mz_logo

Region Kelheim
Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Interessant

Der Blick der Jugend auf den Kanal

Das Kanaljubiläum endet mit der Kunstausstellung der Riedenburger Schüler. Als der Bau öffnete, waren sie noch nicht geboren.
von Petra Kolbinger

  • Auch die Riedenburger Schüler waren gespannt auf die Werke der anderen. Fotos: Kolbinger
  • Das Für und Wider künstlerisch umgesetzt

Riedenburg.Die Dreiburgenstadt hat das Kanaljubiläum heuer mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen gefeiert. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres „25 Jahre Main-Donau-Kanal“ präsentieren nun die Schülerinnen und Schüler der Riedenburger Bildungseinrichtungen ihre Auseinandersetzung mit dem Thema im Rahmen einer Kunstausstellung im Haus des Gastes. Die Vernissage fand am Dienstagabend statt.

Ein einschneidendes Erlebnis

Der Bau des Main-Donau-Kanals war für die Perle des Altmühltals ein im wahrsten Wortsinne „einschneidendes“ Ereignis, mit dem die jungen Leute sich durchaus kritisch und aus unterschiedlichsten Perspektiven auseinandergesetzt haben. Die Kunstlehrerinnen Karin Dachs von der Mädchenrealschule St. Anna, Julia Beutlhauser von der Johann-Simon-Mayr-Realschule und Sabine Campe von der Grund- und Mittelschule begleiteten den kreativen Schaffensprozess und zeigten sich am Ende selbst beeindruckt von der Kreativität und vom handwerklichen Geschick ihrer Schüler.

Im Kunstunterricht haben die Erst- bis Neuntklässler die europäischen Wasserstraße aus allen möglichen Perspektiven beleuchtet und ihre Ideen in verschiedenen Techniken und mit unterschiedlichsten Materialien umgesetzt. Heraus kam eine kreative Einladung an den Betrachter, den Gedanken und Überlegungen der Generation zu folgen, für die der Kanal eigentlich ein selbstverständlicher Bestandteil der heimatlichen Landschaft ist.

1992 wurde der Main-Donau-Kanal offiziell seiner Bestimmung übergeben – die junge Künstler waren damals noch nicht geboren. Umso erstaunlicher, befand Karin Dachs bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste der Vernissage, dass die Kinder und Jugendlichen den Verlust der einstigen Altmühl und der sie umgebenden, malerischen Landschaft, doch so schnell auch als solchen empfunden hätten.

Und so verwundert es nicht, dass neben den vielen positiven Effekten, die die Wasserstraße für Riedenburg mit sich gebracht hat, auch die negativen Effekte ihren Niederschlag in den Werken der Schüler gefunden haben – bis hin zu den Protesttransparenten der Kanalgegner, die in der Ausstellung noch einmal zu Wort kommen und an die Verluste an Lebensraum für Flora und Fauna und die Zerstörung des malerischen Landschaftsbildes erinnern, vor denen die Bürgerbewegung vor einem Vierteljahrhundert vergeblich gewarnt hatte.

Was am Ende überwiegt...?

Ob unterm Strich der positive Nutzen überwiegt oder der Verlust die Oberhand behält, mag der Betrachter entscheiden.

In den kleinen Kunstwerken, die bei freiem Eintritt noch bis zum 20. November zu sehen sind, spiegeln sich die erstaunlich tiefschürfende Gedanken junger Menschen und regen an, sich selbst intensiv mit dem Main-Donau-Kanal auseinander zu setzen, der das Gesicht Riedenburgs mehr als das anderer Anrainerstädte verändert hat – über, unter und neben der Wasseroberfläche.

Mit ihrem kreativen Schlusspunkt unter das ereignisreiche Kanaljubiläumsjahr fassen die jungen Künstler noch einmal die ganze Bandbreite an Blickwinkeln auf den Kanal höchst ansehnlich zusammen. Interessierte haben noch bis zum 20.November Gelegenheit, sich die Ausstellung anzusehen und eigene Gedanken und Empfindungen dabei frei fließen zu lassen.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht