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Region Kelheim
Samstag, 25. November 2017 13° 3

Protest

Glocken und Pfeifen gegen Rechts

Rund 50 Vertreter von Parteien und Gewerkschaften demonstrierten lautstark gegen eine NPD-Kundgebung, die am Mittwoch in Kelheim lief.

  • Am Stadtplatz hat sich eine Gegendemonstration formiert.. Fotos: hu
  • Ali Akkaya hätte den NPDlern gerne mit einer Portion Döner kulturelle Vielfalt entgegen gesetzt. Allerdings blieben die Rechten und die Gegendemonstranten durch die Polizei voneinander abgeschirmt.

Kelheim.. Mit Pfeifen, Rufen und Transparenten demonstrieren am Mittwoch mehrere Dutzend Vertreter von SPD, Jusos, Grünen, Piratenpartei und Gewerkschaften gegen eine NPD-Kundgebung in der Kelheimer Altmühlstraße. MdL Johann-Werner Muggendorfer hatte die Gegendemonstration angemeldet. Auch die Glocken der evangelischen Stadtpfarrkirche läuten und übertönen die mit Lautsprecher übertragenen rechten Parolen.

Der „Wahlkampf-Truck“ mit etwa zehn Vertretern der rechtsextremen Partei traf gegen 15.15 Uhr ein – erwartet von einem Großaufgebot der Polizei: Wie am Vormittag bereits in Straubing, haben nun in Kelheim Bereitschaftspolizei, Einsatzzüge und Kräfte der Kelheimer Polizei Stellung bezogen. Nachdem die Kundgebung angemeldet und auch genehmigt sei, müsse man, wegen des Rechts auf freie Meinungsäußerung, die Durchführbarkeit sicherstellen, erklärte Stephan Lehner, vom Presseteam des Polizeipräsidiums Niederbayern. Polizisten trennen die Rechtsextremen und die Gegendemonstranten voneinander.

Aus dem Grund kam auch Ali Akkaya nicht dazu, seine besondere Art des Protests durchzuführen: Der Kelheimer Dönerbuden-Betreiber wollte den Rechten Döner servieren und so den Rechtsextremen kulturelle Vielfalt entgegensetzen. „Eine Geste – reden kannst mit denen ja nicht“, meinte Akkaya

Im Vorfeld der Kundgebung hatten das Landratsamt, die Stadt Kelheim und die Polizei durch Beschränkungen versucht, einen friedlichen Ablauf zu gewährleisten. So grenzte sie eine etwaige Lärmbelästigung durch eine Begrenzung der Lautstärke auf 70 Dezibel ein oder untersagten das Maskieren und tragen von eindeutig faschistisch geprägter Kleidung von Kundgebungsteilnehmern. Auch der genaue Platz der Kundgebung wurde zugewiesen und beschränkt. Laut Dennis Krause wurde der NPD ein Kooperationsgespräch mit den Behörden und der Polizei im Vorfeld angeboten, das diese aber nicht wahrnahmen: „Das ist auch nicht verpflichtend, aber der übliche Weg.“

Nach Angaben von Polizeisprecher Lehner gerieten die NPDler bei der Einfahrt nach Kelheim mit Protestierenden aneinander. Bei einer Blockadeaktion seien nach ersten Erkenntnissen zwei Menschen leicht verletzt worden, so Lehner. Einer der Demonstranten gegen die NPD habe angekündigt, Anzeige zu erstatten.

. Die rechtsextreme Partei veranstaltet derzeit eine „Bayerntour“ und hatte für den heutigen Mittwoch ab 15 Uhr eine Kundgebung beantragt, diese unter Auflagen auch genehmigt bekommen.

Am Vormittag hatte die rechtsextreme Partei bereits in Straubing einen ähnlichen Auftritt. Dort stellten sich den etwa zehn NPDlern eine größere Anzahl von Gegendemonstranten gegenüber. Es sei zu lautstarken Wortwechseln gekommen, aber die Polizei habe nicht eingreifen müssen, so Stephan Lehner. (hu/nb)

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