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Region Kelheim
Mittwoch, 22. November 2017 10° 3

Debatte

Die Römer haben eine Zukunft in Neustadt

Mehr als 50000 Euro muss Neustadt für die Römertage 2017 draufzahlen. Doch der Werbeeffekt wiegt schwerer.
Von Peter Hübl

Die Legionäre sind angetreten und zeigen sich dem Publikum – die Römertage im August im ehemaligen Kastell Abusina in Eining bei Neustadt sind ein Magnet für Besucher aus ganz Bayern und darüber hinaus Foto: Firmin Forster

Neustadt.Die „Römertage“ werden 2018 und 2019 durchgeführt. 2019 wird dann über einen zweijährigen Turnus entschieden.

Der Stadtrat hat sich den Entscheid über die Zukunft der Römertage nicht leicht gemacht. Dabei stand die Fortführung der bemerkenswerten Veranstaltung nie in Frage. Nur am Turnus und wann über diesen zu entscheiden sei, daran schieden sich die Geister. Sowohl der Finanzausschuss wie auch der Fremdenverkehrsausschuss hatten sich schon mit der Frage der künftigen Durchführung beschäftigt. Die Römertage hatten heuer zum 7. Mal in Folge stattgefunden, die Deckungslücke betrug 54.222 Euro.

Breite Zustimmung

Die Römertage werden seit Jahren im Auftrag der Stadt von der Agentur MIM (Mice in Motion) abgewickelt, eine „Tochterfirma“ der Stadtmaus in Regensburg. Neben der detaillierten Aufstellung der diesjährigen Veranstaltung lagen dem Stadtrat auch die Zahlen von 2011 bis 2016 vor. Hier lagen die Deckungslücken zwischen 29 453 Euro (2011) und 57 023 Euro (2016). Diese Zahlen hatten in den beiden Ausschüssen zu intensiven Diskussionen geführt, wobei die Abwägung Kosten-Nutzungsgrad im Vordergrund stand.

100 Jahre „Bad“

  • Feier:

    2019 finden der Heilbädertag und die 100-Jahr-Feier in Bad Gögging statt.

  • Rückblick:

    1910 war die Schwefelquelle als Heilquelle offiziell anerkannt und vom Ministerium mit einem Landschaftsschutzbereich gesichert worden. 1919 war es dann so weit: die Heilkraft der Schwefelquelle führte zur offiziellen Genehmigung, dass „die Gemeinde und der Ort Gögging, Bezirksamt Kelheim, künftig den Namen ‚Bad Gögging‘ führen darf“. (dph)

Stadtrat Thomas Memmel (CSU) hatte keine Zweifel an der Bedeutung der Römertage, wies aber auf die hohe Deckungslücke hin. Andere vergleichbare Feste hätten einen zweijährigen oder gar größeren Turnus. Solle nun der Effekt der Römertage nach dem kulturellen Hintergrund oder nach Wirtschaftsförderung betrachtet werden?

Kinder und Erwachsene sind gleichermaßen begeistert von den Vorführungen der historischen Römergruppen. Foto: Firmin Forster

Unser Reporter Benjamin Neumaier hatte den Römertagen eine multimediale Zeitreise unternommen.

Bürgermeister Thomas Reimer (SPD) wies darauf hin, dass in diesem Jahr 4337 zahlende Besucher gezählt wurden, Kinder nicht eingerechnet. Dies sei ein nicht wegzudenkender Werbeeffekt, nicht nur für Eining oder Bad Gögging, sondern auch für die Stadt Neustadt. Das Pressecho sei enorm gewesen. „Events, die nach außen strahlen, kosten Geld“, sagte Reimer. Die Einnahmen lagen bei über 44  000 Euro.

Eventuell nur noch alle zwei Jahre

Stadtrat Karl Zettl (FW) wies auf die große Zahl der zahlenden Besucher sowie auf die hohe Resonanz in den überregionalen Medien hin. Neustadt habe an Tradition und Wertschätzung gewonnen. Positive Kommentare gab es auch von Johanna Werner-Muggendorfer (SPD): „Ich bin positiv angetan“. Sebastian Rosenhammer (WGH): „2018 und 2019 durchführen“, Konrad Dichtl (CWMG): „Keiner stellt das Fest infrage“, Anton Stadler (FW): „Attraktivitätsgewinn“. Stadtrat Günter Schweiger (WGS) meinte, dass Kultur vielfältig sei, ein Fest, das nicht profitabel ist, müsse man überdenken. Man könne auch etwas Neues ausprobieren. Mit den abschließenden Bemerkungen von Thomas Reimer „Eine Stadt, die nur in Steine investiert, liegt falsch“ und Bernhard Rieger „Das Römerfest ist das falsche Ziel der Kritik“ kam es zur Abstimmung, die mit 17 zu 4 Stimmen deutlich ausfiel.

Das weitere Vorgehen: Die Römertage finden 2018 und 2019 statt. Noch vor den Römertagen 2019 wird über einen zweijährigen Turnus entschieden. Eine Anfrage unseres Medienhauses bei der Agentur MIM wurde mit dem Satz beantwortet: „Wir als beauftragte Agentur geben dazu kein Statement ab.“

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