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Region Kelheim
Dienstag, 21. November 2017 7

Rathaus

Die Umzugskisten stehen parat

Der Baubeginn für das neue Rathaus in Abensberg rückt näher: Das kommt auf die Stadtverwaltung und die Bürger bis 2020 zu.
Von Wolfgang Abeltshauser

Gerhard Rölz sichtet Akten im Dachgeschoß. Fotos: Abeltshauser, Archiv (1)

Abensberg.Es wird ernst. Gedankenspiele, das Rathaus zu sanieren gibt es seit Jahrzehnten. Immer wieder war und ist die Maßnahme Thema der örtlichen Politik. Im November ist es nun soweit: Die Mitarbeiter der Behörde ziehen aus den bisherigen Räumen aus. Sie müssen am 23. November die Umzugskartons packen. Tags darauf fährt eine Umzugsfirma mit 30 Mann auf. Bereitstehen werden dazu auch die Kräfte vom Hausmeisterpool.

Am Abend des 27. November soll dann alles gemacht und das Rathaus in seiner Übergangsheimat an der Münchner Straße angekommen sein. Dort werden die Bediensteten der Stadt bis ins Jahr 2020 ihre Büros haben. In einem Bürotrakt, der der Firma Stanglmeier gehört. Und beim Stadtplatz fahren im Januar die Abrissbagger auf. Das rote Kassenhaus verschwindet ebenso wie alle anderen Gebäude bis hin zur Apotheke. Selbstverständlich bleibt der denkmalgeschützte Altbau stehen. „Er wird generalsaniert“, sagt Rölz dazu.

Er spricht von einer gewaltigen Baugrube, die sich da im kommenden Jahr im Stadtzentrum auftun wird. Deshalb gab es im Vorfeld schon eine Baugrunduntersuchung dafür. Ob das überhaupt so geht. Spundwände an den Rändern werden nötig sein, um die Grube zu sichern.

Die Vorarbeiten sind nach den Worten von Rölz schon alle erledigt. So sind Ingenieur- und Architekturleistungen bereits seit dem Frühjahr vergeben. Seit einigen Tagen haben die Stadtpolitiker den Plan für den Um- und Neubau abgesegnet. Rölz seinerseits hat sich an die Logistik gemacht. Und da ist einiges zu tun. Zum Beispiel ist das Archiv der Bauabteilung und der Kämmerei bereits nahezu komplett im Übergangsstandort angekommen.

Die Akten lagerten zuvor in dem Gebäude, in dem sich bis vor kurzem noch Leben Plus des Roten Kreuzes befand. Auch das wird abgerissen. Wobei nicht alles mit ins Domizil an der Münchener Straße mitgenommen wird. So sind Akten, die nach den rechtlichen Vorgaben nicht mehr aufbewahrt werden müssen, zum Teil schon vernichtet worden.

Gerhard Rölz sichtet Akten im Dachgeschoß. Fotos: Abeltshauser, Archiv (1)

Sein eigener Schreibtisch ist noch nicht abgeräumt. Das wird Rölz wie alle anderen Kollegen wie gesagt am 23. November erledigen. Jeder habe da zwei Umzugskosten zur Verfügung, in die er individuelles Arbeitsmaterial verpacken kann. Den Rest machen dann die Leute von der Umzugsfirma. Außerdem werden Fachleute am Werk sein, um die EDV zurückzubauen. Welche Möbel genau mit an die Münchener Straße genommen werden, dass müsse aber erst noch entschieden werden. Ein wenig Zeit ist ja noch.

Das Datum für den Umzug gibt der Abensberger Terminkalender vor. So spät wie möglich solle das über die Bühne gehen – ohne jedoch die vorweihnachtlichen Märkte in der Innenstadt zu stören. Und so kam das letzte Novemberwochenende ins Spiel.

Die Verwaltung kommt für drei Jahre an der Münchner Straße unter

Drei Stockwerke stehen der Stadt im Gebäude direkt an der Münchner Straße zur Verfügung. Es passte für die Kommune, dass dort ansässige Unternehmer vor nicht allzu langer Zeit ausgezogen sind. Und es Platz gibt. Sicherlich müssen Rölz und seine Kollegen zusammenrücken. So viel Platz wie im neu geplanten Rathaus wird es dort nicht geben. Er denkt aber, dass es schon gehen werde. Der Baufachmann betonte, dass auch das Übergangsrathaus barrierefrei erreicht werden kann. Außerdem werden alle publikumsintensiven Abteilungen, so wie in der Innenstadt ist, im Erdgeschoß untergebracht sein.

Der Umzug rückt näher

  • Baujahr:

    Das Abensberger Rathaus wurde wohl um das Jahr 1500 herum erreichtet. Das ergibt sich aus dem Baustil. Nähere Unterlagen dazu gibt es nicht. 1926 wurde das Rathaus umgebaut

  • Pläne:

    2020 soll der Neu- und Erweiterungsbau eingeweiht werden, der auf 6,5 Millionen Euro veranschlagt ist. Im Bestand gibt es 530 Quadratmeter Bürofläche, im Neubau werden es 865 Quadratmeter sein

  • Verwaltung:

    Zwei zusätzliche Einrichtungen, die Volkshochschule und die Stadtwerke, werden dann in das Rathaus einziehen. 30 Mitarbeiter sind derzeit im Rathaus beschäftigt. 130 Bauanträge werden im Rathaus pro Jahr bearbeitet.

