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Region Kelheim
Dienstag, 21. November 2017 7

Musik

Großes Konzert vor voll besetztem Haus

Reformationskonzert in Abensberg begeisterte die Zuhörer. Auch die Uraufführung „Der Nachtwanderer“ stand auf dem Programm.
Von Roswitha Priller

Voll besetzt war die Klosterkirche am Sonntagnachmittag. Viele Zuhörer waren gekommen, um das besondere Reformationskonzert des Hallertauer und des Moosburger Kammerorchesters zu erleben. Foto: Roswitha Priller

Abensberg.Voll besetzt war die Klosterkirche am Sonntagnachmittag. Viele Zuhörer waren gekommen, um sich das besondere Reformationskonzert des Hallertauer und des Moosburger Kammerorchesters unter Leitung von Erwin Weber nicht entgehen zu lassen.

Pfarrer Georg Birner und Pfarrerin Barbara Dietrich begrüßten die Musikfreunde in ökumenischer Eintracht. „Oft finden wir Trost und Gelassenheit in den Liedern der Kirche, etwa bei den Texten von Paul Gerhardt“, erinnerte Birner und gab damit eine schöne Überleitung in das nachfolgende Konzert.

Die Klosterkirche bot eine beeindruckende Kulisse für das Orchester. Damit alle fünfzig Musiker Platz fanden, war eigens der Volksaltar zur Seite gerückt worden. Neben der „Reformationssinfonie“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy standen als Uraufführung „Der Nachtwanderer“ von dem in Landshut lebenden Musiker Gerhardt Boesl sowie zwei weitere Werke auf dem Programm. Boesl, der eine internationale Karriere als Konzertfagottist hinter sich hat, spielte ebenfalls im Orchester mit.

Luthers Gefühlslage

Mit einem geistlichen Wort leitete der evangelische Pfarrer Frank Möwes aus Mainburg die aus 16 Teilen bestehende Ouvertüre Boesls ein. Möwes war mit Weber und Boesl Organisator und Initiator des Reformationskonzertes, das zuvor schon in Moosburg, Geisenfeld und Scheyern aufgeführt wurde. Im Orchester spielte er Kontrabass. Er stellte „Der Nachtwanderer“ in Verbindung mit Martin Luthers Gefühlslage bis er auf die erhellenden reformatorischen Gedanken kam.

Vorher von Selbstzweifeln geplagt, erkannte Luther, dass kein Mensch den Wert des anderen nehmen kann, da er von Gott geschenkt sei. Diese langen Zweifel, wie bei einem Grübler in der Nacht und die darauffolgende Befreiung durch die Erkenntnis „Du bist angenommen, du bist bejaht“ spiegelten sich eindrucksvoll in der Musik Boesls wieder.

Dichter Klangteppich

Wahre Gedankenstürme wurden durch den die Vorstellungskraft stark anregenden dichten Klangteppich beim Zuhörer erzeugt. Mit ausdrucksstarken Bildern wurde die Wirkung der Musik noch verstärkt. Die Bilder zu den 16 Teilen des Werkes wurden im Kirchenraum auf eine Leinwand projiziert und fanden sich auch im aufwendig gestalteten Programmheft wieder.

Daynmische Einheit

Das Orchester wurde von Erwin Weber in einer mächtigen dynamischen Einheit geführt. „Den Gesamtklang zu erzeugen – das ist die Magie, die der Dirigent leistet.“, sagte Gerhardt Boesl vorab im Gespräch. Und diese Magie war Weber wunderbar gelungen. Auch in den weiteren Werken, die zur Aufführung kamen. Wobei die Authentizität vom „Nachtwanderer“ unerreicht blieb.

Das Abensberger Publikum zeigte sich sehr begeistert und belohnte die Musiker mit langanhaltenden Applaus, bei dem es niemanden auf den Bänken hielt. Wohl mit der kleinen Hoffnung auf eine Zugabe, die leider nicht erfüllt wurde. „So ein großes und großartiges Orchester in unserem Abensberg – das hatten wir eigentlich noch nie“, hörte man verschiedentlich beim Hinausgehen.

Wer das Hallertauer Orchester hören und sehen will, kann dies am Sonntag, 26. November, um 9.30 Uhr in der evangelischen Erlöserkirche in Mainburg im Rahmen des Gottesdienstes zum Ewigkeitssonntag. Am Samstag, 3. März 2018, ist um 19 Uhr ein Konzert mit Kilian Langrieger (Flügel) bei Auto Köhler in Mainburg geplant.

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