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Region Kelheim
Montag, 22. Januar 2018 10

Forschung

Bioöl aus Klärschlamm erzeugen

Bürgermeister aus Kreis Kelheim bei Energieeffizienz-Netzwerk-Treffen – Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft vorgestellt.

Bei der Führung durch die Pilotanlage (v. l.) 2. Bürgermeister Winfried Roßbauer aus Wildenberg, Mainburgs Bürgermeister Josef Reiser und Bürgermeister Gerhard Zeitler aus Train mit Kollegen aus FrankenFoto: Roßbauer

Train. Train. Kürzlich fand das zweite Netzwerktreffen des Energieeffizienz-Netzwerkes für Kommunen statt. Daran nahmen Bürgermeister Gerhard Zeitler, Train, Bürgermeister Josef Reiser, Mainburg, und zweiter Bürgermeister Winfried Roßbauer, Wildenberg, teil. Unter den Gästen waren auch Vertreter der Städte Abensberg, Hersbruck und Marktredwitz.

Als Mitglieder des Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerks kommen diese Kommunen bei regelmäßigen Treffen zusammen, um sich über aktuelle Ereignisse und Projekte in ihren Kommunen und Landkreisen auszutauschen und Neues aus Politik und Wirtschaft zu erfahren. Beim jüngsten Treffen konnten sie sich zudem über die Aktivitäten sowie die regionale Vernetzung von Forschungsreinrichtungen informieren. Das Programm des Netzwerktreffens wird vielfältig gestaltet. In den Vorträgen von Fraunhofer Umsicht wurde die Forschungseinrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft vorgestellt sowie die TCR-Technologie, die von Fraunhofer Umsicht eigens entwickelt wurde. Beim „Thermo-katalytischen Reforming“ (TCR-Verfahren) wird Biomasse in einem mehrstufigen, thermischen Verfahren in hochwertige Energie- und Nährstoffträger umgewandelt. Durch das Technikum, in dem sich die TCR-Pilotanlage befindet, führten Dr. Andreas Apfelbacher, Gruppenleiter Thermochemische Prozesse von Fraunhofer Umsicht, zusammen mit Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch und Denise Hofmann, beide vom Institut für Energietechnik IfE. Beide informierten auch über das Thema Verwertung von Klärschlamm. Dabei wurden neue Möglichkeiten aufgezeigt, Perspektiven für die Klärschlamm-Verwertung zu schaffen, welche sich aus den veränderten politischen Rahmenbedingungen ergeben und nötig sind.

Bei der Abwasserreinigung fallen in Deutschland rund 1,8 Millionen Tonnen Klärschlamm an. Rund 60 bis 70 Prozent des Klärschlamms werden derzeit immer noch landwirtschaftlich verbraucht oder deponiert. Da Klärschlamm Energie enthält und vor allem Phosphor, steht das Recycling von Phosphor an oberster Stelle. Aber auch Bioöl und Syngas kann aus Klärschlamm erzeugt werden. In der Anlage selbst läuft ein Fahrzeug mit einem 20-prozentigen Anteil an verbrauchtem Biodiesel. Dies bestätigte Apfelbacher. Insgesamt lasse sich zusammenfassend sagen, dass Biomassen sich mittels TCR sehr gut zu Koks, Öl und Gas umsetzen lassen. So könnten erneuerbare Treibstoffe generiert werden, eine BHKW-Anwendung der TCR-Öle und –Gase sei direkt möglich, aber auch die Rückgewinnung von Wertstoffen wie Phosphor. (drp)

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