerei wird bei Brand zerstört

Bei einem Großeinsatz in Weiding sind rund 200 Einsatzkräfte vor Ort. Der Schaden liegt bei mindestens 500.000 Euro.
Von Wolfgang Baumgartner

Von den Flammen völlig zerstört wurde die Fertigungs- und Lagerhalle der Zimmerei an der Robert-Bosch-Straße im Weidinger Industriegebiet. Rund 200 Einsatzkräfte verhinderten ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbargebäude.Fotos: wb

Weiding.Schaden in Höhe von mindestens einer halben Million Euro entstand am Mittwochnachmittag beim Vollbrand einer Zimmerei und Holzhausbaufirma in Weiding. Gegen 13.30 Uhr hatte ein Nachbar das Feuer in einer der Fertigungshallen entdeckt und sofort den Besitzer sowie die Hilfskräfte alarmiert. Nach Auskunft der Polizei vor Ort, befanden sich zu diesem Zeitpunkt keine Personen in den Fertigungs- und Lagerhallen; somit wurde auch niemand verletzt.

Aufgrund der Dimension wurde von der Leitstelle der Großalarm „B4“ ausgelöst. Insgesamt zwölf Feuerwehren mit rund 200 Einsatzkräften und dem Kreisbrandrat Michael Stahl an der Spitze waren in wenigen Minuten auf dem Firmengelände an der Robert-Bosch-Straße im Industriegebiet in Weiding. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte von den Drehleitern der FFW Cham und FFW Furth im Wald.

PV-Anlage auf dem Dach

Im Innenhof der Firma wurde mit Hilfe der Drehleiter das Nebengebäude gesichert. Durch den massiven Einsatz der rund 200 Rettungskräfte von zwölf Feuerwehren konnte die angrenzende Halle vor den Flammen gerettet werden. Fotos: wb

Dank des raschen und gezielten Einsatzes der Löschmannschaften konnte eine Fertigungshalle vor dem Vollbrand gerettet werden. Das Gebäude, in dem das Feuer ausgebrochen war, brannte komplett nieder. In der völlig zerstörten Halle befand sich auch ein Großteil des Holzlagers des Unternehmens. Größte Vorsicht bei den Löscheinsätzen war notwendig, da sich auf dem Dach des Gebäudes eine Photovoltaik-Anlage befand. Doch die Einsatzkräfte ordneten die Situation sofort völlig richtig ein und achteten bei dem Großeinsatz auf die nötigen Abstände bei den Löscharbeiten. Laut Kreisbrandrat Michael Stahl bedeutet dies bei einem Vollstrahl einen Abstand von rund zehn Metern zum Feuer und beim Sprühstrahl etwa fünf Meter. Aufgrund der großen Anzahl der Einsatzkräfte war laut dem Kreisbrandrat die Wasserversorgung sehr rasch gewährleistet. „Drei Leitungen wurden vom Chamb zur Brandstelle aufgebaut, drei Leitungen erhielten ausreichend Löschwasser aus den Hydranten“, teilte der oberste Feuerwehrchef im Landkreis an der Brandstelle mit.

Großbrand bei einer Zimmerei in Weiding

Meterhohe Flammen

Vom Rettenbacher Weg aus hatten sich die Einsatzkräfte in Position gebracht, um den Vollbrand zu bekämpfen. Die Wasserversorgung erfolgte über drei Leitungen vom Chambfluss und aus den Hydranten der Wasserversorgung Weiding. Fotos: wb

Als er diese Information mitteilte, hatte sich bereits eine dicke, schwarze Rauchwolke über der Chambtalaue ausgebreitet. Schon von weitem war das aus der Fertigungs- und Lagerhalle lodernde Feuer zu sehen. Trotz des massiven Löscheinsatzes sowohl vom Innenhof des Unternehmens, als auch vom Rettenhofer Weg aus, schlugen immer wieder mederhohe Flammen aus dem Gebäude. „Aus diesem Grund waren die Löscheinsätze aus der Luft, durch die beiden Drehleitern aus Furth im Wald und Cham außerordentlich wichtig und hilfreich“, fügt Kreisbrandinspektor Marco Greil hinzu.

Die Atemschutzgeräteträger drangen in das Gebäude vor. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Weiding, Pilsting, Dalking, Walting, Arnschwang, Nößwartling, Gleißenberg, Ränkam, Runding, Windischbergerdorf, Cham und Furth. Fotos: wb

Neben dem Kreisbrandrat Michael Stahl, dem KBI Marco Greil waren die Kreisbrandmeister Anton Bierl, Thomas Wittmann und Christian Scheuer, der zugleich auch Kommandant der FFW Furth im Wald ist, vor Ort. Ferner war die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) aus Katzbach zum Brandort gerufen worden. Der Kreisverband Cham des Roten Kreuzes war mit drei Rettungswagen, einem Notarzt und dem Einsatzleiter vor Ort; ebenso der technische Fachberater vom THW.

Der dritte Brand in drei Jahren

Äußerste Vorsicht war bei den Löscheinsätzen geboten, da sich auf dem Dach des brennenden Gebäudes eine Photovoltaik-Anlage befand. Deshalb mussten die Einsatzkräfte ausreichend Abstand zum Brandobjekt halten. Fotos: wb

Völlig fassungslos musste der Firmenchef Gerhard Aumer zusehen, wie die Fertigungs- und Lagerhalle ein Raub der Flammen wurden. Innerhalb von drei Jahren wurde sein Betrieb bereits dreimal von einer Feuersbrunst heimgesucht. Nach den Worten von Bürgermeister Daniel Paul, der ebenfalls vor Ort war und sich einen Eindruck vom Schadensausmaß machte, wurde bei einem Fahrzeugbrand im Jahr 2015 neben dem Kleintransporter ebenfalls die Fertigungshalle in Mitleidenschaft gezogen. Im August 2016 brannte dann die Lagerhalle der Firma an der Robert-Bosch-Straße. Damals wurde ein halbes Fertighaus, das dort gelagert war, vom Feuer vernichtet. Der Schaden belief sich auf rund 200 000 Euro.

Über die Ursache des Brandes am Mittwochnachmittag konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Unmittelbar nach den Löscharbeiten wurden die Ermittlungen aufgenommen.

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