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Region Kelheim
Dienstag, 21. November 2017 5

Problem

Caritas-Schuldnerberatung unter Druck

Seit zehn Jahren ist keine Erhöhung des Zuschusses vom Landkreis Kelheim erfolgt – die Neubesetzung der Stelle auf Eis.

Erhöht der Kreis den Zuschuss für die Caritas-Schuldnerberatung? Foto: dpa

Kelheim.1992 hat der Caritasverband Kelheim mit der Gründung der Schuldnerberatung eine kommunale Aufgabe übernommen. Der Landkreis hat die Einrichtung seither mit einem Zuschuss gefördert. Nachdem dieser aber seit zehn Jahren nicht erhöht wurde, ist die Beratungsstelle selbst unter finanziellem Druck geraten, heißt es in einer Pressemitteilung der Caritas.

Antrag im Kreisausschuss

Nach dem Weggang des langjährigen Beraters hat der Vorstand der Caritas die Neubesetzung der Stelle auf Eis gelegt, bis der Landkreis über seine künftige Förderung entscheidet. In der Kreisausschusssitzung am 23. Oktober steht der Zuschussantrag der Caritas auf der Tagesordnung. Seit 1. Oktober ist die Schuldnerberatung im Landkreis nicht besetzt. Die Schuldnerberatung ist seit 25 Jahren Bestandteil der Sozialen Dienste der Caritas Kelheim und zählt zu den Basiseinrichtungen der sozialen Infrastruktur im Landkreis, so die Caritas. Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden 2875 Klienten beraten, hinter denen 7968 betroffenen Angehörige stehen. Die Existenzsicherung von Familien in der akuten Notlage und die Erarbeitung einer langfristigen Perspektive für einen wirtschaftlichen Neuanfang sind die wesentlichen Ziele der Beratungsarbeit. 2016 wurde mit 373 Klienten ein neuer Höchststand erreicht. Allerdings war in den vergangenen Jahren eine Wartezeit von sechs bis zwölf Wochen bis zum ersten Beratungstermin die Regel, so groß ist der Beratungsbedarf. Bisher ist die Stelle nur mit 33 Wochenstunden Beratung und einer anteiligen Verwaltungskraft besetzt gewesen. Der bisherige Berater Johann Rettermayer brachte als gelernter Bankkaufmann und Sozialpädagoge ideale Voraussetzungen mit, um das Konzept „Sozialberatung für Schuldner“ der Caritas, welche die wirtschaftliche und soziale Situation der Hilfesuchenden gleichermaßen in den Blick nimmt, umzusetzen. Ab dem 1. Oktober hat er eine neue berufliche Herausforderung angenommen. Seitdem ist die Schuldnerberatung der Caritas nicht mehr besetzt. Hilfesuchende Klienten müssen derzeit abgewiesen werden.

Grund hierfür ist die ungeklärte Finanzierung der Beratungsstelle in der weiteren Zukunft, heißt es in der Mitteilung. Seit zehn Jahren hat der Landkreis seinen Zuschuss von bisher 46000 Euro nicht mehr erhöht. In dieser Zeit sind allein die Personalkosten der Caritas (genauso wie beim Landkreis) um 23 Prozent gestiegen.

Defizit: neuer Höchststand

In diesem Zeitraum hat die Caritas 229 000 Euro Eigenmittel für die Erfüllung der kommunalen Aufgabe ausgegeben. „2016 hat das zu deckende Defizit mit 32 593 Euro einen neuen Höchststand erreicht und ist für uns nicht mehr zu tragen. Deshalb hat der Vorstand die Wiederbesetzung der Stelle gestoppt, bis Klarheit über die weitere Finanzierung besteht“, ist Caritas-Geschäftsführer Hubert König zitiert.

Mit Landrat Neumeyer sei die Situation besprochen. Es werde auf die Entscheidung des Landkreises gewartet, wie es weitergehen kann. „Ohne deutliche Erhöhung des Zuschusses wird die Beratungsstelle nur in deutlich reduziertem Umfang besetzt werden können. Das führt am tatsächlichen Bedarf vorbei und wir müssen weiter Menschen in Not abweisen“, so König.

„Nun liegt es am Landkreis, wie es mit der Schuldnerberatung der Caritas Kelheim weitergeht. Benötigt wird sie jedenfalls dringend,“ heißt es in der Pressemitteilung des Caritasverbands Kelheim.

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