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Region Kelheim
Sonntag, 21. Januar 2018 5

Bau

Die Offenstettener Grundschule wächst

Die Arbeiten sind im Plan, die Einschränkung für die Schule gering – zwei Klassen müssen aber in die Garderobe umziehen.
von Benjamin Neumaier

  • Die Fertigbetonteile werden passgenau geliefert und mit einem Kran – und trotzdem viel Handarbeit – in Stellung und ins Wasser gebracht und dann ausgegossen. Foto: Neumaier
  • Im Anbau entstehen auf zwei Ebenen vier Klassenzimmer sowie ein Mehrzweckraum und ein Musikzimmer. Foto: Neumaier
  • Die Garderobe wird kurzfristig zu zwei Klassenzimmern umgebaut. Foto: Neumaier
  • So sieht der Anbau aktuell von außen betrachtet aus. Foto: Neumaier

Offenstetten.Ein Fertigbetonteil nach dem anderen fliegt scheinbar – der Kran ist hinter den Bäumen nicht zu sehen – Richtung Grundschule Offenstetten. Mit kurzen Funksprüchen verständigen sich die Maurer mit dem Kranführer, passen ein Teil nach dem anderen ein, setzen sie ins Wasser und schrauben sie mit Baustützen fest. „Passt. Das nächste!“

Der Erweiterungsbau der Grundschule – auf zwei Etagen entstehen vier Kassenzimmer, ein Mehrzweckraum und ein Musikzimmer – wächst stetig in die Höhe. Zeitlich liege man auf der Großbaustelle „auf den Tag genau im Plan und auch sonst gibt es keine Probleme“, sagte Architekt Norbert Raith bei der Baubesichtigung am vergangenen Montagnachmittag. Bis zu den Sommerferien solle der Rohbau stehen, dann folge das Dach sowie die Dachsanierung bestehenden, angrenzenden Schulgebäudes.

Bau lag kurzfristig auf Eis

Das die Baustelle kurz vor den Pfingstferien schon so weit ist, war nicht abzusehen: Schon alleine deswegen, weil der Bau vor ziemlich genau elf Monaten kurzfristig auf Eis gelegt wurde. Zwar hatte der Abensberger Stadtrat erst im Frühjahr 2016 rund 2,5 Millionen Euro für den Erweiterungsbau zur Verfügung gestellt, doch die die Ausgangslage hatte sich geändert. Statt drei ersten Klassen der Ganztagsbeschulung, sollte es doch nur zwei geben. Der Erweiterungsbau war aber aufgrund der Dreizügigkeit genehmigt worden. Doch knapp drei Monate später, im September 2016, wendete sich das Blatt erneut. Der vorzeitige Baubeginn für die Erweiterung der Grundschule in Offenstetten wurde seitens der Regierung von Niederbayern genehmigt. Dieses grüne Licht kam genau zur richtigen Zeit. Denn mittlerweile stand fest: Die Arbeiten an der Schule können stattfinden. Und sie können – von den Rahmenbedingungen her – sofort stattfinden. Denn die Schülerzahlen hatten sich besser entwickelt als es noch im Sommer zu befürchten war – es können doch drei Anfangsklassen gebildet werden.

Dann fiel umgehend der Startschuss, „an der Dauerbaustelle“, wie sie Gerhard Rölz vom Bauamt der Stadt nennt. 2006 wurden energetisch saniert, die Fassade gemacht und die Fenster ausgetauscht. 2009 wurden die Sporthalle und der Erweiterungsbau – in dem sich der Stiefelgang, die Garderobe und die Bücherei befinden – realisiert und 2012 der Erweiterungsbau für die Ganztagsschule gebaut. „Wenn der Erweiterungsbau abgeschlossen ist, hat die Schule seit 2009 ihre Fläche beinahe verdoppelt.“

Klassen ziehen in die Garderobe

Aber auch wenn der Baufortschritt zeitlich vollkommen im Rahmen liegt, ergeben sich doch Probleme. Organisatorischer Art. „Wir müssen zwei Klassenzimmer auflösen, die vom Aus- und Umbau betroffen sind. Zuerst war angedacht, eine Klasse intern umzuplanen und die andere ins Pfarrheim auszulagern und dann, beide in die Cabrini-Schule auszusiedeln – das wäre aber für die Schule organisatorisch schwierig gewesen“, sagt Rölz. Deshalb werde nun während der Pfingstferien die Garderobe abgebaut und der Raum mittels Holzständerbauweise in zwei kleine Klassenzimmer aufgeteilt. „Für den Übergang ist das in Ordnung“, sagt Raith. „Auch wenn es schon relativ kleine Klassenzimmer sind. Es ist aber die beste Lösung.“

Grundsätzlich hält man auf der Baustelle die Lärmbelästigung oder den Einfluss auf das Schulleben so gering wie möglich – und macht lärmintensive Arbeiten meist in den Ferien: „Die Arbeiten werden ständig zwischen Schul- und Bauleitung abgesprochen“, sagt Rölz. Das funktioniere bisher optimal. So legen die Arbeiter teils sogar Pausen ein, wenn, wie vergangene Woche, Lehramtsprüfungen der Referendare anstehen.

Derlei Dinge seien gerade im Rohbaustadium noch leicht zu händeln, sagt Raith, gehen die Arbeiten dann auch in den Bestandsbereich werde es komplizierte. „Dann müssen die Fluchtwege, die Sicherheit und der Brandschutz für die Schüler und Lehrer gewährleistet sein, es muss aber gleichzeitig auch möglich sein, dass die Arbeiter ohne große Hindernisse bauen können“, sagt Raith. Das sei gerade dann schwierig, wenn die Treppenhäuser teils neu gestaltet oder die neuen Übergänge realisiert werden. „Dann ist die Schule aber komplett barrierefrei. Das ist sie zwar jetzt auch, aber teils nur über kleinere Umwege. Das war beim Umbau 2010 ein Kompromiss.“, sagt Rölz.

Norbert Raith geht davon aus, dass der Erweiterungsbau an Pfingsten 2018 bezogen werden kann – also in ziemlich genau einem Jahr. Die Restarbeiten sollen dann noch bis Ende 2018 dauern.

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