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Region Kelheim
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Entwicklung

Bagger verschlingt Turnhallengebäude

Wo einst in Saal die Sportler und Beamte der Landpolizei Kelheim trainierten, wird Platz für Wohnhäuser geschaffen.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Seit vergangener Woche läuft der Abbruch des alten Turnhallengebäudes in Saal samt Anbau. Foto: Gemeinde

Saal. . Viele Saaler hatten einst Sport in der Turnhalle an der Lindenstraße betrieben – sei es als SchülerInnen oder Mitglieder des SV Saal – aber auch gefeiert. Die frühere Landpolizei Kelheim nutzte die Turnhalle in Saal. Die Nutzung des 1957 errichteten Gebäudes wurde bereits 2009 eingestellt. Denn: „Die Geräte und die Beschaffenheit der Halle entsprachen nicht mehr den geltenden Sicherheitsstandards“, so Bürgermeister Christian Nerb. Die Halle und auch der Schützenstand sowie das Tennisheim verschwinden aus dem Ortsbild nun, da auf dem Gelände das Neubaugebiet „Alte Turnhalle“ entsteht. Ein Bagger hat am 16. Oktober mit den Abbrucharbeiten begonnen. Diese werden Nerb zufolge in der zweiten November-Woche abgeschlossen.

Knapp 60 Jahre, nachdem die Saaler Turnhalle im Dezember 1957 eingeweiht und zur sportlichen Nutzung übergeben wurde, ist diese Geschichte.

Die Veränderungen und Entwicklungen im Laufe der Jahrzehnte im Ort, aber unter anderen auch bei den Konfessionen verdeutlichen die einstige Turnhalle und deren Segnung. Anlässlich der kirchlichen Segnung des Neubaues 1957 durch den damaligen katholischen Pfarrer Josef Lautenschlager durfte nach Auskunft von Bürgermeister Nerb der evangelische Pfarrer Hans Ott „nur eine Ansprache halten“.

250 000 D-Mark Kosten

Die von der Baufirma Josef Schindler, die auch den Plan erstellt hatte, im Auftrag der Gemeinde errichtete Turnhalle kostete insgesamt 250 000 D-Mark. Bürgermeister Nerb: „Im Gemeinderat wurde ein ,Turnhallenausschuss’ gegründet, der die Benutzung der Halle regelte.“ Die damals im Ort bestehenden drei Volksschulen – Knaben-, Mädchen- und evangelische Volksschule, der Sportverein Saal, die Landespolizei Kelheim nutzten die Turnhalle. Für Sportverein und Schulen war die Nutzung unentgeltlich. Die Landpolizei musste zehn D-Mark im Monat für die Nutzung von jeweils zwei Stunden pro Woche bezahlen. Die Halle war von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 17 Uhr durch die Schulen belegt; von 17 Uhr bis 22 Uhr durch den Sportverein und mittwochs zwei Stunden durch die Landpolizei.

14 Bauplätze

  • Wohnen

    Im Neubaugebiet „Alte Turnhalle“ in Saal sind 14 Bauplätze geplant. Das Areal gehört der Gemeinde Saal. Dieses umfasst ist laut Bürgermeister Christian Nerb 11 600 Quadratmeter.

  • Veräußerung

    Bewerben für die Baugrundstücke im Baugebiet „Alte Turnhalle“ und „Baugebiet Heide IV“ kann man sich bis 30. Oktober. Anschließend wird eine Liste mit den Bewerbern entsprechend der Vergabekriterien der Gemeinde erstellt. Diejenigen, die einen Zuschlag zum Erwerb eines Grundstücks erhalten, können dieses dann kaufen, so Nerb.

Aber auch Veranstaltungen wurden in der Halle abgehalten. Dazu gehörte 1958 die Feier zum 25-jährigen Priesterjubiläum von Pfarrer Lautenschlager. Viele Jahre fanden dort die traditionellen Rosenmontagsbälle der Pfadfinder Saal statt. Auch zahlreiche Jahre wurde das Bürgerfest, entweder auf dem Platz vor der Turnhallen oder bei schlechtem Wetter im Gebäude gefeiert. Der SV Saal hielt in der Turnhalle lange Zeit einen Kinderfasching ab. 1966 fand nach Angaben des Bürgermeisters auch ein Lehrgang des Bayerischen Fußballverbandes statt. Pfarrer Josef Gallmeier, der aus Saal stammt, feierte seine Primiz in der Turnhalle. Auch viele Vereinsfeste und private Feste seien in der Halle gewesen.

So sieht es aktuelle auf dem Abbruchgelände aus. Foto: Gemeinde

Von der Kommune war 1992 ein Kostenangebot wegen einer Renovierung eingeholt worden. „Damals wären Kosten von 150 000 D-Mark entstanden.“ Eine Renovierung erfolgte nicht. Seit 2009 ist die Dreifachhalle des Schulverbandes die einzige Turnhalle in Saal, da die a alte Turnhalle geschlossen wurde. Eine weitere Turnhalle im Gemeindegebiet ist bei der Prälat-Michael-Thaller-Schule in Mitterfecking. Als Ziel der Gemeinde nennt der Bürgermeister „in den nächsten Jahren eine weitere Mehrfachhalle für den Breitensport zu errichten“, da mit der Halle in Saal „der gewünschte Bedarf nicht gedeckt werden kann“.

Gemeinde baut Vereinsgebäude

Die Schützengesellschaft (SG) hatte ihr Vereinsheim seit 23. Februar 1974 in der alten Turnhalle. Christian Nerb: „Die Schützen haben damals seitlich den Anbau selbst und auf eigene Kosten erstellt und auf der ehemaligen Bühne der Turnhalle den Schützenstand eingerichtet.“ Der Bürgermeister weiter: „Die Schützen sowie auch der Tennisverein werden in Zukunft auf dem Baugebiet ,Hinter der Schule’ untergebracht. Hier erstellt die Gemeinde im Rahmen der Auslagerung beider Vereine einen neuen Tennisplatz sowie ein Vereinsgebäude für beide Vereine mit Schützenstand.“ Nach den Abbrucharbeiten wird Nerb zufolge „so weit möglich“ das Gelände für das Baugebiet heuer noch erschlossen.

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