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Region Kelheim
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Expedition

Blick über afrikanischen Tellerrand

Die Kirchmanns berichten im Pfarrheim Abensberg über afrikanische Welten im Kongobecken und wie es mit dem Krankenhaus in Sabou weitergeht.
Von Manfred forster, MZ

Weder Baustelle noch Ruine – diese Schule in Nigeria besteht nur aus Lehmziegeln und einem notdürftig eingezogenen Sonnenschutz aus Zweigen und Ästen. Fotos: Kirchmann

Abensberg. „Afrika ist nicht aus einem Guss,“ sagt Main dans la Main- Vorstand Hanns-Peter Kirchmann. Auch von Burkina Faso, wo sich der Abensberger mit seiner Stiftung engagiert, aus muss man hin und wieder über den westafrikanischen Tellerrand schauen, Erfahrungen aus anderen Projekten sammeln und Ausschau halten, wo sonst noch Hilfe nötig ist. Darüber berichten Hanns-Peter und Felicitas Kirchmann am Donnerstag, 18. Oktober, um 19.30 Uhr im Ägidiussaal im Pfarrheim Abensberg.

„Zwischen Touaregs und Pygmäen lebten die Kirchmanns zu Beginn dieses Jahres, als sie über mehrere Wochen Länder im Kongobecken bereisten. Ruanda, das vielen Menschen heute allein wegen des Völkermordes 1994 der Hutus an den Tutsi ein Begriff ist, Uganda, ein Rückzugsgebiet der letzten Berggorillas und Kamerun, wo sie Pygmäen besuchten, waren die Ziele der Expedition. Freilich gibt es auch einen kurzen Zwischenbericht zum Stand des Projekts Erweiterung des Krankenhauses in Sabou um eine Entbindungsstation und einem OP-Saal.

Dazu meint Kirchmann: „Wer in Deutschland davon redet, dass Bauen ein Abenteuer ist, war noch nie in Afrika.“ Heuer im Frühjahr wurde der Grundstein gelegt. Wenige Tage nach dem Vortrag am Donnerstag wird Kirchmann mit deutschen Elektrikern die Starkstromleitungen im Krankenhaus verlegen. Ende November wird Hanns-Peter Kirchmann dann mit dem Staat Burkina Faso und den Provinzialen der Franziskaner aus Warschau und Pescara über die Organisation des erweiterten Krankenhauses diskutieren. Die Einweihung ist für das Frühjahr 2013 vorgesehen.

Eine positive Bilanz ziehen Hanns-Peter und Felicitas Kirchmann zu einem anderen Projekt der Stiftung – die Kunstaktion „Masques“ mit Masken, moderner Malerei und Musikern aus Burkina Faso in Siegen in Nordrhein-Westfalen. Wie vor drei Jahren in Abensberg besuchten Künstler und Musiker eine Woche lang Schulen, gestalteten eine Bilderausstellung und versuchten dadurch das Bild der Deutschen von Afrika realistischer zu zeichnen. „Wenn die Lehrer engagiert sind, dann sind auch die Kinder offener“, hat Felicitas Kirchmann erfahren.

Ein wichtiger Aspekt dieser Aktion für sie war die Völkerverständigung: „Da werden Berührungsängste abgebaut.“ Kirchmann: „Da war ich schon begeistert, dass viele Schulklassen dann auch in die Ausstellung gekommen sind.“ Eine interessante Erfahrung – vor allem für Schüler und Lehrer – war aber diese: Bei den Workshops mit den Malern und Musikern erfuhren sie, wie wunderbar man ohne technische Hilfsmittel und viel Equipment musizieren, tanzen und malen kann, wenn man sich von der Kreativität der afrikanischen Akteure anstecken lässt.

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