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Region Kelheim
Montag, 11. Dezember 2017 4

Lärm

Geduldet, aber manchmal auch nervig

Nicht immer sind es Jugendliche, die beim „Jugendtreff“ in Hausen lautstark feiern. Es wird nach einer Lösung gesucht.
Von Edith Vetter

Der geduldete Herrnwahlthanner Jugendtreff bereitet den Gemeinderäten einige Kopfschmerzen. Foto: Edith Vetter

Hausen. „Was des einen Freud‘, ist des anderen Leid!“ Diese Binsenweisheit bewahrheitete sich wieder bei der Gemeinderatssitzung im Pfarrheim Herrnwahlthann. Angezeigte Lärmbelästigungen am Jugendtreff machen den Gemeinderäten zusehends Sorgen, denn das Landratsamt drohte der Gemeinde mit einer empfindlichen Geldbuße.

Der Jugendtreff am Ortsrand zwischen Wertstoffhof und Hundeplatz in Herrnwahlthann sei schon mehrmals durch nächtliche Lärmbelästigung aufgefallen, erklärte Bürgermeister Erwin Ranftl. Das Jugendhäusl bestehe seit zehn Jahren und wurde mehr oder minder von der Gemeinde und der Behörde geduldet, da es der einzige Platz im Ort sei, wo sich Jugendliche ungestört treffen könnten. Das Jugendhäusl befindet sich auf Gemeindegrund und wurde einst durch Privatinitiative errichtet. Da es keinen Genehmigungsplan dafür gebe und sich das Gebäude auch im Außenbereich befinde, schwebe über dem Häusl ständig ein Damoklesschwert zwecks Fortbestand.

Das Landratsamt Kelheim habe die Gemeinde jetzt aufgefordert, auch unter Androhung einer vierstelligen Geldbuße, dafür zu sorgen, dass nächtliche Ruhestörungen unterbleiben. Gemeinderat Franz Schmidbauer wollte den Namen der Person wissen, die die Anzeige gestellt habe. Der Name ginge aus dem Schreiben nicht hervor, sagte Ranftl. Allerdings gebe es mehrere Beschwerden unterschiedlicher Bürger, zuletzt bei der 10-Jahres-Feier im August.

Sportler im Siegestaumel

Dazu meinte Gemeinderat Robert Schmack, dass an diesem Tag die Faustballer in ihrem Siegestaumel um die Häuser gezogen wären. „Jetzt schiebt man das den Jugendlichen vom Häusl in die Schuhe!“ Er habe erfahren, dass die Treffen ganz normal abliefen, so wie Jugendliche halt in diesem Alter feiern würden. Gemeinrätin Margit Holzer hatte gehört, dass da schon vorgefeiert wurde. Der Jugendtreff mit der Duldung sei eine „halbseidene“ Sache und das müsse die Gemeinde in den Griff bekommen. Denn die Jugendlichen würden auch via Facebook zu ihren Festen einladen und da hatten sie wahrscheinlich bisher Glück, dass die Feste nicht aus dem Ruder gelaufen seien.

Bürgermeister Erwin Ranftl schlug deshalb vor, die Eltern der Jugendlichen an einen Tisch zu holen und über die Problematik zu reden bzw. einen Ansprechpartner zu wählen, der sich verantwortlich zeige.

Gemeinden im ländlichen Raum stünden insbesondere aufgrund des demografischen Wandels, der Veränderungen der Agrar- und Wirtschaftsstruktur sowie gesellschaftlicher und technischer Entwicklungen vor enormen Herausforderungen. In vielen Dörfern und Gemeinden führe eine Abnahme der früher typischen Funktionsvielfalt zu einem gesellschaftlichen und ökonomischen Vitalitätsverlust, informierte Bürgermeister Ranftl die Gemeinderäte. Deshalb habe sich die Gemeinde auch für den Vitalitäts-Check entschieden.

Umfrage geplant

Der Check konzentriert sich dabei auf ausgewählte relevante Themenfelder, die die speziellen örtlichen Voraussetzungen und Herausforderungen bei der Innenentwicklung beschreiben. Im Sinne einer umfassenden Gemeindeentwicklung werden dabei die einzelnen Ortsteile und die Gemeinde als Ganzes sowie ihre interkommunalen Anknüpfungspunkte betrachtet. Bei der Untersuchung vor Ort sind sowohl die Innensicht der Gemeindeverantwortlichen als auch die Außensicht eines Planers erforderlich.

Das Gremium beauftragte das Planungsbüro Dr. Fruhmann & Partner, die 120 Gewerbetreibenden zu befragen, ob sie in absehbarer Zeit an eine Vergrößerung sprich Expansion ihres Betriebes denken, um die gewerbliche Entwicklung bezüglich Erweiterung des Gewerbegebietes besser einschätzen zu können. Einstimmig wurde der Auftrag mit Gesamtkosten von 6197 Euro genehmigt.

Weitere Themen

  • Kauf eines Lehrmittelschrankes für das Elternsprechzimmer: Schreinerei Thaller, Großmuß in Höhe von 5459 Euro.

  • Vorentwurf:

    Billigung Freiflächenphotovoltaikanlage „Im Sand“: Flur Nr. 136, 127 und 120/5. Gesamtfläche: 4,01 Hektar (12:3 Stimmen).

  • Termin:

    Am 16. November, um 16.30 Uhr im Rathaus Besprechung mit den Anliegern zur Sanierung der Erlenstraße in Hausen.

  • Renaturierung:

    Der Bauplan für Feckinger und Esper Bach liegt bis 20. November im Rathaus Hausen zur Einsichtnahme auf. (eav)

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