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Region Kelheim
Samstag, 20. Januar 2018 10

Brauchtum

Eine Tradition mit viel Herzblut

Rund 50 Kinder ließen leuchtende Häuschen im Schambach schwimmen. Gedenken wollen sie damit der Heiligen Lucia.
von Emily Buchner

Bei der Andacht am Marktplatz erfuhren die Kinder den Hintergrund des „Lucia-Häusl-Schwimmens“. Fotos: Buchner

Riedenburg.Rund 50 Kerzen wurden am Freitagabend durch die Riedenburger Altstadt getragen. Es handelte sich dabei aber nicht um einen verspäteten Martinszug – im Gedenken an die Heilige Lucia trugen Kinder und Erwachsene erleuchtete Häuschen zu dem Schambach, um die Welt zu erhellen, so wie die Heilige es damals tun wollte.

Lucia, die Leuchtende

Der Name Lucia geht auf das Lateinische „lux“ (dt. Licht) zurück und bedeutet daher „die Leuchtende“ oder auch „die Strahlende“. Der Brauch des „Lucia-Häusl-Schwimmens“ geht auf die Legende der heiligen Lucia zurück, die sich im vierten Jahrhundert abgespielt haben soll: Lucia kümmerte sich um arme und sozial schwache Menschen und wollte durch ihre Taten Jesus nacheifern und Licht und Freude in die Welt bringen. Sie wurde aufgrund ihres Glaubens hingerichtet.

Vor rund 200 Jahren war Fürstenfeldbruck von einem starken Hochwasser bedroht und die Bürger baten Lucia um Hilfe. Zufall oder nicht – die Stadt wurde gerettet und als Dank nahm man sich vor, jedes Jahr am Namenstag der Heiligen Lucia, am 13. Dezember, die Häuser der Stadt in Miniaturformat im Fluss schwimmen zu lassen. Auch am Riedenburger Marktplatz wurde am Freitag in einer Andacht, geleitet von Pfarrvikar Xavier Raj Chinnappan und Sprecherin des Pfarrgemeinderats Lisa Koch, der heiligen Lucia gedacht. Denn auch in Riedenburg will man sich jedes Jahr wieder auf diese Legende besinnen; dieses Jahr mit leichter Verzögerung: hier ließen die Kinder ihre Häuser erst am 15. Dezember schwimmen.

Seit Jahren Tradition

  • Organisation:

    Das fünfte Jahr in Folge wurde das „Lucia-Häusl-Schwimmen“ vom Pfarrgemeinderat , der Wasserwacht und der FFW Riedenburg, organisiert. Davor wurde die Tradition bereits durch den Frauenbund ausgeführt.

  • Verbindung:

    Heuer fand es in Verbindung mit der Adventskalender-Aktion der Riedenburger Touristik statt.

Im Voraus konnte man einen Bausatz für drei Euro erwerben und individuell ihr eigenes kleines Häuschen gestalten. Die Aktion war auf Kinder ausgerichtet – dennoch waren bei dem ein oder anderen kunstvoll gestalteten Werk die Eltern beteiligt.

Mit viel Herzblut gebastelt

Viel Herzblut steckte in den kleinen Kunstwerken. Umso schwerer fiel es den Kindern, die Häuser wirklich in den Fluss zu setzen – auch wenn die Wasserwacht vor Ort versicherte, jedes Häuschen wieder aus dem Bach zu fischen. Simone Göttfried von der Wasserwacht: „Ankommen werden alle Häuschen, nur ob sie noch ganz sind, wissen wir nicht.“ Tatsächlich waren einige Werke wegen der starken Strömung des Schambachs demoliert, die meisten aber kamen sicher am Ziel an. Kurz vor dem Einlauf in den Stadtweiher fing sie ein Mitglied der Wasserwacht auf und stellte sich dafür mit Neoprenanzug in das kalte Wasser.

Ein Mitglied der Wasserwacht fischte hängengebliebene Häuser aus dem Schambach.

Lisa Koch war zufrieden: „Die Aktion kommt sehr gut an. Dieses Jahr haben wir 40 Häuschen verkauft.“ Einige benutzten auch die Häuschen, die sie bereits im Jahr zuvor gebaut hatten, so dass insgesamt rund 50 im Schambach schwammen.

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