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Region Kelheim
Montag, 20. November 2017 5

Titel

„Alle Menschen müssen sich verstehen“

Die Neustädter Grundschule ist „Schule ohne Rassismus“. Da machen die Musiker von „Luis Trinker’s Höhenrausch“ als Paten mit.
Von Wolfgang Abeltshauser

Die Kinder tanzten für ihre Gäste. Foto: Abeltshauser

Neustadt.Die Grundschule Neustadt trägt jetzt das Siegel „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“. Der Regionalkoordinator für Schulen mit Courage in Niederbayern Martin Birkner verlieh der Einrichtung jetzt offiziell den Titel. Die Neustädter haben außergewöhnliche Paten für das Projekt gewinnen können. Es ist die Rockband „Luis Trinker’s Höhenrausch“. Die Musiker hielten keine langen Reden, sondern gaben ein kleines Konzert, bei dem die Schülerinnen und Schüler gehörig mitsangen und -klatschten.

Sicherlich haben die „Trinker’s“, wie man sie gerne nennt, persönliche Beziehungen nach Neustadt. Bandmitglied Chris Kuttler ist nach eigenem Bekunden in der Stadt aufgewachsen. Seine Frau unterrichtet an der Neustädter Grundschule. Unabhängig davon sei es für sie schlichtweg aber eine Herzensangelegenheit. Als sie gefragt wurden, hätten sie nicht lange überlegt.

Seien sie doch strikt gegen Rassismus. Sie seien schon in vielen Ländern aufgetreten und haben so einige Kulturen kennengelernt. Für die Musiker aus Region sei Musik der beste Weg, in die Herzen der Kleinen zu kommen. „Kinder sind damit immer zu begeistern“, sagt Chris Kuttler. Beim Auftritt zur Titelverleihung soll es nicht bleiben. Kuttler sieht es wie Landrat Martin Neumeyer – ebenso Pate für die Neustädter Schule. Der hatte davon gesprochen, die Worte „Schule ohne Rassismus“ jetzt mit Leben zu erfüllen. Sicherlich werde es Gelegenheiten – also Schulfeste und ähnliches – geben, zu denen die „Trinker’s“ wieder kommen werden.

Für die Rektorin Birgit Ferstl haben es ihre kleinen Schützlinge auf alle Fälle verdient, die Auszeichnung zu bekommen. „Kinder in dem Alter sind tolerant und gehen menschlich miteinander um.“ Nicht weniger als 26 verschiedene Nationen werden an der Schule unterrichtet. Und so begrüßten die Kleinen ihre erwachsenen Gäste in vielen Sprachen.

Und gaben ihnen eine Aufgabe mit auf den Weg. Sie sangen: „Alle Menschen sollen sich verstehen, nur so kann die Welt weitergehen.“ Diese Stimmung nahm Landrat Neumeyer auf. Der war lange Jahre Integrationsbeauftragter – und deshalb ein durchaus geeigneter Pate. Jeder dürfe seine eigene Meinung haben. Wenn er die Meinung des anderen respektiere. Die Menschen sollen miteinander reden, singen und tanzen.

Mit zwei Paten war die Neustädter Grundschulfamilie immer noch nicht zufrieden. Und so trat auch Bürgermeister Thomas Reimer in diesen Reigen ein. Auch er hat eine Vergangenheit dort. War lange Zeit Lehrer. Fremde Menschen kennenzulernen kann spannend sein. Stellte er fest. Und rief den Kindern und Erwachsenen zu: „Wir brauchen alle einander auf der Welt – und in unserer Stadt.“

Das Wort „gemeinsam“ kann einfach umgesetzt werden. So berichtete Birkner von einem Versuch an der Neustädter Grundschule: Die Kinder hätten ihre Brotzeitboxen ausgetauscht. Und so durchaus fremdartige Speisen entdeckt. „Es hat aber alles gut geschmeckt.“

Wie gesagt: Große Worte sprach keiner der „Trinkers“. Sie brachen fetzige Lieder mit. Starteten da mit „All night long“. Machten da die Kleinen schon mit – obwohl der Song aktuell war, als ihre Großeltern jung waren. Am Ende sangen dann alle – Musiker und Publikum „“We are the world“.

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