mz_logo

Region Kelheim
Mittwoch, 18. Oktober 2017 20° 3

Ziel

Alle Akteure werden mit ins Boot geholt

Kreisstadt hat Lenkungsgruppe „Integriertes Tourismusentwicklungskonzept für Kelheim“ – auch Einzelhändler werden einbezogen.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Die Natur und die Schifffahrt locken viele Touristen alljährlich nach Kelheim. Foto: Forster/Archiv

Kelheim.Ein wesentlicher Wirtschaftsbereich in der Region Kelheim ist der Tourismus. Es ist eine Lenkungsgruppe „Integriertes Tourismusentwicklungskonzept für die Stadt Kelheim“ ins Leben gerufen worden. Eingeschaltet sind zwei Agenturen, die dwif Consulting GmbH aus München und die Magenta4 GmbH aus Eichstätt. Auf Anfrage heißt es in einer Mitteilung des Stadt von Bürgermeister Horst Hartmann und Tourismuschefin Barbara Wieben, dass der Ausgangspunkt „der Gedanke war, dass das Profil für die touristische Entwicklung Kelheims geschärft und gemeinsam mit den touristischen Akteuren vor Ort stärker herausgearbeitet werden soll“. Das Stadtoberhaupt betrachtet es „als richtigen Schritt, um in Zukunft die Rahmenbedingungen für den Tourismus in Kelheim weiter auszubauen“. In der Lenkungsgruppe sind neben Stadtoberhaupt und Tourismuschefin, der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins „Zukunft Kelheim“, Vertreter von Schifffahrt, Gästeführern, Gastronomie, Brauerei Schneider, Kloster Weltenburg sowie der Brennerei & Kaffeerösterei Schweiger und von Stadtratsfraktionen.

„Möglichst viele sollen profitieren“

Dr. Andrea Möller, die seit Anfang 2004 langjährige Projektleiterin und Senior Consultant der dwif-Consulting GmbH ist, erarbeitet das Konzept mit der Agentur Magenta4 GmbH aus Eichstätt. Wie Dr. Andrea Möller im Gespräch mit unserem Medienhaus sagt, ginge es darum, dass möglichst viele vom Tourismus profitierten. Als Beispiel nennt sie, dass mehr Schiffsausflügler mitbekämen, dass „die Altstadt attraktiv ist“ und vielleicht viele nochmals kämen. Auch der Einzelhandel solle miteinbezogen werden. Als weiteres Thema nannte Dr. Andrea Möller die Saisonstruktur, die jetzt „stark auf das Sommerhalbjahr konzentriert ist. Man wolle versuchen, das etwas auf die Nebensaison auszuweiten. Dies „ist nicht einfach“. Ein Patentrezept gebe es da nicht. Ein langer Atem sei nötig. Sie spricht auch an, dass Angebote, zum Beispiel das Museum, über die Saison hinaus geöffnet hätten. Adventsmärkte belebten in ganz Deutschland „sehr stark“. Das sei vor zehn bis 15 Jahren noch nicht so stark der Fall gewesen. Viele böten auch einen Kulturherbst und Kulturfrühling an. Eine Herausforderung sei es dabei, dass „Einheimische und Gäste davon profitieren können“.

Dr. Möller, eine studierte Dipl.-Geografin, die an der Ludwig-Maximilians-Universität in München an der Fakultät für Betriebswirtschaftslehre zum Thema „Umweltorientierung in Gastgewerbebetrieben“ promovierte, ist die hiesige Tourismusregion nicht fremd. Sie war in der Vergangenheit schon hier. Dr. Andrea Möller sagt auch, einmal von Kelheim nach Beilngries gewandert zu sein. „Wir waren 2014 im Rahmen der Fortschreibung des Naturpark-Altmühltal-Konzeptes in Kelheim.“ Damals sei im Gespräch gewesen, dass der Ausflugstourismus „ein Handlungsfeld ist“, um diesen mehr in die Altstadt zu bekommen. Ein Thema sei auch, wie die Lage am Wasser stärker erlebt werden könne. Beide Gewässer, die Donau und der Main-Donau-Kanal, seien wichtig.

Das „Integrierte Tourismusentwicklungskonzept für die Stadt Kelheim“ soll laut Dr. Möller bis Ende 2017/Anfang 2018 fertig sein. Wie sie sagt, „ist es keine vollkommene Neuordnung des Tourismus von Kelheim“. Die Akteure wollten sich auf ein gemeinsames Ziel einigen. Sie erwähnt auch, dass es wieder einmal an der Zeit sei, dass sich alle miteinander abstimmten und sagten, wo man hin möchte. Nach Angaben von Dr. Andrea Möller sind vier Expertenrunden vorgesehen. Es ginge nun darum, in Themengruppen vertiefter zu diskutieren.

