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Region Kelheim
Dienstag, 21. November 2017 7

Gestalten

Autos raus, Kunst rein am Marienplatz

Planungen für die Siegenburger Ortsmitte sind fast beendet. Konkreten Arbeiten für das Projekt sollen im Frühjahr starten.
Von Wolfgang Abeltshauser

Ein Blick von oben auf den Siegenburger Marienplatz. Foto: Dr. Stefan Satzl

Siegenburg.Es hat gedauert: Seit 1995 sind die Siegenburger auf der Suche nach einem neuen Marienplatz. Nun ist es soweit: Es gibt einen Plan, der sowohl von den Behörden genehmigt ist als auch den Segen des Marktgemeinderates hat. Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen. Geben soll es eine künstlerisch gestaltete Platzmitte, dazu getrennte Bereiche für Fußgänger und Autos. Die Zahl der Stellplätze wird es deutlich verringern.

Der 18. November ist ein wichtiges Datum. Denn dann wird eine Fachjury endgültig entscheiden, welchen Entwurf für den Bereich zwischen Maibaum und Mariensäule sie dem Gemeinderat vorschlagen wird. Diesen künstlerischen Wettbewerb hat die Förderbehörde den Siegenburgern auferlegt. Laut Bürgermeister Dr. Johann Bergermeier gab es rund 20 Vorschläge von Teilnehmern. Mittlerweile habe die Jury fünf von denen in die engere Wahl gezogen.

Kritischer Blick auf Vorschläge

Bergermeier räumt ein, dass er eigentlich mit keinem so wirklich liebäugle. Varianten mit Wasser, Sitzgelegenheiten und Hinweisen auf die örtliche Hopfen- und Brauwirtschaft bestimmen da das Bild. Einen zentralen Raum nimmt bei jeder der Alternativen die Mariensäule ein. Das die dort stehenbleiben soll, wo sie jetzt ist, war von vorn herein beschlossene Sache.

Sie wird allerdings ihren Standort auf zeit verlassen. Denn sie wird saniert. Und dazu muss sie laut Bergermeier abgebaut werden. Denn die Figur wird gesäubert. Gearbeitet werden müsse am Fundament. Der Bürgermeister geht davon aus, dass ein neues notwendig sein wird.

Ein Rundum-Blick auf den Siegenburger Marienplatz (Foto: Heindl)

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Bisher dominiert der Asphalt den Platz. Das soll sich ändern. Die Fußgänger werden künftig an den Gebäuden entlang geführt. Die Gehwege werden mit Streifenpflaster belegt. Die Fahrbahn schlängelt sich um die dann gestaltete Platzmitte. Sie wird mit Pflastersteinen im so genannten römischen Verbund belegt. Grundsätzlich soll sich die Straßenführung nicht ändern. Damit sind Gedankenspiele, den Bereich hoch zur Kirche zu einem Fußgängerareal zu machen, vom Tisch. Bei einer Bürgerversammlung vor über einem Jahr war das ein großes Thema. Im Gespräch mit unserem Medienhaus erteilt Bergermeier diesem Ansinnen nochmals eine klare Absage.
Ein strittiger Punkt sei lange Zeit die Parkplatzfrage gewesen. Die Stellflächen verschwinden logischerweise aus der Platzmitte. Und werden deutlich weniger sein als bisher. Bergermeier spricht von zwölf. Er betont, dass es gelungen sei, vor den jeweiligen Geschäften des Marienplatzes auch Stellflächen vorzusehen. Und er verweist auf nahe Langzeitparkplätze. Die gibt es jetzt schon im rückwärtigen Bereich des Rathauses. Außerdem habe es die Kommune geschafft, das Steinberger Anwesen – gelegen hinter der Raiffeisenbank – zu erwerben. Auch dort will die Kommune Parkplätze errichten. Für den Maibaum gibt es einen neuen Platz. Er soll nicht mehr zentral stehen wie jetzt. Er hält ein Domizil in der Nähe des Geldinstituts.

Viel über Bäume diskutiert

Immerhin acht Bäume sind im Plan vorgesehen. Sicherlich verträgt das Areal Grün. Und trotzdem waren die Pflanzen ebenso ein lang diskutiertes Detail. Bergermeier spricht davon, dass die Debatte weit mehr als ein Jahr gedauert hat. Erst dann hatten sich Politiker und Bürger auf diese Zahl geeinigt.

Verläuft weiter alles wie vorgesehen, werden die Bauarbeiter im Frühjahr anrücken. Dann geht es aber erst mal in die Tiefe. Denn Infrastrukturarbeiten müssen gemacht werden, bevor es ans Gestalten geht. Die Rohre für das Oberflächenwasser werden neu verlegt. Außerdem kommt Glasfaser für das schnelle Internet in den Boden. Der Schmutzwasserkanal wird saniert. Verbessert wird die elektrische Versorgung des Platzes. Das soll Feiern wie dem Bürgerfest dienen.

Damit die Siegenburger Ortsmitte auch während dieser Bauzeit angefahren werden kann, sind mehrere Bauabschnitte vorgesehen. Der Bürgermeister will sich nicht allzu sehr aus dem Fenster lehnen, was die Bauzeit betrifft. Für 2018 ist noch vorgesehen, dass im Bereich der Abens mit den Pflasterarbeiten begonnen wird. Wenn es auch noch keine Planungen dafür gibt. Bergermeier will kommendes Jahr aber einen deutlichen Startschuss für das Projekt gegen. 2019 soll die Maßnahme dann beendet werden. Und der Marienplatz neu erstrahlen. Eine lange Geschichte ginge dann positiv zu Ende.

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