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Region Kelheim
Sonntag, 21. Januar 2018 5

Projekt

Auf die Schüler wartet eine Baustelle

Die Hallertauer Mittelschule wird gerade generalsaniert. Das braucht viel Geld, Zeit und für die Schüler vor allem Nerven.
Von Lisa Pfeffer

In den Schulferien herrscht reges Treiben auf der Baustelle. Vor allem lärmintensive Arbeiten werden gemacht. Foto: Pfeffer

Mainburg.15 Millionen Euro verschlingt das „Mammut-Projekt“ – die Mittelschulsanierung in Mainburg. Und voraussichtlich fast zehn Jahre wird es dauern. 2016 wurde das Bauvorhaben vorgestellt und beschlossen, dieses Jahr in den Osterferien konnten dank Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn die Arbeiten starten. Mainburgs stellvertretende Bürgermeisterin Hannelore Langwieser kündigte schon während der Planungsphase an, dass eine ganze Schülergeneration wohl oder übel auf einer Baustelle zur Schule gehen müsse. Doch das soll sich lohnen – die Mission des Projekts: „Am Ende soll das Schulgebäude praktisch im Neubauzustand dastehen“, sagt Ulrich Dempf, Mainburgs Stadtbaumeister.

Barrierefreiheit und hohe Kosten

Hier werden die Schüler zukünftig Mittagessen: Der Raum wird eine Cafeteria. Foto: Pfeffer

Einer der wichtigsten Bestandteile der Maßnahme: „Die Schule soll barrierefrei gemacht werden“, berichtete Planer Norbert Raith während der Planungsphase. Der Architekt, der sein Büro in Kelheim hat, wirkte schon bei zahlreichen anderen Großprojekten im Landkreis mit. Das werde baulich der größte Eingriff sein. „Doch im Punkt Barrierefreiheit hinken wir derzeit noch hinterher“, sagt Ulrich Dempf. Somit wäre der Eingriff dringend notwendig. Zwei Aufzüge müssen geschaffen werden, dazu behindertengerechte Sanitäranlagen.

Außerdem erhält das gesamte Gebäude neue Fußböden und eine neue Wärmedämmung. Da die Klinkerfassade bestehenbleiben soll, werde dies an den Innenwänden geschehen. Raith bezeichnete die Fassade als eine große Herausforderung. Das derzeit gültige Raumprogramm verlangt weitere vier Klassenräume. Deshalb wird das Gebäude teilweise aufgestockt. Die Statik der Mauern verbietet dafür aber schwere Baumaterialien. Deshalb komme eine sogenannte Brettschichtholzkonstruktion zum Tragen.

An der Wand sieht man noch die letzten Überbleibsel aus dem alten Klassenraum. Foto: Pfeffer

Das Projekt ist unterteilt in vier Bauabschnitte, die bis 2020 fertig werden sollen. Danach wollen sich die Verantwortlichen noch Gedanken über die Turnhalle und Außenanlagen machen. Daher wird das Projekt fast ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen. Die Kosten von 15 Millionen Euro werden teilweise durch Fördermittel und teilweise vom Schulverband gestemmt. Laut dem Architekten Raith seien diese gerechtfertigt, wenn man die vollständige, planerische Begleitung der Generalsanierung sich vor Augen führe, wie z. B. die Stellung des Förderantrags, des Bauantrags, der Ausführungsplanung, der Bestandsuntersuchungen etc. Ein Neubau hätte laut seinen Schätzungen 20 Millionen Euro gekostet.

Probleme im Schulalltag

Gerade wird am ersten Bauabschnitt gearbeitet. Quasi von rechts nach links. Da die Schüler den Part des Gebäudes nicht nutzen können, fehlen Klassenräume – diese werden mit Containern im Hof ausgeglichen. Um mehr Klassenräume zu schaffen, wird das Gebäude teilweise aufgestockt. Die Statik der Mauern verbietet dafür aber wie gesagt schwere Baumaterialien. Saniert werden dazu die Aula und die Fach- und Verwaltungsräume im Erdgeschoss. Hier wird an der Funktion nichts verändert, die Räume mitsamt der notwendigen Ausstattung werden aber modernisiert.

Den rechten Part des Gebäudes können die Schüler derzeit nicht nutzen. Foto: Pfeffer

Momentan findet eine Entkernung statt und der erste Aufzug kommt bald. „Vor allem laute Sachen versucht man natürlich, in den Ferien zu machen“, sagt Dempf. Zum Beispiel für den Aufzug müsse man einiges rausbrechen. Elektro und Heizung/Sanitär werden dann als Nächstes angegangen. „Das ist eigentlich das Undankbarste, weil das macht Arbeit, aber man sieht fast nichts davon“, sagt der Stadtbaumeister.

Die Barrierefreiheit wird laut Planer Norbert Raith baulich der größte Eingriff sein. Der sanierte Baukörper an der Ebrantshauser Straße sei dann für eine Nutzungsdauer von weiteren 25 Jahren ausgelegt. Auch der Schulalltag wird von den Bauarbeiten beeinflusst. „Es gibt schon Probleme. Die Schüler müssen zusammenrücken, die Mittagsverpflegung musste umziehen und es gibt immer wieder Lärmbelästigung“, sagt Ulrich Dempf. Doch: „Eine Baustelle ohne Presslufthammer gibt es nun mal nicht.“ Man versuche, das so gut wie möglich abzuschirmen.

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Die Kosten-Übersicht

  • Die Investitionsmaßnahmen

    werden bei einer Bauzeit von gut drei Jahren nach Kostenschätzungen rund 15 Millionen Euro verschlingen. Ein Neubau würde 20 Millionen Euro kosten.

  • Das Gebäude

    wurde in den 1970er Jahren erbaut und ist nun für eine Nutzung von weiteren 25 Jahren ausgelegt.

  • Der Freistaat

    fördert die Generalsanierung mit rund vier Millionen Euro.

  • Den Rest

    tragen die Stadt Mainburg sowie die vier VG-Gemeinden als Mitglieder des Schulverbandes der Hallertauer Mittelschule. Der Schulverband hat sich für einen Mix aus einer Sonderabgabe der Verbandsmitglieder sowie Krediten entschieden, um das günstige Zinsniveau zu nutzen. Die Rücklagen von zwei Millionen Euro im Stadthaushalt mussten aufgelöst werden.

  • Neben Krediten und FAG-Zuschüssen

    gibt es eine Investitionsumlage in den Jahren 2017 und 2018, die im laufenden Jahr 1,75 Millionen Euro und im nächsten Jahr noch einmal 850.000 Euro beträgt. Das dient zur Reduzierung der Gesamtverschuldung. Insgesamt wird das Projekt schätzungsweise zehn Jahre dauern. Ziel ist, wieder einen Neubau-Zustand zu erreichen.

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