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Region Kelheim
Mittwoch, 17. Januar 2018 7

Beisetzung

Abschied von Franz Lang

Unter großer Anteilnahme wurde der Riedenburger Altlandrat Franz Lang beigesetzt. Zahlreiche Redner würdigen sein Engagement.

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde der Riedenburger Altlandrat Franz Lang beigesetzt. Foto: Kolbinger

Riedenburg.Am Freitagnachmittag fand unter reger Anteilnahme von Vertretern des öffentlichen, politischen und gesellschaftlichen Lebens sowie der Geistlichkeit die Beisetzung von Altlandrat Franz Lang statt. Lang war eine Riedenburger Institution und prägte das Leben in der Dreiburgenstadt sowohl durch sein jahrelanges Wirken als Kommunalpolitiker, wie auch durch seine physische Präsenz. Bis kurz vor seinem Tod hatte der 101-Jährige noch regelmäßig Anteil am Zeitgeschehen genommen und Kontakte zu „seinen“ Riedenburgern gepflegt.

„Ich hab noch vor kurzem mit Franz Lang telefoniert, um ihn zu fragen, ob wir ihn abholen sollen zur Jahresversammlung der Wasserwacht“, erinnerte sich Hartwig Streit, Vorsitzender der Wasserwacht, auf dem Weg zum Trauergottesdienst. „Ich war völlig überrascht von seinem plötzlichen Tod und tröste mich damit, dass er sicherlich ein erfülltes Leben hatte!“ Auch Bürgermeister Siegfried Lösch war sichtlich betroffen, als er am vergangenen Dienstag vom Tod Langs. Er sagte: „Ich hatte noch am Vormittag bei ihm daheim angerufen, um ihn zu fragen, ob ich ihn mit zur Weihnachtsfeier des Seniorenclubs nehmen kann. Er ging nicht selber ans Telefon und ich erfuhr, dass er wohl am Samstag zuvor gestürzt war und einen Schlaganfall erlitten hatte, von dem er sich nicht erholte. Wenige Stunden später erreichte mich die Nachricht von seinem Tod.“

„Großes für unser Gemeinwesen“

Am offenen Grab nahm der Erste Bürgermeister Riedenburgs Abschied „von einem, der Großes für unser Gemeinwesen und die Menschen geleistet hat. Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen“, zitierte Lösch den Arzt, Philosophen und Theologen Albert Schweitzer. „Ein Denkmal dankbaren Gedenkens an Franz Lang steht in den Herzen der Menschen unserer Großgemeinde Riedenburg. Wenn wir auf die lange gemeinsame Zeit mit Franz Lang zurück blicken, wird uns bewusst, wie viel wir ihm zu verdanken haben. Für die Errichtung der staatlichen Realschule, die Stärkung Riedenburgs als Bildungsstandort, den Bau des Schullandheimes und von Sozialwohnungen, den Straßen- und Wirtschaftswegebau und viele mehr, war Franz Lang die treibende Kraft. Auch dafür, dass Riedenburg in 1952 die Stadtrechte verliehen wurden, war Lang maßgeblich mitverantwortlich.“

Zum Dank für seine Leistungen habe die Stadt Franz Lang 1976 zu ihrem Ehrenbürger ernannt, erinnerte Lösch. Lang habe sich nicht nur während seiner Amtszeit als Landrat und später als Kreisrat für die Großgemeinde eingesetzt. „Die Sorge um sein Riedenburg hat ihn auch im Ruhestand nicht losgelassen“, befand Lösch, der schloss, das wichtigste seien Langs menschliche Qualitäten gewesen: „Seine Herzlichkeit, seine Zuverlässigkeit und sein mitfühlendes Wesen strahlten auf unser ganzes Gemeinwesen aus. Er verliere auch persönlich einen Freund und geschätzten Ratgeber.

Trauerbezeigungen an den verstorbenen Altlandrat Franz Lang

Landrat Martin Neumeyer fasste Langs Engagement zusammen in den Slogan „Ein Leben für Riedenburg“. Der verdiente Kommunalpolitiker Lang sei erster Träger des Ehrenringes des Landkreises Kelheim gewesen, habe lange Jahre die Geschicke der Sparkasse gelenkt und sich leidenschaftlich für das Bayerische Rote Kreuz engagiert. Lang führte ein Leben für die Politik, schloss Neumeyer. „Er hat seine Heimat und die Menschen, die hier leben, geliebt!“

Therese Helmich verabschiedete sich namens der Freien Wähler Riedenburg und des FW-Kreisverbandes von Lang, der drei Jahrzehnte lang Mitglied der politischen Gruppierung gewesen war. Seit 1948 gehörte Franz Lang dem Turnverein Riedenburg an. Maximilian Sedlmeier erinnerte an einen engagierten Politiker, der stets hochinteressiert und ein engagierter Förderer des Breitensports gewesen sei. Lang verdanke man den Bau der ersten staatlichen Turnhalle im damaligen Landkreis Riedenburg im Jahr 1964 – der heutigen Dreiburgenhalle. Das 1956 gebaute Jurastadion fiel später dem Bau des Main-Donau-Kanals zum Opfer.

„Der Tod ist kein Weggang“

Günther Schlagbauer, Vorsitzender der Passionsspielergemeinschaft Altmühlmünster und des Zunft- und König-Ludwig-Vereins, erinnerte in seiner Rede an die Freude über Langs Besuch der jüngsten Passionsspiel-Aufführungen noch im Frühjahr 2017, der dem Verein seit der Gründung 38 Jahre lang aus Überzeugung die Treue gehalten habe. Auch dem Kameraden- und Reservistenverein gehörte Lang seit 1976 an. Der Vorsitzende Johann Bachhuber blickte zurück auf einen guten Freund und hochdekorierten Förderer, der noch zu Lebzeiten von dem Verein mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet worden sei. Mehrere Generationen von Riedenburgern werden sich jetzt daran gewöhnen müssen, dass der Stuhl von Franz Lang in ihrer Mitte künftig leer bleiben wird.

Pfarrer Edmund Stock, der den Trauergottesdienst gemeinsam mit Monsignore Johannes Hofmann aus Neustadt und Pfarrer Georg Seitz aus Mühlbach zelebrierte, fand tröstliche Worte: „Der Tod ist kein Weggang, sondern ein Nach-Hause-Gehen.“ Franz Lang hat seine letzte Ruhestätte an der Seite seiner geliebten Frau Anni auf dem Riedenburger Friedhof gefunden. Seinen Riedenburgern bleibt er unvergessen.

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