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Region Kelheim
Donnerstag, 14. Dezember 2017 7

Hilfe

Die Tafel übernimmt in Bad Abbach

Nach dem Ende des „Tischs für Bad Abbach“ springt nun die Regensburger Tafel in die Bresche – und sucht Räumlichkeiten.
Von Gabi Hueber-Lutz

  • Elke Kargl und eine kleine Helferin überreichen die fertig gepackten Taschen und Schaumküsse. Foto: Hueber-Lutz
  • Christine Gansbühler und Bernhard Ziegler haben die fertig gepackten Taschen für die Kunden der Bad Abbacher Tafel mitgebracht. Foto: Hueber-Lutz

Bad Abbach.Die Pause war nur kurz: Am Dienstag gab die Tafel Regensburg erstmals in Bad Abbach Lebensmittel an Bedürftige aus. Wie die Mittelbayerische Zeitung berichtete, hatte der privat betriebene und finanzierte „Tisch für Bad Abbach“ Anfang Oktober geschlossen. Christine Gansbühler, die Vorsitzende der Regensburger Tafel, und Ehrenamtliche des Bad Abbacher Tisches hatten daraufhin alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die bisherigen Kunden des Tisches in Bad Abbach schnell wieder zu versorgen.

Bad Abbacher Kunden auffangen

Weder die Regensburger noch die Kelheimer Tafel konnten die Bad Abbacher Kunden auffangen, da sie ausgelastet sind. Ab sofort ist im Pfarrsaal an der Römerstraße immer dienstags von 16 bis 17 Uhr eine Ausgabestelle der Tafel Regensburg eingerichtet. Im Moment läuft die Ausgabe eher provisorisch, weil feste Räumlichkeiten noch fehlen. Die Nutzer können noch nicht selber aussuchen, was sie brauchen. Stattdessen werden in Regensburg Taschen gepackt und in Kühlwägen nach Bad Abbach transportiert. Am ersten Ausgabetag waren zunächst einmal Formalien abzuarbeiten. Drei Mitarbeiter der Regensburger Tafel registrierten die Kunden. Jeder wird nun einen Ausweis mit Lichtbild bekommen und nur die Inhaber der Ausweise sind berechtigt, Lebensmittel abzuholen. In Bad Abbach sei das bisher anders gehandhabt worden, sagt Gansbühler. Aber sie müsse sich an die Regeln der Tafel halten.

Milch, Obst, Brot und Gemüse

„Bitte die Tüte wieder mitbringen“, sagt Elke Kargl jedes Mal, wenn sie die volle Einkaufstasche über den Tisch reicht. Sie und noch drei weitere Frauen haben bisher auch schon bei der Ausgabe in Bad Abbach mitgeholfen. Es war ihnen ein Anliegen, dass die soziale Einrichtung weiter existiert. Die Taschen sind gefüllt mit Milch, Obst, Brot, Gemüse, Joghurt, Kartoffeln und Zucker. Weil die Organisatoren gerade eine Palette abgepackter Kartoffelknödel und eine Palette mit Schaumküssen bekommen haben, gibt es an diesem Tag für jeden noch Knödel und die Süßigkeit dazu.

Stimmen zur Tafel

  • Elke Kargl:

    Sie hat drei Jahre beim „Tisch für Bad Abbach“ mitgeholfen und ist sehr froh, dass es nun weitergeht. „Da lernt man viele Familien kennen, die einem am Herzen liegen“, sagt sie. Nun hofft sie,“ dass jemand kommt, der Räumlichkeiten anbietet“.

  • Eine Kundin der Tafel:

    „Wenn die Frau Gansbühler etwas in die Hand nimmt, dann bewegt sich was!“

  • Gabriele Ziegler:

    „Bitte lächeln!“ Die Frau von der Regensburger Tafel sitzt am Computer und macht Fotos von den Kunden, die künftig einen Lichtbildausweis für den Einkauf bei der „Tafel“ brauchen. Jeder Kunde zahlt pauschal zwei Euro für die Lebensmittel, die er bekommt.

  • Lukas Großer:

    Er arbeitet im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bei der Tafel Regensburg und ist überzeugt von der Einrichtung: „Das ist ziemlich wichtig, die Leute sind größtenteils sehr bedürftig, haben teilweise viele Kinder oder ihre Rente reicht nicht zum Leben.“

  • Christine Gansbühler:

    „Lebensmittel zu bekommen ist kein Problem. Die haben wir im Überfluss aus den Supermärkten.“ Wichtig sei die Arbeit der Ehrenamtlichen. Hier könne man Verstärkung gebrauchen. Ganz besonders notwendig wäre ein Fahrer, der die Lebensmittel bei den Märkten abholt. (lhl)

Eine alte Frau ist mit einem kleinen Buggy erschienen, um ihre volle Tasche nach Hause schieben zu können. Sie ist fast zu Tränen gerührt, dass sie wieder Lebensmittel bekommt. „Das glaubt niemand, wie einem das hilft“, sagt sie. Menschen wie sie waren für die Ehrenamtlichen ein Ansporn, sich dafür einzusetzen, dass die Tafel nach Bad Abbach kommt. Das drängendste Problem sind im Moment die fehlenden Räumlichkeiten, in denen man die Einrichtung fest installieren kann. „Wir brauchen etwas, wo wir Kühlschränke aufstellen können“, sagt Gansbühler. Im Pfarrsaal sei das nicht machbar.

Vor der Türe stehen Ehrenamtliche, die Asylsuchende hierher begleitet haben. Sie sinnieren, gehen Leerstände durch: „Könnte man hier oder vielleicht da…?“ Antwort finden sie noch keine. Aber der Elan ist groß und die Hoffnung auf eine Lösung auch.

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