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Region Kelheim
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Debatte

Bildung für Bürger einen Schritt weiter

Saal soll eine öffentliche Bücherei erhalten – nur die Sachen mit den Miete ist momentan noch der Knackpunkt
Von Roland Kugler

Ob Bilderbuch, Literatur oder Sachmedien – seit vielen Jahren gibt es die Idee für eine Bücherei in Saal. Ob sie verwirklicht wird, ist auch eine Frage der Kosten. Foto: Peter Endig/dpa

Saal.Sandra Berghammer aus Unterschambach und Uli Grepmeier aus Mitterfecking arbeiten seit Jahren in der Bücherei der Grundschule Saal. Dort herrscht eine rege Nachfrage der Kinder nach Büchern und anderen Medien. Die Bibliothek ist auch gut sortiert, aber nur für Grundschulkinder von sechs bis zehn Jahren. Im Frühjahr diesen Jahres traten sie an Bürgermeister Nerb mit der Idee heran in Saal eine Gemeindebücherei einzurichten. „Da sind sie bei mir auf offene Ohren gestoßen“, sagt Nerb, „ich hatte schon in den Neunziger Jahren als Gemeinderat den Wunsch der allerdings nicht verwirklicht wurde.“

Aber er brachte die Anregung in den Gemeinderat, und da auch bald eine Immobilie gefunden wurde kam sie auch positiv an. Als Nerb jedoch Kontakt mit der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen aufnahm stellte sich heraus dass diese mit 100 Quadratmeter zu klein war. Eine Gemeinde wie Saal mit 5400 Einwohnern brauche die etwa doppelte Fläche für etwa 10 000 bis 12 000 Bücher und Medien.

Standort wäre gefunden

Auf der Suche nach einer passenden Immobilie erinnerte sich Nerb an die Pläne für ein dreigeschossiges Gebäude, das nächstes Jahr im Zentrum Saals auf dem Kirchplatz entstehen soll. „Dort wäre im Erdgeschoss noch eine Fläche mit 200 Quadratmetern frei, die optimal wäre“, sagt Nerb, „nur die Miete ist zu hoch.“ Deshalb nahm er Gespräche über eine Mietreduzierung für eine Gemeindebücherei mit dem Bauherrn auf.

Auf der geschotterten Fläche soll ein Gebäude entstehen, in das die Bücherei einziehen könnte. Doch noch sind der Gemeinde die Mietkosten zu hoch. Foto: Kugler

Nun stand das Thema auf der Tagesordnung der Gemeinderatsitzung am Dienstag, und da kam es zu einer kontroversen Diskussion. „Muss dieser Luxus für Saal sein wenn es fünf Kilometer weiter in Kelheim eine große und gute Stadtbücherei gibt?“ fragte Mario Kaspar von Wähler für Wähler. Er stellte auch die Kosten heraus, mit etwa 100 000 Euro für die Grundausstattung, und bis zu 45 000 Euro jährliche Folgekosten je nach Öffnungszeiten, Personalaufwand und Miete. Bei letzterer wurde dabei mit dem gewünschten aber noch nicht zugesagten reduzierten Betrag gerechnet. Kaspar sei zwar nicht grundsätzlich gegen eine Bücherei, würde sie aber auf einen späteren Zeitpunkt verschieben in Anbetracht der Ausgaben die von der Gemeinde in nächster Zeit zu schultern sind. Als Beispiele nannte er die geplante Bahnüberführung in der Regensburger Straße, Kindergartenanbau, Bau eines neuen Tennis- und Schützenheimes, Kauf eines Fahrzeugs für die Mitterfeckinger Feuerwehr und weitere Vorhaben. Auch Saals zweiter Bürgermeister Josef Rummel von den Unabhängigen Wählern äußerte sich skeptisch. Er stellte in Frage ob es genügend Interesse und Nutzer für eine Bücherei gibt.

Nerb verteidigte seine Befürwortung: „Trotz der Ausgaben steht die Gemeinde finanziell gut da. Bei vielen Belastungen muss man den Bürgern auch mal etwas zurückgeben“ sagte er.

Ortsmitte beleben

Außerdem passe eine Bücherei gut in das Konzept der Belebung der Ortsmitte und bereichere die Gemeinde mit Kultur und Veranstaltungen. Auch Walter Dietz von der CSU meinte, dass bei Kosten von etwa 40 000 Euro jährlich umgerechnet auf die Einwohner acht Euro pro Kopf nicht zu viel für die Gemeinde wären. Wolfgang Ludwig von der SPD sagte „Bildung und Kultur rentieren sich immer“. Auch wenn die beabsichtigte Miete nicht erreicht würde sollte man trotzdem an dem Vorhaben festhalten und nach einer anderen Immobilie suchen.

Nach Diskussionen kam es zu folgendem Beschluss: Mit 13 : 5 votierte das Gremium dafür, bei Erreichen der gewünschten Miete die Einrichtung einer Bücherei im künftigen Gebäude auf dem Kirchplatz zu verfolgen.

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