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Region Kelheim
Freitag, 15. Dezember 2017 6

Hoffnung

Die Gefahr droht von den Hängen

Sandharlanden sucht seit langem nach einem Hochwasserschutzkonzept. Neue Förderrichtlinien könnten jetzt helfen.
Von Wolfgang Abeltshauser

Der Kapellenberg von der Waldstraße aus gesehen. Regenwasser von seinen Hängen sorgt für Probleme. Foto: Abeltshauser

Abensberg.Seit Jahren hoffen die Bewohner von Sandharlanden auf einen Schutz vor den Sturzfluten, die immer wieder ins Dorf strömen, wenn es stark regnet. Vorläufige Planungen der Kommune gibt es. Bisher scheiterten Versuche, sie umzusetzen, aber daran, dass es keine Chance auf Zuschuss-Gelder gab. Neue Förderrichtlinien könnten das jetzt ändern.

Hans Schmid – der Chef der Stadtwerke – steht schon in den Startlöchern. Denn die Stadt hat sich für die Aufnahme ins „Sturzflut-Risikomanagement“ beworben. Bisher sei es so gewesen, dass es nur Geld gibt, wenn nahe am Ort ein so genanntes Gewässer dritter Ordnung – also ein kleiner Graben oder Bach – vorbeifließt. Auch weil es in Bayern immer wieder Schäden aufgrund starker Regenfälle gab, bei denen das Wasser dann aus den Fluren in die Orte strömte, wurde das jetzt geändert. Schutzmaßnahmen gegen „wild abfließendes Wasser“ sind in diesem Fördersystem vorgesehen. Wird Abensberg mit Sandharlanden aufgenommen, würde ein umfassendes Schutzkonzept erstellt. Die Entscheidung fällt laut Schmid im Januar.

Blick zum Kapellenberg

Und das ist nun genau das Problem der Menschen aus Sandharlanden: „Das Wasser kommt von den Hängern herunter“, weiß Schmid. Und blickt dabei auf den Kapellenberg und das Areal Lauter Gries. Besonders bei Gewittern von Osten her sei Sandharlanden gefährdet. Abhilfe tut Not. So berichtet der Sandharlandener Stadtrat Reinhard Handschuh davon, dass Bürger mittlerweile bei entsprechenden Wetterlagen Angst haben, ihr Grundstück zu verlassen. Weil sie befürchten, es überflutet vorzufinden.

Und so hat die Kommune eigentlich schon lange ein Maßnahmenpaket geschnürt. Die beiden Sandharlandener Räte Handschuh und Andreas Schierlinger haben sich gemeinsam mit Schmid viele Gedanken gemacht. Eine kleine Schutzmauer am Fuße des Kapellenbergs würde in Schmids Augen Wunder bewirken. Sie müsste nur 30 Zentimeter hoch sein. Mit ihrer Hilfe könnte das Wasser in zwei Regenrückhaltebecken am Ortsrand geleitet werden.

Während der Flurbereinigung wurde ein Graben, der Richtung Holzharlanden fließt und in einen dortigen Graben mündet, verrohrt. Schmid und seine Mitstreiter haben schon festgestellt: Die Rohre sind zu eng. Es bräuchte größere – oder der Graben wird wieder geöffnet. „Das wäre mir das liebste.“

Wenn also im Frühjahr ein Fachbüro beauftragt werden darf, ein Konzept zu erstellen, gebe es schon Vorarbeiten. Allerdings ist sich Schmid sicher, dass es bei diesen angesprochenen Maßnahmen auf keinen Fall bleiben werde. Denn bei dem neuen Fördersystem werde sehr auf Nachhaltigkeit geachtet. Da gehe es auch darum, Wasser in der Flur zurückzuhalten und erst gar nicht nahe ans Dorf heranfließen zu lassen. Statt der zwei großen Rückhaltebecken könne er sich deshalb mehrere kleine vorstellen.

Bürger spielen wichtige Rolle

Mit im Boot werden die Bürger sein – und das mitten im Prozess. In Bürgerversammlungen sollen den Dorfbewohnern Baumaßnahmen nähergebracht werden, mit denen sie ihre Grundstücke schützen können. Gesprochen werde außerdem mit den Landwirten – nicht nur wegen der Rückhaltebecken in der Kulturlandschaft. Da gehe es auch um die Art der Aussaat und die Anlage der Felder.

Läuft alles nach Plan, könnten das Konzept im Herbst stehen. Das ist die Hoffnung von Schmid. Konkrete Arbeiten wären dann für das Jahr 2019 vorstellbar.

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