mz_logo

Region Kelheim
Sonntag, 24. Juli 2016 30° 4

Projekt

Befreiungshalle erlebt und ertastet

Verkleidet als König Ludwig oder Leo von Klenze erkunden, ertasten und erhören sich 150 Förderschüler das Kelheimer Denkmal auf dem Ludwigsberg.
Von Benjamin Neumaier, MZ

  • In kleinen Gruppen arbeiteten sich die Schüler von der Wiese vor der Befreiungshalle bis zum Rundgang im Inneren hoch. Fotos: Neumaier
  • Verkleidet als Architekt Klenze oder König Ludwig ging es für die Kinder auf die Befreiungshallen-Führung.
  • Im Zelt wurden fleißig Befreiungshallen aus Pappe und Friedensengel aus Ton gebastelt.

Kelheim. Die Kreisstadt steht in diesem Jahr im Zeichen der Befreiungshalle. Auf zahlreichen Konzerten, Ausstellungen oder Vorträgen durften schon viele die Magie des Denkmals auf dem Michelsberg aufsaugen.

Gestern begrüßte die Befreiungshalle 150 besondere Gäste. Darunter König Ludwig I, dessen Frau Therese, Architekt Leo von Klenze und auch Bauarbeiter. Zumindest durften einige der 150 Förderschüler der Cabrini-Schule Offenstetten, der Prälat-Michael-Thaller-Schule Abensberg und der Eduard-Staudt-Schule Thaldorf zum Aktionstag „Erlebnisort Befreiungshalle“ in deren Rollen schlüpfen. Die Schüler waren nach Kelheim gekommen, um die Befreiungshalle nicht nur zu besichtigen, sondern zu begreifen und zu erleben.

Höhe der Steine nachmessen

Dafür verwandelten sich die in zehn Gruppen aufgeteilten Schüler in König Ludwig oder auch Leo von Klenze. Der durfte dann unter anderem die Höhe der Steinquader nachmessen, die für die Befreiungshalle verwendeten wurde. Überhaupt erlebten die Kinder keine Führung im herkömmlichen Sinn, sondern durften die Befreiungshalle erarbeiten, ertasten und erhören – denn neben dem Anfassen spielte eine Blaskapelle auf, um den Schülern die außergewöhnliche Akustik der Halle näherzubringen.

Verantwortlich für die Umsetzung und Konzeption des Erlebnistages ist die Firma Cultheca aus Regensburg von Regine Leipold: „Es ist ganz wichtig, dass diese Kinder den Unterschied zwischen der rauen Außenfassade und dem glatten Marmor innen spüren. Man kann sie nicht einfach zuplappern – da schalten sie sofort ab. Das Erlebnis rückt in den Vordergrund“, sagte sie.

Doch neben dem Erleben des Denkmals ging es auch um Inhalte. Warum und von wem wurde die Befreiungshalle gebaut? Welche Materialien wurden verwendet? Warum sieht die Halle so aus, wie sie aussieht?

Wilde Kreationen im Bastelzelt

Dabei glänzten die Kinder mit allerhand Wissen, lernten aber auch viel dazu. Lehrerin Sandra Prokschi von der Eduard-Staudt-Schule war begeistert: „Eine tolle Aktion. Wir bekamen wenig Vorinfos, aber der heutige Tag ist einfach von vorne bis hinten super gestaltet.“

Gestaltet wurde auch woanders – im extra aufgestellten Bastelzelt durfte jede Gruppe eine Befreiungshalle nach ihren eigenen Vorstellungen kreieren. Von der Farbe der Wände über die Engelsstatuen bis hin zum Bodenbelag waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Das erkannten auch Landrat Dr. Hubert Faltermeier und Bürgermeister Fritz Mathes, die im Bastelzelt auf Erkundungstour gingen. Beide sprachen von „einem gelungenen Tag“ und „umwerfenden Konzept“. Auch Jubiläums-Koordinator Dr. Christoph Lick-leder war angetan: „Die Befreiungshalle ist ein Denkmal der Freiheit. Sie ist für alle da – deshalb freut es mich, dass für die Kinder der Förderschulen dieser Tag ermöglicht wurde. So werden auch sie Teil des Jubiläums – das ist gelebte Inklusion.“

Kommentare (0) Regeln Unsere Community Regeln

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht