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Region Franken
Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Prozess

Drogendealern drohen Freiheitsstrafen

Zwei Männer aus Roth sollen mit größeren Rauschgiftmengen gehandelt haben. Den Beiden drohen mehrjährige Haftstrafen.
Von Nikolas Pelke

Die beiden Angeklagten (hier mit ihren Verteidigern) würdigten sich zum Prozessauftakt keines Blickes. Foto: Pelke

Nürnberg.Zwei Männer aus Roth müssen sich wegen Drogenhandels seit Dienstag vor dem Landgericht Nürnberg verantworten. Den beiden Angeklagten wird vorgeworfen, in mehreren Fällen mit größeren Rauschgiftmengen hantiert zu haben. Das Urteil soll am Donnerstag in Nürnberg gesprochen werden.

Die Männer, die sich seit gestern vor dem Landgericht verantworten müssen, haben viele Gemeinsamkeiten. Beide wohnen in Roth. Beide sind geschieden. Beide stehen auf härtere Drogen wie Ecstasy oder Methamphetamin. Und beide Männer haben offensichtlich die Idee gehabt, mit dem Verkauf der illegalen Substanzen nicht nur ihren Eigenbedarf zu decken. Ein bisschen Geld wollten sich die zwei mit dem kriminellen Treiben wohl ebenfalls dazu verdienen. Besonders eifrig soll sich laut Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft der 51-jährige Angeklagte L. bei insgesamt zehn Gelegenheiten um die Beschaffung und den Weiterverkauf der Aufputschmittel gekümmert haben. Auch der jüngere Angeklagte soll nicht „faul“ gewesen sein. Der 30-jährige S. soll in immerhin sieben Fällen mit den Drogendeals zu tun gehabt haben. Dann allerdings gleich in größeren Dimensionen.

Sie würdigen sich keines Blickes

Zum Prozessauftakt am Dienstag haben sich die ehemaligen Geschäftspartner keines Blickes gewürdigt. Der ältere Angeklagte wird von zwei Polizisten mit Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt. Zuerst sind sich die beiden Männer geschäftlich irgendwann im Sommer 2015 begegnet. Bei dieser Premiere soll L. dem Angeschuldigten S. in Nürnberg rund 200 Gramm Methamphetamin zu einem Preis von 37,50 Euro pro Gramm übergeben haben.

Nachdem sich der 30-Jährige die Hälfte der Drogen zum Eigenkonsum gesichert hatte, soll er das restliche Methamphetamin zum beinahe doppelten Preis weiterverkauft haben. Auch der ältere Angeklagte soll nach diesem Muster versucht haben, an etwas Geld zu kommen. Der Angeschuldigte L. soll bei rund zehn Gelegenheiten in Roth an einen Stammkunden jeweils ein Gramm der synthetischen Droge zum Preis von jeweils rund 80 Euro verkauft haben.

Später sollen die beiden Angeklagten nicht nur den Radius erweitert haben. Die beiden Angeklagten sollen laut Staatsanwaltschaft auch auf andere Drogen wie Ecstasy ein Auge geworfen haben. So soll der jüngere Angeklagte extra nach Strullendorf in die Nähe von Bamberg gefahren sein, um dort 100 Ecstasy-Tabletten zu erwerben. Auch nach dieser „Einkaufstour“ soll S. einen Teil der Drogen für sich behalten haben. Die restlichen Ecstasy-Tabletten soll er mit einem deutlichen Aufschlag weiterverkauft haben.

Später sollen sich auch die Mengen des illegalen Warenumschlages erhöht haben. So soll S. in einer Wohnung in Roth kurze Zeit später gleich fast 500 Ecstasy-Tabletten erstanden haben. Im Februar diesen Jahres, kurz bevor das Duo von der Polizei festgenommen worden ist, soll der jüngere Angeklagte sogar 1000 Ecstasy-Tabletten gekauft haben. Bequem soll er sich dabei die Drogen per Post in seine Wohnung nach Roth bestellt haben.

20 000 Euro bei S. sichergestellt

Neben der Drogenmenge steigerten sich auch die Geldbeträge im Laufe der relativ kurzen Karriere der beiden Drogendealer. Für einen Einkauf von
70 Gramm Methamphetamin soll der jüngere Angeklagte beispielsweise kurz vor seiner Festnahme gleich 4600 Euro auf den Tisch gelegt haben. Den Gewinn aus den Drogenverkäufen hat die Polizei bereits einkassiert. Bei dem Angeschuldigten L. Wurden über 8000 Euro beschlagnahmt. Bei dem Angeschuldigten S. wurden sogar knapp 20 000 Euro sichergestellt. Aus gemeinsamen Geschäften des Duos wurden weitere 16 000 Euro konfisziert.

Aufgrund der offensichtlich erdrückenden Beweise hat sich zumindest der jüngere Angeklagte im Vorfeld dazu entschieden, bei den Behörden reinen Tisch zu machen. Selbst die Staatsanwaltschaft würdigte die erhebliche Aufklärungshilfe der 30-Jährigen aus Roth. Auch der ältere Angeklagte machte zum Auftakt deutlich, dass er seine Taten einräumen würde, wenn ihm das Gericht dafür einen geringeren Strafrahmen einräumen würde.

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