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Führungswechsel

Forensische Klinik hat neue Leiterin

Dr. Susanne Lausch tritt die Nachfolge von Dr. Bernd Ottermann an. Das Straubinger Bezirkskrankenhaus besteht jetzt seit 20 Jahren.
Von Johann Haas, MZ

Dr. Susanne Lausch (Dritte von links) übernimmt als Nachfolgerin von Dr. Bernd Ottermann (Dritter von rechts) die ärztliche Leitung des Bezirkskrankenhauses. Dazu gratulierte neben Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein (rechts) auch Staatssekretär Markus Sackmann (links). Mit auf dem Bild die Ehepartner der Mediziner. Foto: Haas

Straubing. Eigentlich waren es zwei Gründe, warum der Bezirk Niederbayern für Freitagnachmittag in sein Krankenhaus nach Straubing eingeladen hatte: Die Forensische Klinik am Rande der Gäubodenstadt besteht seit 20 Jahren und an der Spitze wurde ein Wechsel vorgenommen. Gründungsdirektor Dr. Bernd Ottermann geht zum Jahresende in den Vorruhestand. Seine Nachfolgerin ist Dr. Susanne Lausch, die bisher Chefärztin der Klinik für forensische Psychiatrie des Bezirksklinikums Mainkofen war.

50 Millionen Euro für Vergrößerung

50 Millionen Mark hatte der Neubau der Forensisch-psychiatrischen Klinik Straubing 1990 gekostet. Der Bezirk hatte damals die Trägerschaft für die zentrale Einrichtung für psychisch kranke Rechtsbrecher aus ganz Bayern übernommen. Doch inzwischen fanden zwei Erweiterungen statt, die die Klinik mit ihren 239 Patientenplätzen zu einer der größten Maßregelvollzugseinrichtungen machten. Weitere 50 Millionen Euro wurden vom Freistaat in diese Vergrößerung investiert. Bezirkstagsvizepräsident Franz Schedlbauer hob hervor, dass in diesen zwei Jahrzehnten eine „hervorragende Arbeit“ geleistet worden sei. „Die Sicherheit der Bevölkerung stand und steht an erster Stelle“, versicherte er und verwies darauf, dass es bis auf zwei Entweichungen kurz nach der Inbetriebnahme keine weiteren Fälle mehr gegeben habe. Aktuell sind an der Klinik 379 Mitarbeiter beschäftigt.

Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein erinnerte an den „Mann der ersten Stunde“, Gründungsdirektor Dr. Bernd Ottermann. Nachdem der 1985 in Marburg promovierte Mediziner seine Anerkennung als Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie sowie als Psychotherapeut für Kinder und Jugendliche erhalten hatte, erweiterte er seine Qualifikationen suksessive. Seit 2004 liegt die Schwerpunktbezeichnung auf Forensischer Psychiatrie. Dass er seit fast zehn Jahren als zertifizierter Gerichtssachverständiger tätig ist und als Lehrbeauftragter an mehreren Universitäten agiert, ist nach Darstellung Hölzleins nur ein Teil Ottermanns Engagements. Zahlreiche von ihm verfasste Schriften seien in der einschlägigen Fachliteratur zu finden.

Gratwanderung bleibt bestehen

Zwei Jahre vor der Inbetriebnahme der Klinik sei Dr. Ottermann intensiv in die Planungen mit eingebunden gewesen. Von Anfang an sei ihm daran gelegen gewesen, den Vergleich mit Strafvollzugsanstalten zu vermeiden. „Sie haben stets von Patienten und nicht von Insassen gesprochen“, erinnerte sich Hölzlein. Seinem Motto „Sicherheit nach außen – Freiheit nach innen“ habe er stets Rechnung getragen. Dazu räumte Hölzlein ein, werde es immer eine Gratwanderung bleiben, beidem gerecht zu werden: psychisch kranke Rechtsbrecher zu therapieren und wenn möglich wieder in die Gesellschaft einzugliedern und die Bevölkerung vor gefährlichen Straftätern zu 100 Prozent zu schützen.

Die neue ärztliche Direktorin des Bezirkskrankenhauses in Straubing-Lerchenhaid ist Dr. Susanne Lausch. Die in Sulzbach-Rosenberg geborene Medizinerin erhielt 1988 ihre Approbation. Unmittelbar danach startete sie eine Weiterbildung zur Fachärztin für Psychiatrie. Inzwischen kooperiert sie im Rahmen von Forschungsprojekten der Universitäten Regensburg und München, wobei ihr klinischer Schwerpunkt auf der Implementierung moderner Therapiekonzepte zur Behandlung von Sexualstraftätern liegt. Dr. Lausch trat bereits 1995 ihren Dienst beim Bezirk Niederbayern an und leitete am Schluss als Chefärztin die Klinik für Forensische Psychiatrie am Bezirksklinikum Mainkofen. „Ihre Befähigung zur Führung einer Forensischen Klinik haben Sie in Mainkofen mittlerweile bereits hinreichend unter Beweis gestellt“, dokumentierte Hölzlein die „hervorragende fachliche Qualifikation“ der neuen Direktorin am Straubinger Haus.

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