  • Umzug:

    34 Arbeiter werden am Umzugstag, dem 24. November 2017, parat stehen. Das Übergangsquartier der Stadtverwaltung ist das Verwaltungsgebäude der Baufirma Stanglmeier in der Münchener Straße

Der Umzug ist das eine. Aber zu organisieren gebe es noch vieles mehr. Was er eigentlich erst während der Vorbereitungen festgestellt habe. So braucht es neue Briefköpfe und Stempel für die Übergangszeit. Die Adresse hat sich ja geändert. Nicht zu vergessen ein Nachsendeauftrag. Nicht jeder bekommt möglicherweise den Wechsel mit und schreibt noch an die alte Adresse. Außerdem feilt Rölz noch an einem Leitsystem für das Gebäude an der Münchner Straße.

Ab Ende November steht dann das alte Rathaus leer. Das ist aber nur scheinbar so. Denn es kann nicht so ohne weiteres abgerissen werden. Rölz erläutert: Die Elektroleitungen müssen ebenso zurückgebaut werden wie die Wasser- und Gasleitungen. Letztere müssten laut Rölz sogar mit einem speziellen Mittel gespült werden, damit beim Rückbau keine Explosionsgefahr besteht. „Das habe ich bisher auch nicht gewusst“, sagt er dazu.

Überlegungen, das Rathaus zu sanieren, gab es laut Rölz bereits in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. 2009 dachten die Abensberger dann schon, es sei soweit. Ein genehmigter Plan lag vor. Die Kommune hoffte, über das Konjunkturprogramm II Fördergelder für das Mammutprojekt zu bekommen. Bei der Vergabe ging die Babonenstadt jedoch leer aus. Erst einige Jahr später fand sich, wie unser Medienhaus berichtete, gemeinsam mit der Stadtentwicklungsgesellschaft eine Lösung.

Das Rathaus im Jahr 1901

Der Denkmalgeschützter Bau: wird generalsaniert. Der Bau erhält neue Fenster und Türen, es gibt neue Bodenbeläge und eine neuer Heizung. In Absprache mit dem Denkmalschutz wird der Dachstuhl komplett erneuert. Laut Gerhard Rölz haben Untersuchungen ergeben, dass das Gebälk mit Blei und PCB konterminiert ist. Eine Sanierung sei nicht mehr möglich. Die Gestalt des Gebäudes bleibt erhalten. Allerdings wird der Zugang vom Stadtplatz her angelegt. So war das laut Rölz auch in früheren Zeiten. Warum sich das geändert hat, habe er bisher noch nicht herausgefunden. Wie jetzt schon sollen im Erdgeschoss die publikumsintensiven Abteilungen wie etwa das Einwohnermeldeamt Platz finden. Hauptamt und Bauamt folgen in den beiden weiteren Stockwerken. Entstehen wird eine neue Treppe und ein neuer Aufzug. Im dann neuen Dachgeschoß ist künftig der Platz für die Ratssitzungen.

Für das Kassenhaus wird es einen Neubau geben, der laut Rölz auch als solcher zu erkennen ist. Ihm gefällt das Nebeneinander von alten und neuen Bauwerken durchaus. Die Nutzung bleibt die gewohnte – Kasse und Steueramt. Im Dachgeschoss wird die Technik untergebracht. Außerdem ist eine kleine Dachterrasse vorgesehen, die durchaus im Sommer für Sitzungen genutzt werden könnte. Den neuen Kassenbau und den Neubau auf der gegenüberliegenden Seite von der Edelhardgasse wird ein Durchgang in luftiger Höhe verbinden.

Vom Moserhaus bis zum Kassenhäuschen wird alles abgerissen.

Die Gebäude, die jetzt jenseits der Edelhardgasse stehen, werden durch einen einzigen Neubau ersetzt. Allerdings soll die Fassade zur Dollinger Straße hin so gestaltet werden, dass dies nicht auffällt. Im Keller wird Platz sein für die Archive der verschiedenen Abteilungen. Polizei und Verkehrsüberwachung werden ihre Büros im Erdgeschoss finden. Neu dort werden die Büros der Stadtwerke-Chefs sein. Man erwarte sich dadurch laut Rölz Synergieeffekte. Den Rest werden Teile des Bauamts, die Kämmerei und die Friedhofsverwaltung einnehmen. Dazu zieht die Verwaltung der Volkshochschule dort ein. Es seien einfach dafür mehr Räume nötig, als diejenigen, die im Aventinum zur Verfügung stehen. So sagt es Gerhard Rölz. Ein Raum, den der kommunale Prüfer nutzen können sowie Sozialräume machen das Raumprogramm komplett. Selbstverständlich gebe es im Neubau einen Aufzug. Derzeit sind diese Teile des Rathauses ohne Aufzug. Noch nicht beschlossene Sache ist der Außenanstrich der Gebäude. Hier können die Bürgerinnen und Bürger mitreden. Rölz kündigt an, dass alle, die im Bauamt vorsprechen, auch nach der in ihren Augen richtigen Farbgebung für das Bauwerk gefragt werden. Dazu hängen mehrere Pläne an der Wand – mit jeweils verschiedenen Fassadenfarben.

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