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Region Kelheim
Montag, 11. Dezember 2017 3

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Granate im Dürnbucher Forst gesprengt

Im Dürnbucher Forst wurde eine Granate entdeckt. Sie wurde vor Ort gesprengt. Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz.
Von Wolfgang Abeltshauser und Jochen Dannenberg

Eine Granate – ähnlich der auf diesem Foto – wurde im Dürnbucher Forst gefunden. Foto: dpa

Neustadt.Der Zweite Weltkrieg ist seit über 70 Jahren beendet, doch die todbringenden Relikte des Krieges schlummern noch immer im Erdreich. Auch in Neustadt werden immer wieder Blindgänger oder Reste von Bomben gefunden. So jetzt wieder im Dürnbucher Forst.

Bereits am Montag hatte ein anonymer Finder im Dürnbucher Forst in der Nähe von Geibenstetten eine Granate entdeckt. Laut der Polizeiinspektion Mainburg handelte es sich dabei wahrscheinlich um einen Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg. Gestern wurde die Granate vor Ort kontrolliert gesprengt.

Wie die Polizei weiter mitteilte, hatte der Finder seinen Fund dem Kampfstoffmittelräumdienst gemeldet. Experten machten sich sogleich auf die Suche nach der Granate. Vor Ort stellte sich heraus, dass das Risiko zu groß war, den Sprengkörper zu transportieren und er deshalb noch vor Ort gesprengt werden musste.

Am Mittwochvormittag suchten Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr das Waldstück rund um die Fundstelle ab, um sicherzustellen, dass sich dort keine Menschen befanden. Die Fundstelle wurde in einem Umkreis von 300 Metern abgesperrt, dann ein Zünder angesetzt und gesprengt. Die Granate stammt vermutlich aus dem Zweiten Weltkrieg, sie enthielt etwa fünf Kilogramm Sprengstoff und hatte einem Durchmesser von 112 Millimetern.

Vermutlich stammt der Sprengkörper aus den Kämpfen im April 1945 um Neustadt. Damals, wenige Tage vor Kriegsende, war die Kleinstadt zwischen die Fronten geraten. US-amerikanische Einheiten, die aus nördlicher Richtung auf Neustadt marschierten, suchten nach einem Übergang über die Donau. SS-Einheiten, die sich im Dürnbucher Forst verschanzt hatten, versuchten die Amerikaner aufzuhalten. Bei den Kämpfen zwischen Deutschen und Amerikanern verloren neben etlichen Soldaten auch 28 Zivilisten ihr Leben. 70 Prozent der Gebäude von Neustadt bestanden nur noch aus rauchenden Ruinen. Auch Napalm war bei den Kämpfen eingesetzt worden. Den Kriegsverlauf hatte das nicht mehr geändert. Am 8. Mai kapitulierten die deutschen Truppen. Das Deutsche Reich hörte auf zu existieren.

Dass der Finder anonym bleiben will, wird laut Polizei übrigens keine Auswirkungen haben. Einen Ansatz, ihn zu ermitteln, gebe es bisher nicht. Grundsätzlich sei es ja gut gewesen, dass er sich gemeldet hat.

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