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Region Kelheim
Sonntag, 19. November 2017 7

Alkohol

Bunter Vogel statt Schnapsdrossel

Eine bundesweite Ausstellung beschäftigt sich mit Alkoholmissbrauch. Ein Bilder von Mona Brummer ist mit dabei.
Von Wolfgang Abeltshauser

Für dieses Bild hat Mona Brummer einen Sonderpreis erhalten. Foto: Abeltshauser

Abensberg. „Bunt statt blau“ heißt eine Ausstellung, die in diesen Tagen in der Aula der Johannes-Thurmair-Realschule zu sehen ist. Gezeigt werden die Siegerbilder des bundesweiten Wettbewerbs, den die Krankenkasse DAK ausgeschrieben hat und in dem sich Jugendliche kreativ mit dem Thema Alkoholmissbrauch auseinandersetzen. Mit auf Deutschlandtournee ist auch ein Bild der Thurmair-Schülerin Mona Brummer. Sie hat auf Landesebene den Sonderpreis für jüngere Künstler gewonnen.

Bilder bleiben im Kopf

Die Bilder und Collagen sind in der Aula ausgestellt. Foto: Abeltshauser

Den Wettbewerb, bei dem weitere Schülerinnen und Schüler der Realschule mitgemacht haben, gibt es seit 2010, sagte DAK-Vertreterin Elke Cebulla. Heuer habe es immerhin 7000 Einsendungen gegeben. „Die Bilder sollen nicht einfach in der Schublade verschwinden“, sagte sie zur Intention der Ausstellung. Jugendliche sollen sich mit dem Thema auseinandersetzen – selbstbestimmt und kreativ. Ohne den erhobenen Zeigefinger der Erwachsenen. Verbote seien nicht gut. Da hat sie Landrat Martin Neumeyer, den Schirmherrn der Schau, dicht neben sich stehen. Verbote, sagte Neumeyer, machen Alkohol nur interessanter. Schulleiterein Maria Warsitz-Müller betonte, dass Drogen- und Alkoholmissbrauch an der Realschule in den vergangenen Jahren und jetzt kein Thema seien. Aber sicherlich würden Schüler der Einrichtung auch Alkohol konsumieren. Und deshalb sei es trotzdem wichtig, sich damit auseinanderzusetzen.

Sogleich zählte sie auf, was an ihrer Schule alles geschieht. Ab der siebten Jahrgangsstufe sei das Thema immer wieder Unterrichtsstoff in verschiedenen Fächern. Da gehe es um die Wirkung von Alkohol ebenso wie über Strafen, die bei Alkoholmissbrauch im Straßenverkehr drohen. Es gibt eine Kooperation mit der Polizei. Und es gibt die Drugbusters. Das ist eine Gruppe von Schülerinnen, die regelmäßig Projekte zum Thema organisieren. Ralf Schledorn von der Suchtberatung im Landratsamt lobte diese: „Sie nehmen klar Stellung zum Thema.“ Sie würden Wahrheiten aussprechen, die nicht immer alle hören wollen.

Das sei auch gut, befand der Landrat. Denn man müsse lernen, mit Alkohol umzugehen. Wobei Flatratepartys, bei denen es Hochprozentiges zu Discountpreisen gibt, nicht gerade hilfreich seien. Deshalb begrüße er es, dass der Gesetzgeber das jetzt eingeschränkt habe.

Alkoholvergiftung ist die Gefahr

Ein Geschenk gab es für Mona Brummer von Elke Cebulla. Foto: Abeltshauser

Abensbergs dritte Bürgermeisterin Gertraud Schretzlmeier freute sich über den Wettbewerb. Weil es ein guter Weg sei, das Thema zu bearbeiten. „Bilder bleiben länger im Kopf.“ Oftmals haben die jungen Künstlerinnen und Künstler ihre Werke mit Slogans verbunden, die sich durchaus im Gehirn festsetzen: „Sei bunt und stark statt blau und schwach“, hat beispielsweise Mona Brummer auf ihr Bild geschrieben. „Lieber ein bunter Vogel als eine Schnapsdrossel“ ist ein weiteres Beispiel.

Laut Schledorn ist die Jugend beim Umgang mit Alkohol vernünftiger geworden im Vergleich zur Situation von vor etwas zehn Jahren. Deutlich weniger würden Alkohol und Nikotin konsumieren. Grundsätzlich sei auch nicht eine akute Suchtgefährdung bei den meisten das Problem. Es gehe eher darum, Alkoholvergiftungen zu vermeiden, weil viele keine Erfahrung damit haben, wenn sie einmal Alkohol trinken.

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