Die nächsten zwei Expertenrunden sind nach Auskunft von Kelheims Tourismuschefin Barbara Wieben für kommenden Montag terminiert. Die eine Runde ist für Vertreter der Schifffahrt und des Klosters Weltenburg und die zweite zu den Themen regionale Produkte und Gastronomie. Weitere Expertenrunden seien für den Einzelhandel/das Gewerbe und für Freizeiteinrichtungen; diese Termine sind noch nicht festgelegt. Dr. Möller und eine Kollegin moderieren bei den Veranstaltungen. Im Anschluss an die Expertenrunden ist ein Zielfindungsworkshop geplant. Über das erste Treffen von Teilnehmern der Lenkungsgruppe „Integriertes Tourismusentwicklungskonzept für die Stadt Kelheim“, das Mitte August stattfand, berichtete Dr. Andrea Möller, dass „es sehr konstruktiv war“. Sie erwähnt auch das Engagement und das große Interesse.

„Eine hervorragende Lage“

Wo sieht Dr. Andrea Möller die Hauptchance für Kelheim? Die Lage am Donauradweg und am Panoramaweg, antwortet sie. Kelheim habe eine hervorragende Lage, die touristisch sehr, sehr günstig sei. Sie erwähnt den Donaudurchbruch und die Nähe zu Regensburg. Ist Dr. Andrea Möller der Ansicht, dass die Tourismuszahl gesteigert werden kann? „Ja, klar könnte sich die Übernachtungszahl steigern.“ Aber die Angebote an Bettenkapazitäten müssten „wachsen“. Laut Dr. Möller kümmert sich die Agentur Magenta4 GmbH, Eichstätt, um die Markenentwicklung „Stadt im Fluss“. Bei der dwif Consulting GmbH bearbeitet Dr. Andrea Möller aktuell auch „die Projekte Tourismuskonzept Stadt Regensburg, Altstadtentwicklungskonzept Beilngries und Marketingstrategie für die Erlebnisrouten Ostbayern (LEADER) und die Zukunftswerkstatt Landtourismus Thüringen“.

Interview mit Kelheims Tourismuschefin

Frau Wieben, warum hat die Stadt eine Lenkungsgruppe für das Tourismuskonzept ins Leben gerufen?

Tourismus ist ein Leitthema für Kelheim, das von verschiedenen Leistungsträgern vor Ort bearbeitet wird. Deshalb will die Stadt Kelheim in einer Lenkungsgruppe die Akteure in Kelheim mit einbinden.

Was versprechen Sie sich als Kelheimer Tourismuschefin
von der Lenkungsgruppe?

Die Erwartungen beim ersten Treffen von den Mitgliedern der Lenkungsgruppe waren vielfältig. Der Schwerpunkt liegt selbstverständlich auf einer professionellen Weiterentwicklung des Tourismus in Kelheim. Die Ziele und Leitlinien für die nächsten Jahre sollen definiert werden. Die bestehenden Angebote und Akteure sollen miteinander vernetzt werden. Bereits beim ersten Treffen hat sich herauskristallisiert, dass die Themen Wasser und in der besonderen Lage zwischen Donau und Main-Donau-Kanal eine wichtige Rolle spielen. Unser Logo mit den Wellen und das Motto „Stadt im Fluss“ gehen bereits in diese Richtung.

Wer trägt die Kosten für das integrierte Tourismus-Konzept?

Die Stadt Kelheim, die dafür eine Förderung über das Städtebauförderprogramm Soziale Stadt in Höhe von 60 Prozent bekommt.

Wie hoch sind die Kosten
insgesamt für die Stadt?

Es ist eine vierstellige Summe, die mit dem städtischen Haushalt 2017 vom Stadtrat verabschiedet wurde.

Für die Erarbeitung des Konzepts wurden zwei spezialisierte Unternehmen beauftragt. Warum fiel die Entscheidung für dwif und Magenta4?

Die beiden Firmen teilen sich die Aufgabenstellung. Die dwif ist zuständig für Strategie und Maßnahmenentwicklung und die Erarbeitung der Kommunikationsstrategie übernimmt Magenta 4. In der Kombination sind sie derzeit auch in einem vergleichbaren Projekt in Beilngries tätig und begleiten die Tourismuskonzeption für den Naturpark Altmühltal.

Ist auch eine Befragung geplant?

Ja, und zwar zur Marke Kelheim. Dabei geht es um das Bild, das Image von Kelheim und die Assoziation, die Einheimische und Gäste mit der Stadt verbinden. Es ist geplant mit der Online-Befragung Mitte September zu starten.

Weitere Berichte aus Kelheim lesen Sie hier

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht