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Region Kelheim
Samstag, 18. November 2017 5

Gillamoos

9,40 Euro pro Maß – das polarisiert

Der erhöhte Bierpreis am Gillamoos hat auf unserer Facebook-Seite einen Sturm an Kommentaren ausgelöst – und nicht nur dort.
von Benjamin Neumaier und Hannah Prantl

Dass die Maß am Gillamoos heuer 9,40 Euro kostet, schreckt den einen ab, den anderen juckt es nicht. Foto: Archiv-Pieknik

Abensberg.9,40 Euro kostet die Maß Bier am Gillamoos – wir berichteten kürzlich über die Preiserhöhung um 50 Cent am Abensberger Jahrmarkt. Diese Nachricht hat auf der Facebook-Seite der Mittelbayerischen Zeitung für Aufruhr gesorgt. Zig Kommentare sind eingegangen – mit unterschiedlichem Tenor.

Die Meinungen in den sozialen Netzwerken sind gespalten: Von „Dann gehen wir halt nicht mehr hin“ oder „Ich werd mir lieber einen Kasten kaufen und gemütlich zu Hause ein paar Halbe trinken“ über „Man kann sich durch solche Preise und Preiserhöhungen auch ein Geschäft kaputt machen“ bis hin zu „Für’n Gillamoos ist nix zu teuer! Und wenn die Maß 12 Euro kosten würde, wären die Zelte auch voll...“ oder „...und wenn die Mass 20 Euro kostet, geht auch noch jeder hin“ erstreckt sich das Stimmungsbild.

Gillamoos, nicht das Oktoberfest

Manche monieren, dass der „Gillamoos nicht das Oktoberfest“ sei, argumentieren mit Bierpreisen anderer – günstigerer – Volksfeste oder Jahrmärkte, führen an, „dass sich das bald keiner mehr leisten kann – besonders wenn er mit einer vier- oder fünfköpfigen Familie hingeht“ oder sehen es relativ nüchtern: „Schon lange zu teuer, aber alle gehen trotzdem hin. Es gilt halt immer noch: Die Nachfrage regelt den Preis.“

Und die Nachfrage scheint da zu sein: „Rundum zufrieden sind die Stadt Abensberg und die Schausteller, Fieranten und Festwirte mit dem Gillamoos 2016. Nach ersten Schätzungen waren es wohl zwischen 250 000 und 260 000 Besucher, die an den fünf Tagen auf der Festwiese waren und äußerst diszipliniert und friedlich feierten“, fiel nach dem vergangenen Gillamoos die Bilanz aus. Auch die Fieranten waren äußerst zufrieden: „,Manche Stände waren ausverkauft“, sagte Schausteller Heinrich Michel und lobt den Abensberger Gillamoos und das Team, das dahinter ist: ,Wenn es überall solche Veranstalter und Kunden gäbe, würde die Arbeit noch mehr Spaß machen.‘“

Kommentar

Preisfrage

Die Maß Bier am Gillamoos kostet nun also 9,40 Euro. Sie wird damit 50 Cent oder 5,62 Prozent teurer als im Vorjahr. Die Wogen schlagen nun vor allem in...

Die Gillamoos-Besucher waren also konsumfreudig. Ändert sich das nun, wenn die Maß 9,40 statt 8,90 Euro kostet. Ottenbräu Robert Neumaier glaubt das wohl nicht, wie er in einem Interview im März bezüglich der angedachten Bierpreisbremse am Oktoberfest sagte: „Mir ist schon klar ist, dass ein Volksfestbesuch keine billige Angelegenheit ist. Komischerweise wissen aber die Leute, wenn ich sie nach dem Bierpreis vom vergangenen Gillamoos frage, meist gar nicht mehr, was die Maß gekostet hat.“ Diese Einschätzung teilt er auch mit den Organisatoren des Neustädter Pfingstvolksfestes – wobei dort die Maß lediglich 7,30 Euro kostet: „Von 100 Befragten sagen 98 Leute was anderes. Und scheinbar juckt die Erhöhung nach ein paar Tagen niemand mehr – der Bierkonsum hält sich über die Jahre meist die Waage.“

Stimmung am Stadtplatz ähnlich

Nimmt man das als gegeben, nähme das den Kritikern auf unserer Facebookseite Wind aus den Segeln. Überdies gibt es die wissenschaftliche Meinung, dass viele Äußerungen in sozialen Netzwerken im realen Leben so wohl nicht fallen würden. Doch auch am Abensberger Stadtplatz ist das Stimmungsbild ähnlich.

Für Veronika Resch sind „9,40 Euro zu teuer. Ich gehe aber trotzdem hin, weil man auf den Gillamoos geht, um Freunde zu treffen und Spaß zu haben. Da kommt es nicht nur aufs Bier an.“ Auch für Monika Ruhfaß sind „9,40 Euro definitiv zu teuer. Aber der Preis lässt sich nicht ändern.“ Nico Horn und Daniel Ruland finden, „dass es keinen Unterschied macht, ob man 8,90 oder 9,40 Euro bezahlen muss, da mit Trinkgeld bei beiden Preisen meist einfach zehn Euro gegeben werden. Außerdem steigen die Preise doch auch bei anderen Festen und im Oktoberfest zahlt man noch mehr für die Maß.“ Für Erich Huber „geht es in Ordnung weil auch die Preise für die Festwirte steigen und die alles finanzieren müssen“. Auch Markus Herre, Vorsitzender des 1. Omschberger Biervereins, denkt so: „Der Preis ist aufgrund steigender Kosten für Festwirte nachvollziehbar. Allerdings ist der Gillamoos schon teuer und eigentlich sollte er etwas sein, das sich jeder leisten kann.“

Einig sind sich alle Befragten in zwei Dingen: Zum einen glauben sie, dass wegen eines höheren Bierpreises, nicht weniger Menschen den Gillamoos besuchen, zum anderen sehen sie alle ein mögliches Überschreiten der Zehn-Euro-Marke als „grenzwertig und abschreckend“.

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